Ersten Meldungen zufolge sollen auch Gebäude eingestürzt sein.
Ersten Meldungen zufolge sollen auch Gebäude eingestürzt sein. Bild: Ernesto Torres Jr/Ernesto Torres Jr/AP/dpa
Panorama
Schweres Erdbeben auf den Philippinen – Tsunami-Warnung

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Erneut bebt am Pazifischen Feuerring die Erde. Die Behörden auf den Philippinen und in Indonesien warnen vor einem Tsunami - und rufen die Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Manila/Jakarta.

Nach einem schweren Erdbeben vor der Küste der südphilippinischen Provinz Sarangani haben die Behörden eine Tsunami-Warnung für mehrere Küstengebiete auf der Insel Mindanao ausgegeben. Das Beben ereignete sich am Morgen um 7.37 Uhr (Ortszeit) und erreichte nach Angaben des örtlichen Instituts für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) eine Stärke von 7,8. Bewohner zahlreicher Küstenregionen wurden aufgefordert, sich umgehend in höher gelegene Gebiete zu begeben.

Zunächst hatte die US-Erdbebenwarte USGS die Stärke auf 8,2 beziffert, dies aber später ebenfalls auf 7,8 korrigiert. Demnach fand das Beben in einer relativ geringen Tiefe von 55 Kilometern statt. USGS zufolge gab es auch zahlreiche, teilweise starke Nachbeben.

Das Ausmaß der Schäden war zunächst unklar.
Das Ausmaß der Schäden war zunächst unklar. Bild: Ernesto Torres Jr/dpa

Warnungen auch in Indonesien

Das Beben war auch in Indonesien deutlich zu spüren, speziell auf der Insel Sulawesi. Mindanao und Sulawesi liegen nicht weit voneinander entfernt. Auch in dem Nachbarstaat gab es eine Tsunami-Warnung. Japan warnte für einige Landesteile entlang des Pazifiks ebenfalls vor möglichen Flutwellen.

Phivolcs-Direktor Teresito Bacolcol erklärte, dass die Behörde zunächst keine Meldungen über hohe Wellen nach der Tsunami-Warnung erhalten habe.
Die Behörde wollte die Lage aber noch mehrere Stunden überwachen.

USGS zufolge sind auf den Philippinen bis zu drei Meter hohe Wellen möglich. "Auf Grundlage aller verfügbaren Daten werden gefährliche Tsunami-Wellen für einige Küstenabschnitte vorhergesagt", schrieb auch USGS. Menschen in Küstennähe sollten sich schnellstens in Sicherheit bringen. 

Örtlichen Medien zufolge sollen auch Häuser ganz oder teilweise eingestürzt sein, darunter auch eine Schule. Jedoch befand sich nach Angaben des Direktors zum Zeitpunkt der Erdstöße niemand in dem Gebäude. Der philippinische Katastrophenschutz teilte mit, es gebe Berichte über "erhebliche Schäden an verschiedenen Infrastrukturen", Strom- und Kommunikationsnetze seien ebenfalls betroffen. Ob es Tote oder Verletzte gebe, sei noch unklar. Auch der General Santos International Airport auf Mindanao wurde geschlossen.

Präsident gibt Mitteilung heraus

Der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. ordnete am Morgen umgehend Hilfs- und Schutzmaßnahmen an und rief die Bevölkerung auf, den Anweisungen der Behörden Folge zu leisten. "Begeben Sie sich jetzt in höher gelegene Gebiete. Warten Sie nicht", erklärte Marcos in einer Mitteilung. Das Leben der Menschen sei wichtiger als alles, was sie zurücklassen müssten. 

Der Präsident betonte, die Regierung habe alle zuständigen Behörden angewiesen, sofort zu handeln. Er ordnete außerdem die Aussetzung des Unterrichts auf allen Bildungsstufen in den betroffenen Gebieten Mindanaos an. "Die Sicherheit unserer Kinder hat oberste Priorität", sagte er.

Die Region liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, einem Gürtel intensiver tektonischer Aktivität rund um den Pazifik, in dem besonders häufig Erdbeben und Vulkanausbrüche auftreten. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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