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Zweitklässler stirbt bei Bus-Zusammenstoß auf Schulausflug

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Zwei Grundschulklassen sind in einem Reisebus in Oberbayern unterwegs, als es plötzlich zum Zusammenstoß mit einem Linienbus kommt. Dutzende Kinder werden verletzt, eines überlebt den Unfall nicht.

Hebertshausen.

Es sollte ein besonderer Tag für die Zweitklässler der Grundschule Haimhausen sein. Gemeinsam waren die Kinder bei einem Schulausflug. Doch gegen 12.30 Uhr kommt es zu einem Unfall. Der angemietete Reisebus der beiden Schulkassen berührt in einer Kurve bei Hebertshausen im Landkreis Dachau einen entgegenkommenden Linienbus ohne Fahrgäste - mit schlimmen Folgen. Ein Junge wird so schwer verletzt, dass er noch am Unfallort stirbt. 30 weitere Kinder, eine Lehrerin und zwei Busfahrer werden verletzt, zum Teil schwer. 

"Unsere Herzen weinen"

Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) zeigte sich erschüttert. "Es ist eine unfassbare Tragödie und kaum in Worte zu fassen. Unsere Herzen weinen", sagte die Ministerin. "Ich bin in Gedanken bei den Angehörigen des verstorbenen Schulkindes. Keine Worte können helfen oder gar trösten." Und sie versprach: "Wir stehen in diesen schweren Zeiten eng zusammen und lassen niemand alleine." Scharf wünschte den Verletzten gute Besserung und dankte auch den Einsatzkräften.

"Ein ganz, ganz schwieriger Tag"

Der Dachauer Landrat Stefan Löwl (CSU) zeigt sich tief bewegt. Er sei in Gedanken bei der Familie des verstorbenen Kindes, aber auch bei den Verletzten. "Als Vater von drei Kindern, die auch schulpflichtig sind, die auch mit dem Bus gefahren sind, weiß man erst mal, was passiert, wenn man morgens sein Kind auf einen Schulausflug schickt und es dann abends nicht mehr zurückerhält. Für mich ein ganz, ganz schwieriger Tag."

Es sind schreckliche Szenen am Unfallort. Der Reisebus ist schwer beschädigt. Daneben findet die Feuerwehr zwei verletzte Kinder, wie Maximilian Reimoser, Sprecher Kreisbrandinspektion Dachau, erläutert. Besonders schlimm hat es einen Jungen getroffen. Man habe alles Menschenmögliche versucht, um ihn zu reanimieren, beschreibt Dennis Behrendt, Einsatzleiter des Rettungsdienstes, das Ringen um das Leben des Kindes. Auch ein Hubschrauber stand schon bereit, um den Bub in eine Klinik zu fliegen. Doch der Notarzt habe ihn dann vor Ort noch für tot erklären müssen, so Behrendt sichtlich berührt.

Zwei Kinder und eine Lehrerin schwerst verletzt

Zwei andere Kinder und eine Lehrerin sind nach Angaben der Polizei schwerst verletzt, vier weitere Kinder gelten als schwer oder mittelschwer verletzt. 26 Schüler und zwei Busfahrer wurden bei dem Unfall leicht verletzt. 

"Das sind einfach Bilder und Momente, die man nicht so leicht verarbeitet", spricht Reimoser das aus, was viele der Rettungskräfte fühlen. Auch für die Angehörigen, die zur Unfallstelle eilen, ist es schwierig. An einer Sammelstelle im Ortsteil Ampermoching werden sie psychosozial betreut. In der Gemeindeverwaltung sei zudem ein Bürgertelefon eingerichtet worden, erklärt Bürgermeister Stefan Jänicke-Spicker, der auch Feuerwehrkommandant seiner Gemeinde ist. Abends sollte zudem die Pfarrkirche im Ort öffnen. 

Ein Gutachten soll bei der Klärung der Unfallursache helfen.
Ein Gutachten soll bei der Klärung der Unfallursache helfen. Bild: Sven Hoppe/dpa

Was zur Ursache bisher bekannt ist

Doch wie konnte es zu dem Unfall kommen? Das ist nach Angaben der Polizei noch völlig unklar. Die Staatsanwaltschaft München II hat einen Gutachter beauftragt, das Geschehen zu untersuchen. Sicher ist, dass in der sehr engen Kurve Tempolimits gelten, einmal 60, einmal 50 Kilometer pro Stunde. 

Eines kann Thomas Weber, Leiter der Polizeiinspektion Dachau, schon mal weitgehend ausschließen: Alkohol. Die Busfahrer hätten freiwillig Atemalkoholtests gemacht. Das Ergebnis in beiden Fällen: Null Promille, wie Weber erklärt. 

"Noch viel Nachbearbeitung"

Doch die Aufarbeitung des Unfalls im Zuge der Ermittlungen ist nur die eine Seite. Auf der anderen Seite steht die psychische Verarbeitung der schlimmen Geschehnisse. Für die gesamte Schule werde es Angebote geben, kündigte Landrat Löwl an. Die Notfallseelsorge stehe bereit für jeden, der Bedarf habe, auch in den kommenden Tagen. 

Und auch die Rettungskräfte müssen diesen Einsatz erst verarbeiten. Denn er sei keineswegs alltäglich, betont Reimoser. Im Feuerwehrhaus gab es deshalb Angebote für Einsatzkräfte. Doch der Feuerwehrmann weiß auch: "Das wird sicherlich nicht mit dem heutigen Tage vorbei sein, sondern auch dieser Einsatz zieht noch viel Nachbearbeitung mit sich." (dpa)

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