Deutschland, deine Rechthaber: Angst und Moral statt Argumente

Wie soll es weitergehen im Land? Statt Argumenten werden zunehmend nur noch Kampfansagen ausgetauscht. Das hat mit "Debatte" nichts zu tun.

Chemnitz.

Früher waren Rätselbilder ein beliebter Zeitvertreib. So ein Bild zeigt zum Beispiel einen Lehrer, der durch einen Wald spaziert. Sein Schüler, den der Betrachter finden soll, versteckt sich in einem Baum. Er ist aber dort nicht offen hingemalt, sondern verbirgt sich im Umriss der Äste. Hat man den Dreh einmal heraus, erkennt man die Augen und den Mund. In anderen solchen Doppelbildern, die man leicht googeln kann, verwandeln sich Bäume in Gesichter - oder zwei bleiche Mädchen in einen Totenkopf.

Was haben diese Bilder mit unseren öffentlichen Debatten zu tun? Dem erregten Schlagabtausch über die Dresdener "Charta 2017", die Ansichten Uwe Tellkamps, den Maulschmutz des Rappers Kollegah oder jene "Erklärung 2018", die der Publizist Roland Tichy zu einem "Aufstand der Klugen" stilisiert?

Fischige Worte, schillernde Bilder

Es ist ein bisschen schade, dass die eingangs beschriebenen Vexierbilder oder Kippfiguren nicht mehr zum Standard im Unterhaltungsteil der Medien gehören. Sie erinnern daran, dass die Wahrnehmung niemals verlässlich ist. Was wir "objektiv" nennen, ist zwischen Menschen ausverhandelt. Was Wörter bezeichnen, wird unterschiedlich verstanden. Jeder hat schon die Erfahrung gemacht, dass Worte "fischig" sind, wie man im Norden sagt. "Wahr ist nur das, was ich sehe" oder "Ich sage, was ist" - das war schon im Barock eine naive, selbstgefällige und keine zeitgemäße Haltung mehr.

Unter solchen Voraussetzungen gesellschaftliche Fragen zu verhandeln, das sieht von außen oft so aus, als würden Flaschen mit der Keule geöffnet. Die jüngste Kampfansage, die den Nerv der medialen Filterblase getroffen hat, ist die "Gemeinsame Erklärung 2018". Darin bekunden Intellektuelle ihr "wachsendes Befremden" darüber, dass "Deutschland durch die illegale Masseneinwanderung beschädigt wird". Auslöser soll die Tellkamp-Kontroverse gewesen sein. Der Dresdener Autor hatte sich über "ungeregelte Einwanderung" auf eine Weise beschwert, die öffentlich Anstoß erregte, aber auch Zustimmung fand.

Die Unterzeichner erklären sich solidarisch "mit denjenigen, die friedlich dafür demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird". Unterschrieben haben Bürgerliche, Konservative, Professoren, Künstler, auch neu-rechte Propagandisten. Die "Gemeinsame Erklärung" ist als Projekt einer akademischen Elite angelegt. Rechtsextreme spielten keine Rolle, schätzt die Publizistin Liane Bednarz ein.

Unterschriften für den Bundestag

Die Politikerin Vera Lengsfeld gab die "Gemeinsame Erklärung" im Internet zur Zeichnung für alle frei. Über 150.000 Leute (Stand: 2. Mai) setzten ihren Namen darunter. Lengsfeld will nun einen veränderten Text als Petition in den Deutschen Bundestag einbringen. Sie fordert, "dass die von Recht und Verfassung vorgesehene Kontrolle der Grenzen gegen das illegale Betreten des deutschen Staatsgebietes wiederhergestellt wird."

Meinung per Mausklick

Die Wirklichkeit ist ein Vexierbild. Wo der eine von (fortgesetzter) "Masseneinwanderung" spricht, sieht der andere eine historische Ausnahmesituation (2015), für die der Westen eine Mitverantwortung trägt (Stellvertreterkriege in Afghanistan und Nahost) und die inzwischen leidlich unter Kontrolle ist (auch wenn es besser sein könnte). Wo die Petenten von "illegalem Handeln" sprechen, berufen sie sich zum Beispiel auf ein kritisches Gutachten zum Regierungshandeln, das der frühere Verfassungsrichter Udo Di Fabio geschrieben hat. Gegner dieses Begriffs stellen heraus, dass es kein einheitliches, bindendes Urteil des Bundesverfassungsgerichtes gebe und mehrere Klagen gegen die Regierung abgewiesen wurden.

Die einen sagen, es sind zwei bleiche Mädchen. Die anderen sagen, es ist ein Totenkopf.

Was letztlich nun jemand erblickt, der sich entscheidet, in einer Kippfigur partout nur ein einziges Bild sehen zu wollen, hängt wohl von seiner Haltung zu einer Kernfrage ab. Der Autor Arno Orzessek definierte sie im Deutschlandfunk wie folgt: "Glauben Sie, dass Deutschland durch Einwanderung beschädigt wird? Wenn ja - dann werden wohl auch Sie eine Unterzeichnung in Erwägung ziehen und die ... eher hässlichen Nebeneffekte inklusive anschwellender Fremdenfeindlichkeit in Kauf nehmen."

Für Andersdenkende, die es zu einem Bekenntnis per Unterschrift drängt, empfiehlt sich inzwischen die "Antwort für Demokratie und Menschenrechte" als Gegenangebot. Die "Antwort" lautet: "Die Menschenrechte enden an keiner Grenze dieser Welt. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Armut in unserem Land Zuflucht suchen, und wenden uns gegen jede Ausgrenzung." Bisher haben reichlich 5700 Menschen auf dieser Seite unterschrieben.

Interessant und mitunter amüsant ist es, was aus den Pro-und-Kontra-Kippfiguren seit Wochen herausgelesen wird. Zum Beispiel Vera Lengsfeld: Die frühere DDR-Bürgerrechtlerin, Ex-Grüne und Ex-Bundestagskandidatin der CDU (2009 auf ihrem Wahlplakat war sie noch ein Herz und ein Dekolleté mit der Kanzlerin), hält die "Gemeinsame Erklärung" für die "bisher größte politische Massenpetition" und jubelt: "Wir haben Geschichte gemacht!" Weniger aufgekratzte Leute mögen auf dieselben 150.000 Unterschriften blicken, an die Initiative für den Kampfhund "Chico" denken (binnen einiger Tage 291.924 Unterschriften), und halten den Erfolg für gar nicht so groß. Und war die Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP (1,6 Millionen Unterschriften allein in Deutschland) etwa keine "politische Massenpetition"?

Freilich, die Sammlung ist noch nicht zu Ende. Ernst Elitz, der frühere Intendant der Deutschlandradios, weist darauf hin, dass auch Pegida und die AfD ihren "Mitgliederstamm umstandslos hineinkopieren" könnten. "Heutzutage ist jeder mit einem Klick seine vorgefertigte Meinung los", schreibt Elitz.

Rhetorische Joker

Kampf um Begriffe

Die höchsten Höhen der Selbstermunterung hat auf Seiten der "Erklärung" der erwähnte Roland Tichy erklommen. Tichy und sein Koautor Stephan Paetow wollen etwas erkennen, was "das Zeug zum Mythos wie der Thesenanschlag eines Luther in Wittenberg" hat. Eine Online-Petition von zwei Sätzen, im Ernst? Tichy wurde in einem "Zeit"-Porträt von Roman Pletter als durchaus humorvoller Mensch beschrieben, der gelegentlich die Kontrolle über seine Provokationslust verliert. Womöglich trifft das auch auf Journalisten vom Schlag eines Henryk M. Broder, Matthias Matussek und andere Erstunterzeichner zu. 1990 hatte Tichy ein Buch "Ausländer rein" geschrieben. Als Chefredakteur der Magazine "Impulse" und "Wirtschaftswoche" fuhr er jenen neoliberalen Kurs, gegen den heute bei Pegida & Co. gewettert wird. Treibt es ein Autor seines Magazins zu bunt, rudert er als Chef nachträglich zurück. Manchmal sehen auch Menschen aus wie Kippfiguren.

Ohne Zweifel ist es ein Erfolg der "Gemeinsamen Erklärung", dass sie Gleichgesinnte zusammenführt und die Petition numerisch das Quorum für die Behandlung im Deutschen Bundestag genommen hat. Noch scheint nicht geklärt, ob die Namenslisten reichen oder Original-Unterschriften per Fax, per Brief oder via Onlineportal des Bundestages nachgeliefert werden müssen. Vera Lengsfeld schreibt in ihrem Blog, dass sie die Eingabe dem Vorsitzenden des Petitionsausschusses, dem sächsischen CDU-Abgeordneten Marian Wendt, persönlich übergeben werde. Ihre Anhänger fordert sie auf, "weiter Druck" zu machen, damit die Petition "zügig behandelt wird. Danach müssen wir dafür sorgen, dass unser Anliegen nicht in den Ausschüssen auf die lange Bank geschoben wird, wie es gern mit ungeliebten Anträgen geschieht."

Die linksliberalen Gegner der "Gemeinsamen Erklärung" haben - wie erwähnt - auf die Onlinepetition mit ihrer eigenen Kippfigur reagiert, die aber so ungenau und so unterkomplex wie das Original ausgefallen ist. Arno Orzessek im Deutschlandfunk ging hart mit ihr ins Gericht: Die "Antwort" sei politisch naiv und phrasenhaft. Etwa das Rätselwort "solidarisieren" - darunter könne man ein "ewiges 2015" oder eine "Willkommenskultur ohne Limit" verstehen. Der Satz: "Die Menschenrechte enden an keiner Grenze der Welt" sei "ein rhetorischer Joker, der immer sticht". Praktische Konsequenzen? Erschließen sich nicht. Die "Antwort", sagt Orzessek, biete immerhin die Gewähr, sich "moralisch tipptopp" zu fühlen. Das gilt umgekehrt auch für die "Gemeinsame Erklärung": Hier sammeln sich eben jene, "die sich nicht blenden lassen". Die den Institutionen misstrauen und den großen Plan durchschauen. Die Tapferen. Und Klugen.

Eine Ansammlung, die politische Begehrlichkeiten weckt. Einige Unterzeichner der "Gemeinsamen Erklärung", wie der sächsische Schriftsteller Jörg Bernig im Interview mit dem MDR, haben ein parteipolitisches Motiv zurückgewiesen: "Es geht über parteipolitische Horizonte hinaus." Nun ist aber die Webseite der Petition als Blickfang mit einem Foto garniert, das eine von der AfD-Politikerin Leyla Bilge angemeldete Demonstration zeigt. Das ist leicht erkennbar. Keine Parteipolitik? Kann man das wirklich so sehen?

Von politischen Aktivisten wird das Uneindeutige, Provokative seit jeher zur Mobilisierung der eigenen Anhängerschaft genutzt. Schillernde Worte wie "Solidarität" und "Gerechtigkeit" auf der linken, "Eigenverantwortung" und "Leistung" auf der liberalen und "Identität" und "Volk" auf der rechten Seite sind Kernbegriffe der jeweiligen Ideologie. Durch unscharfe Formulierungen wie in der "Gemeinsamen Erklärung" sollen möglichst viele sich angesprochen fühlen. Sie ist "geboren aus Kälte und Kalkül", wie Andreas Montag in der "Berliner Zeitung" schrieb. Montags Kollege Arno Widmann rätselt: Was wollen die Unterzeichner genau? "Soll Deutschland die EU-Freizügigkeit aufgeben und die eigenen Grenzzäune wieder schließen? Meinen sie das? Warum sagen sie es nicht?"

Differenzierte Diskussionen

Was meinen Sie?

Hetzer und Moralisten, das sind immer die anderen. Politik ohne Ideologie gibt es nicht, doch gehört es zum Spiel, dem jeweils anderen genau das vorzuwerfen, während man selbst sich für unideologisch und sachlich erklärt. Man sagt ja selber immer nur, was ist.

Die Strippenzieher der öffentlichen Diskurse sind nicht so naiv, auf diese Rhetorik hereinzufallen. Sie wissen, wie wichtig es ist, Begriffe durch konsequenten Gebrauch zu besetzen. Martin Sellner, der Chef der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, sah ein Etappenziel erreicht, als Redefiguren des rechtsextremen Verlegers Götz Kubitschek ("Staatsversagen", "Widerstandsrecht") in Interviews mit Pegida-Teilnehmern "teilweise wörtlich wiedergegeben" wurden: "Das ist gelebte Metapolitik!" Wer im vorpolitischen Raum von "illegaler Masseneinwanderung" und "andauerndem Kontrollverlust" spricht, wirkt in die Politik hinein. Und wer Deutschland durch Zuwanderer "beschädigt" sieht, baut eine Kippfigur, in der man den Zuwanderer mühelos als "Schädling" erkennt.

Jörg Bernig als Unterzeichner der "Erklärung" sagte, er wolle endlich "ernstgenommen werden in der Sorge um das Land". Vera Lengsfeld hat in einem Blogeintrag ihre Vorstellungen zu Migrationsfragen skizziert: Sie sei für den Schutz politisch Verfolgter, Schutz auf Zeit für tatsächliche Kriegsflüchtlinge, die Rückkehr zum Dublin-Verfahren, konsequente Abschiebung. Und sie fordere ein Einwanderungsgesetz, "für das die Politik seit Jahrzehnten zu feige war". Darüber kann und muss man diskutieren.

Man könnte auch über die Wirtschafts- und Militärpolitik der Großmächte, die Rolle des Westens, Russlands und Chinas diskutieren. Sie hat weltweit schon zu Fluchtbewegungen geführt, bevor Kerneuropa überhaupt betroffen war, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk nicht müde wird zu betonen. Ende 2016 waren 65,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Mehr als die Hälfte von ihnen kam aus nur drei Ländern: Syrien, Afghanistan, dem Südsudan. Der Exodus von 2015 wurde auch durch reduzierte Lebensmittellieferungen in die Flüchtlingslager des Nahen Ostens ausgelöst. Hauptaufnahmeländer für Flüchtlinge sind die Türkei (2,9 Millionen), Pakistan (1,4 Millionen), der Iran und Libanon (je eine Million). Wenn davon gesprochen wird, Fluchtursachen zu bekämpfen, wäre eine zweite Überlegung wert, wer welche Fluchtursachen schafft. Die Dublin-III-Regeln zur Migrationssteuerung müssen womöglich überprüft werden. Ist diese Verordnung aus der Vorzeit der Krise noch zeitgemäß oder führt sie zur Destabilisierung Südeuropas?

Was die bleichen Mädchen und den Totenkopf betrifft: Für Arno Oszessek ist es vor allem "obskur", wenn sich "die Klugen" hinter "unterkomplexen Zwei-Satz-Erklärungen" versammeln und auf Listen setzen lassen, die nur dazu dienen, das Land in Lager zu spalten. Man möge darauf pfeifen, rät er. Und auf differenzierten Diskussionen bestehen.

 

 

Wie stehen Sie zur Debattenkultur in unserem Land? Schreiben Sie uns: Freie Presse Leserforum, Ressort Chef vom Dienst, Postfach 261, 09002 Chemnitz, E-Mail: leserbriefe@freiepresse.de.

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12Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    1
    Blackadder
    22.05.2018

    Da es hier auch um die Erklärung 2018 geht im Text wollte ich kurz darauf hinweisen, dass diese ein Rohrkrepierer war. Wurde letzte Woche dem Bundestag übergeben und nicht angenommen, weil sie den Regularien nicht entsprach. Nicht mal das schaffen die rechte "Intellektuellen", so schwer kann das doch nicht sein!

    https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_83783014/-erklaerung-2018-vera-lengsfeld-muss-petition-an-bundestag-neu-starten.html

  • 4
    3
    cn3boj00
    06.05.2018

    @Dorpat: Ich hab mal den Sonnenuntergang abgewartet:) Das traurige ist ja, dass es meist keine Argumente sind, die man sich an den Kopf wirft. Argumente beruhen i.d.R. auf nachprüfbaren Tatsachen. Ausgetauscht werden aber eher Parolen. Damit kann man die Leute besser einfangen. Für die Beschädigung Deutschlands z.B. habe ich hier noch kein einziges Argument gehört. Und meistens ist es doch so: gerade wenn man die, die am lautesten schreien, nach Argumenten fragt, wird man bestenfalls beleidigt.
    Und bitte nicht falsch verstehen: ich sehe das ganz neutral, ohne zu einem Lager zugehörig zu sein. Ich bin weder parteipolitisch noch in sonstigen Vereinen gebunden. Denn spätestens dann - und hier bin ich nicht mit Ihnen konform - kann man private von Vereinsinteressen nicht mehr trennen.

  • 5
    1
    Dorpat
    06.05.2018

    @cn3boj00:
    Ich gebe ihnen in einer Sache recht und das zu 120%: Die Argumente prallen derzeit unversöhnlich und teilweise sinnlos aggressiv aufeinander. Man knallt sich diese, wie in den hunderten Talkshows vorgespielt, nur sinnlos an den Kopf.

    Da aber heute so schönes Wetter ist, gehe ich nicht in meine Facebooksuppe, sondern in die Sonne.
    Die scheint für alle!

    Schönen Sonntag noch!

  • 4
    4
    cn3boj00
    06.05.2018

    Liebe rote Daumen: ich habe um Argumente gebeten. Sagen Sie mir, wie die Beschädigung Deutschlands konkret aussieht. Dann können wir überlegen, was man dagegen tun kann. Aber Sie leben wohl auch nur so in der Facebook-Suppe dahin, wo alles so klar zu sein scheint. Der Autor hat wohl sehr recht.

  • 5
    3
    cn3boj00
    05.05.2018

    Lieber Herr Dorpat, ich glaube, indem Sie dem Autor die Kompetenz absprechen, diesen recht ergebnisoffenen Artikel zu publizieren, tun Sie genau das, was Sie dem Autor vorwerfen, und was der Autor versucht zu thematisieren. Sie sind mit ihrer Meinung fertig. Sie wollen nicht wahrhaben, dass jede Medaille zwei Seiten hat, und dass es immer gilt, Kompromisse zu finden. Es kann eben nicht sein, dass ein paar die Grenze geschlossen haben wollen - wie auch immer das innerhalb der EU aussehen soll, weil es auch Menschen gibt, die da anderer Meinung sind. Wo bitte ist die "Wahrheit"?
    Es ist heute üblich, in Parolen zu sprechen, und gleich Lösungen zu haben. "Deutschland wird beschädigt" ist so eine Formulierung, mit der ich nichts anfangen kann. Wodurch, in welcher Art und Weise? Sagen Sie es mir, und zwar bitte ganz konkret. Und selbst wenn es so wäre: welche Lösungen gäbe es denn? Ist Grenze zu die einzige, beste?
    Ich weiß es nicht. Wer das unterschreibt scheint es ja zu wissen, kann es vielleicht bloß nicht richtig sagen? Das gilt für die andere Seite genau so. Alle haben ein bisschen recht, aber wer meint, ohne wirkliche Analyse und wirksame Konzepte die Lösung zu kennen ist ein Scharlatan. In guten Zeiten wäre es Sache kluger Staatsmänner, die durchaus nicht nur in materiellen, sondern auch moralischen Kategorien denken dürften, Lösungen zu präsentieren. Davon sind wir weiter entfernt denn je, und Petitionen machen es nicht besser.

  • 5
    4
    Dorpat
    04.05.2018

    Oh! Entschuldigung. Letzteres war so ein wirrer Tagtraum.

    Etwas hatte ich vergessen: Es war keine Parteidemo! Wenn eine Privatperson eine Demonstration anmeldet und dies alles mit anderen Frauen aus ihrem Netzwerk zusammen organisiert und mit Hilfe von privaten Spenden finanziert, dann hat das dennoch nichts mit der Partei zu tun, in der sie natürlich mit ganzem Herzen Mitglied ist.
    Die AfD hat sich da völlig herausgehalten.
    Natürlich werden sie fragen, woher ich das weiß.
    Ich kann nur sagen, ich weiß es ganz genau.

    Und deswegen ist es auch völlig korrekt, wenn drin steht, daß es völlig parteiunabhängig war.

    Wenn einer bei einem Verein im Vorstand ist und er organisert eine Demo, ist es deswegen die Demo des Vereins?
    Solange der Verein dies nicht unterstützt oder finanziert, ist das jederzeit nur Privatsache.
    Es ist aber sicher erwünscht und nicht verboten, wenn andere Vereinsmitglieder dabei sind, auf dieser Demonstration.

    Wir haben nämlich eine grundgestzlich garantiertes Recht zu demonstrieren, welches allerdings an dem Tag durch sogenannte Gegendemonstranten ausgehebelt wurde. Gegen das Grundgesetz! Interessiert nur die Medien nicht.

  • 8
    5
    Dorpat
    04.05.2018

    @ SimpleMan: Nein, ich argumentiere natürlich nicht. Die anderen argumentieren. Ich sage nur basta!
    Die Medien berichten ebenfalls ergebnisoffen. Sie beeinflußen niemanden. Es gibt da kein schwarz und kein weiß. Da wird immer ganz neutral berichtet, über Putin, über Trump, über die AfD. Deswegen sind ja die Leute auch so relaxt. Jeder weiß, in Deutschland darf man sich die Meinung selbst bilden und wenn jemand für oder gegen etwas demonstriert, da gibt es auch keine Antifa. Deswegen ist die Polizei inzwischen auch völlig arbeitslos und beim Marsch der Frauen in Berlin stand nur ein kleiner blauer Polizeitransporter rum und die Polizisten gemütlich davor und haben Flyer verteilt. Überschrift: Verdächtig gute Jobs.

  • 4
    5
    SimpleMan
    04.05.2018

    @Dorpat Ich kann nicht erkennen das Sie argumentieren, Sie sagen ich habe Recht und basta. Der Kritikpunkt war auch nicht, dass es ein Bild einer AfD-Demonstration zeigt. Sondern das man sich parteiunabhängig darstellt und dann mit einem Bild einer Partei-Demonstration wirbt. Ich finde es berechtigt, dass man zu mindestens die Parteiunabhängigkeit bezweifelt.

    " ...Man möge darauf pfeifen, rät er. Und auf differenzierten Diskussionen bestehen. ..." Dem Zitat aus dem Kommentar ist für mich nichts hinzu zufügen. Ich habe echt keine Lust mehr, auf diese schwarz-weiß Diskussionen.

  • 6
    3
    Zeitungss
    04.05.2018

    @Dorpat: Genau so ist es. Ihr Beitrag 13.48 war schon lange in dieser Form einmal fällig.

  • 7
    2
    Dorpat
    04.05.2018

    @Blackadder - und da bin ich stolz drauf! Man hat mich in der DDR nicht brechen können, heute gleich recht nicht! Eigenständig denken ist etwas, was nicht jeder beherrscht. Viele brauchen Vordenker, um dann nachzuplappern.

  • 3
    7
    Blackadder
    04.05.2018

    Ach Dorpat. ich glaube, Sie sind genau die Art Mensch, die der Kommentator meint.

  • 6
    5
    Dorpat
    04.05.2018

    Herr Schilder, ihr Artikel ist genau das, was sie beklagen! Man liest deutlich heraus, Sie finden die Kritik an unserer Gesellschaft, von denen, die heute eben nicht zur Meinungselite und zu den Meinungsführern gehören, einfach persönlich nicht in Ordnung und unangemessen! Sie qualifizieren diese Kritik herab!
    Mir fehlen auch völlig ihre eigenen Argumente in ihrer Sichtweise, warum die moralischen Meinungsführer in Deutschland (Altparteien und Presseorgane, die den Altparteien gehören) gerade heute den Stein der Weisen gefunden haben sollen und die Kritiker unrecht haben.
    Sie beklagen weiter hinten, daß das Titelbild der Gemeinsamen Erklärung 2018, das Banner einer Demonstration zeigt, welche von einer AfD-Politikerin (Kurdin, früher gefeierte Menschenrechtaktivistin, vom Islam zum Christentum konvertiert und heute von den Meinungsführern der Moralelite geächtet, weil sie der AfD beigetreten ist), in Berlin initiiert wurde.
    Entweder sind sie wirklich so unwissend, warum diese Demonstration der Grund und die Ursache für die Gemeinsame Erklärung 2018 war, oder sie verschweigen dies uns mit Absicht! Wenn Sie sich natürlich allein auf die Presseberichte der großen Medien über diese Demonstration verlassen haben, wozu die Freie Presse auch ein Stück gehört, dann kennen sie den Grund der Gemeinsamen Erklärung 2018 wahrscheinlich nicht wirklich. Dann spreche ich ihn aber auch völlig die Kompetenz ab, hierüber einen ganzseitigen Artikel in der Freien Presse zu schreiben!



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