Max Eberl (r) verfolgt das Pokalfinale auf der Tribüne. Links hinter ihm ist Ehrenpräsident Uli Hoeneß.
Max Eberl (r) verfolgt das Pokalfinale auf der Tribüne. Links hinter ihm ist Ehrenpräsident Uli Hoeneß. Bild: Michael Kappeler/dpa
1. Bundesliga
Eberl antwortet Hoeneß: Mache weiter, "wenn man das möchte"

Am Tag des Pokalsiegs äußert Bayern-Patron Hoeneß "Zweifel" an Max Eberl, dessen Vertrag 2027 endet. Der Sportvorstand reagiert deutlich nach dem Finalsieg gegen Stuttgart.

Berlin.

Sportvorstand Max Eberl hat nach dem Pokalsieg des FC Bayern München irritiert, aber auch deutlich auf die Äußerungen von Ehrenpräsident Uli Hoeneß über sein Wirken beim deutschen Fußball-Meister geantwortet. "Ich bin bereit, weiterzumachen – wenn man das möchte", sagte der 52 Jahre alte Eberl, dessen Vertrag Mitte 2027 ausläuft. Eine Verlängerung ist ungewiss. 

Hoeneß hatte vor dem 3:0 der Bayern gegen Titelverteidiger VfB Stuttgart am Samstagabend in Berlin die Arbeit von Eberl zwar auch gelobt, sich bei dessen Zukunft aber nicht festgelegt. Der Bayern-Patron und Aufsichtsrat sprach vielmehr von einer Tendenz "60 zu 40 für eine Verlängerung". Er fügte in einem "Spiegel"-Spitzengespräch aber auch hinzu: "Da sind noch Zweifel." 

"Die Zweifel, die sind da – scheinbar"

Der Aufsichtsrat um Präsident Herbert Hainer, Hoeneß oder auch den früheren Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge entscheidet über Verträge mit den Vorständen. "Die Zweifel, die sind da – scheinbar. Sonst hätte er das nicht gesagt", bemerkte Eberl im Anschluss an die Hoeneß-Worte. "Ich war überrascht, dass das an dem Tag heute so passiert."

Es sei freilich "legitim, dass ein Aufsichtsrat Zweifel haben kann", bemerkte Eberl: "Es ist okay, dass sich ein Aufsichtsrat Gedanken macht, ob man mit einem Vorstand weitermacht. Das ist ein ganz normaler Prozess."

Max Eberl (M) feiert mit den Bayern-Spielern nach dem Münchner Finalsieg auf dem Platz.
Max Eberl (M) feiert mit den Bayern-Spielern nach dem Münchner Finalsieg auf dem Platz. Bild: Soeren Stache/dpa

Der Sportvorstand sagte aber in der Münchner Double-Nacht in Berlin auch: "Ob man Prozente in der Öffentlichkeit sagen muss, das weiß ich nicht." Und der Finaltag sei "nicht der richtige Zeitpunkt" gewesen: "Aber das hat die Mannschaft null Komma null beeinflusst." 

Im August wird es spannend

Nach der Sommerpause dürfte es spannend werden rund um die Zukunft von Eberl. Was macht er, wenn es nicht zu einer Verlängerung kommen sollte? Schmeißt er dann hin? "Ich muss mit Szenarien leben, die mir auferlegt werden. Mein Leben wird weitergehen. Ich bin da, um meine Arbeit zu machen."

Für Hoeneß ist Eberl schon "ein Manager, der hier einen großen Anteil an unserem Erfolg dieser Saison hat". Über eine mögliche Verlängerung kann frühestens ab dem 1. Juli verhandelt werden, weil Verträge mit Vorständen erst ein Jahr vor dem Auslaufen verlängert werden können. Auch der Vertrag von Vorstandschef Jan-Christian Dreesen läuft Mitte 2027 aus. 

Hoeneß spricht von Richtungsentscheidung

"In zwei, drei Monaten wissen wir genau, wie es weitergeht", sagte Hoeneß nach dem Finale in der ARD. Man sei "sehr zufrieden" mit Eberl, bekräftigte der frühere Bayern-Manager beim Pay-TV-Sender Sky. Zudem erklärte er: "Wir müssen im August eine Entscheidung treffen, wo geht der FC Bayern in die Zukunft – ohne Karl-Heinz Rummenigge, ohne Uli Hoeneß. Und die Leute, die wir dann aussuchen, die müssen sitzen." (dpa)

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