Fußball
Falsche Auswechslung: Eklat um Stürmerstar Neymar

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Auf der Anzeigetafel taucht eine überraschende Nummer auf, der falsche Spieler rennt auf den Platz - und plötzlich brechen alle Dämme. Jetzt ist Brasiliens Fußball um eine denkwürdige Episode reicher.

Santos.

Der brasilianische Fußballstar Neymar ist bekannt für Eskapaden auf und abseits des Platzes, diesmal aber unverschuldet in den Mittelpunkt einer höchst kuriosen Szene geraten. Bei der 0:3-Heimniederlage seines Clubs FC Santos gegen Coritiba am Sonntag sollte der 34-Jährige eigentlich bloß kurz an der Seitenlinie behandelt werden, durfte danach aber nicht mehr auf den Platz zurückkehren - weil dem vierten Offiziellen offenbar eine folgenschwere Panne mit der Anzeigetafel unterlaufen war.

Alles hatte damit begonnen, dass sich Neymar in der 65. Minute wegen einer Wadenblessur auf dem Platz vom Teamarzt behandeln ließ. Daraufhin bat der Schiedsrichter beide hinter die Seitenlinie, um das Spiel fortsetzen zu können. Neymars Teamkollege Robinho Júnior machte sich währenddessen zur Einwechslung bereit, sollte aber für einen anderen Mitspieler gebracht werden, wie Trainer Alexi "Cuca" Stival später erläuterte. Das sei dem vierten Schiedsrichter Paulo Cesar Zanovelli auch so mitgeteilt worden. Als der jedoch die Anzeigetafel emporreckte, war dort plötzlich Neymars Rückennummer 10 zu sehen. Robinho lief sofort auf den Rasen - und damit gab es kein Zurück mehr.

Der Starstürmer geriet diesmal unverschuldet in die Schlagzeilen. (Archivbild)
Der Starstürmer geriet diesmal unverschuldet in die Schlagzeilen. (Archivbild) Bild: Andre Penner/AP/dpa

Obwohl Neymar, diverse Mitspieler und Trainer Cuca das Schiedsrichterteam bestürmten und wild gestikulierend eine Korrektur des Fehlers forderten, ließen sich die Offiziellen nicht von ihrer Entscheidung abbringen: Der Wechsel galt als vollzogen - und Neymar bekam die gelbe Karte, weil er sich weigerte, das zu akzeptieren. Quasi als Beweis für seine Unschuld präsentierte er dann ein Stück Papier: Voller Empörung hielt der für seinen Hang zur Theatralik oft gescholtene Stürmerstar jenen Zettel in die Fernsehkamera, mit dem Zanovelli zuvor darüber informiert worden war, dass Abwehrspieler Gonzalo Escobar - Rückennummer 31 - den Platz hätte verlassen sollen. Doch alle Proteste blieben ohne Erfolg.

"Ein sehr schlimmer Fehler der Offiziellen"

"Ich wusste, dass Robinho reinkommen sollte, aber ich habe gar nicht weiter drauf geachtet. Ich hatte keine Ahnung, dass ich ausgewechselt worden war, ich hatte die Anzeigetafel nicht gesehen", beschwerte sich Neymar nach dem Spiel. "Das war ein sehr schlimmer Fehler der Offiziellen, von diesem Typen, der die Nummern auf der Tafel anzeigt."

Allerdings war die Partie für sein Team zu diesem Zeitpunkt im Grunde eh schon verloren - Santos lag bereits mit drei Toren zurück und es war keine halbe Stunde mehr zu spielen. Das räumte dann auch Neymars Trainer ein. "Es war tatsächlich ein Fehler. Aber es war nicht der Grund, weshalb wir verloren haben, deshalb wäre es unfair, ihm die Schuld zu geben", sagte Cuca auf der Pressekonferenz nach dem Spiel über den Lapsus des Schiedsrichters. Der brasilianische Fußballverband gab zunächst keine öffentliche Stellungnahme zu dem Vorfall ab.

Auch am Montag wird Neymar absehbar wieder im Zentrum einer umstrittenen Entscheidung stehen: Dann will Brasiliens Nationaltrainer Carlo Ancelotti seinen endgültigen Kader für die bevorstehende WM 2026 bekanntgeben. Und egal, ob der verletzungsanfällige Exzentriker dabei sein wird oder nicht - Kritik an Neymars (Nicht-)Nominierung dürfte es in jedem Fall geben. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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