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Bosnien-Herzegowina ist erst zum zweiten Mal nach 2014 bei einer WM dabei. Der Hoffnungsträger ist der gleiche wie vor zwölf Jahren: Edin Dzeko. Doch hält die Schulter?
Vor dem kniffligen WM-Start gegen Co-Gastgeber Kanada kokettiert Edin Dzeko ein wenig mit seinem Alter. Immerhin ist der Kapitän von Bosnien-Herzegowina der drittälteste Feldspieler beim XXL-Turnier nach den Weltstars Cristiano Ronaldo und Luka Modric.
"Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit 40 noch spielen würde", sagte der Angreifer vom Bundesliga-Aufsteiger FC Schalke 04 in einem Sky-Interview über seine "never ending story" auf dem Fußball-Rasen. Sein Erfolgsrezept klingt einfach: "Ich höre auf meinen Körper und trainiere intensiv vor und nach dem Training. Denn ich bin ja nicht mehr der Jüngste und muss auf meine Beine und meinen Körper achten. Genau das tue ich."
Dzeko hofft auf K.-o.-Runde
Der Lohn: Im stolzen Fußballer-Alter erlebt Dzeko noch einmal ein besonderes Highlight. Und natürlich wünscht sich der Routinier bei der zweiten WM-Teilnahme mit Bosnien-Herzegowina nach 2014 dieses Mal ein Happy End. Die WM-Premiere vor zwölf Jahren in Brasilien endete nach Niederlagen gegen Argentinien (1:2) und Nigeria (0:1) sowie einem 3:1-Sieg gegen den Iran schon in der Vorrunde.
"Ein Weiterkommen ist möglich. Aber dafür müssen wir auf dem Platz alles geben. Und wir müssen auf dem Boden bleiben und von Spiel zu Spiel schauen", mahnte Dzeko.
Los geht's am Freitag (21.00 Uhr/ARD und Magenta TV) in Toronto gegen Kanada. Ob Dzeko dann in der Startelf steht, wird sich wohl erst kurzfristig entscheiden. Eine im März erlittene Schulterverletzung bremste ihn in der Vorbereitung arg aus. Die letzten WM-Tests gegen Nordmazedonien (0:0) und Panama (1:1) verpasste Dzeko deshalb.
Barbarez lobt Führungsrolle des Routiniers
Der bosnische Kapitän, der in bisher 148 Länderspielen 73 Tore erzielt hat, ist für sein Team aber nicht nur auf dem Feld wertvoll, sondern auch abseits davon. "Wenn er da ist, egal in welcher Verfassung, ist das Gold wert. Manchmal kann er mit ein paar Worten sehr viel bewegen. Die Jungs hören ihm zu. Das ist wichtig". So beschrieb Nationaltrainer Sergej Barbarez (54) unlängst die Führungsrolle von Dzeko.
Der Star, der in seiner langen Laufbahn unter anderem für Manchester City, AS Rom und Inter Mailand stürmte, hat daher auch ein Mitspracherecht, wenn es um die Aufstellung geht. "Es hängt davon ab, wie er sich fühlt und wie unsere Gespräche laufen. Ich bin da sehr offen, weil er so wichtig ist. Ich gebe ihm Freiraum, selbst mitzuentscheiden, was er will und wie lange es geht", erklärte Barbarez.
Winter-Transfer als Initialzündung
Dass Dzeko in diesem Sommer noch einmal die Hoffnungen einer ganzen Fußball-Nation trägt, hatte sich im Winter nicht abgezeichnet. Bei der AC Florenz spielte er nach elf torlosen Auftritten nur noch eine Nebenrolle, seine Karriere schien auszulaufen. Doch dann kam der Wechsel zu Schalke 04.
In Gelsenkirchen blühte der Torjäger, der von den Fans wie ein Messias gefeiert wurde, noch einmal richtig auf. "Ich hätte keine bessere Entscheidung treffen können, ganz ehrlich", sagte Dzeko im Rückblick. "Alles, was passierte, war besser als erwartet." Sein Verbleib bei den Königsblauen nach dem Bundesliga-Aufstieg, zu dem er sechs Tore beitrug, ist allerdings noch offen.
Das ganze Land fiebert mit
Jetzt zählt erst einmal nur die WM, bei der Katar und die Schweiz die weiteren Gruppengegner sind. "Mit der WM-Teilnahme hat sich für ganz Bosnien ein Traum erfüllt. Es noch einmal geschafft zu haben, ist Wahnsinn. Man konnte es in den Gesichtern der Menschen sehen, die alles vergessen und nur gefeiert haben", sagte Dzeko mit Blick auf die frenetisch bejubelte Qualifikation durch die Play-Off-Siege in Wales und gegen Italien.
Nun will der Oldie mit seinen Teamkollegen auch beim Turnier in Kanada, Mexiko und den USA für Furore sorgen. "Ich bin nicht mehr der Jüngste, aber ich kann noch ein bisschen was beitragen", sagte Dzeko und versprach: "Wir sind hier, um gute Ergebnisse zu erzielen und nicht, um Party oder Urlaub zu machen." (dpa)





