Fußball
Keine Einigung über WM-Prämien kurz vor Turnierstart

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Die Verhandlungen über die Prämien für die Nationalspieler laufen noch. Was die WM-Aufstockung und neue FIFA-Zahlungen für Spieler und Verband bedeuten und was Kapitän Kimmich dazu sagt.

Winston-Salem.

Kurz vor dem WM-Start der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sind die Verhandlungen über die Turnierprämien zwischen den Spielern und dem DFB nicht abgeschlossen. "Ja, wir sind kurz davor. Also, es sieht gut aus", sagte Jonathan Tah bei einer Pressekonferenz in Winston-Salem. Der Abwehrspieler des FC Bayern gehört wie Kapitän und Vereinskollege Joshua Kimmich zu den Profis, die für die Mannschaft mit dem Verband verhandeln. 

Dass kurz vor dem WM-Auftakt am Sonntag (19.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in Houston gegen Curaçao nicht alle Prämiendetails vereinbart sind, ist ungewöhnlich. "Wir sind in guten Gesprächen mit dem Mannschaftsrat. Aber wir führen die Verhandlungen nicht öffentlich", hatte DFB-Präsident Bernd Neuendorf im Mai gesagt. In der Vorwoche hatte der Verbandschef in Chicago auch noch keinen Vollzug bekanntgeben können. 

Rekordzahlung nach WM-Sieg 2014

Die höchste Prämie kassierten bislang die letzten deutschen Weltmeister um Kapitän Philipp Lahm 2014 in Brasilien mit 300.000 Euro pro Mann. Für den Titelgewinn bei der Heim-EM 2024 hätte es sogar 400.000 Euro gegeben. 

Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Spanien kassierte jeder der 26 Akteure 100.000 Euro. Bei den vergangenen zwei WM-Turnieren 2018 in Russland und 2022 in Katar gingen die Spieler nach dem Aus in der Vorrunde jeweils leer aus.

Joshua Kimmich verhandelt als DFB-Kapitän die WM-Prämien.
Joshua Kimmich verhandelt als DFB-Kapitän die WM-Prämien. Bild: Federico Gambarini/dpa

Kimmich hatte zum Start der WM-Vorbereitung Ende Mai in Herzogenaurach die Spieler-Perspektive erläutert. "Das ist ein schöner Nebeneffekt, der einem zusteht, weil man auch abliefert. Aber der Erfolg motiviert uns mehr als die Kohle", sagte der 110-malige Nationalspieler. Natürlich sei allen klar, dass bei der XXL-WM mit erstmals 48 Mannschaften "viel Geld hinten dranhängt, viel Geld gezahlt wird".

Zudem habe er das Gefühl, dass es dem DFB als Verband ökonomisch "auch wieder besser gehe", sagte Kimmich. Er deutete damit an, dass die Spieler durchaus ihre Forderungen in den Verhandlungen mit Neuendorf und DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig aktiv vertreten.

Knackpunkt dürfte bei den Last-Minute-Gesprächen nicht die Prämie für einen WM-Sieg sein. Schwierig wird es für den DFB, wenn die Auswahl in einer der ersten K.o.-Runden scheitert und somit weniger Zahlungen der FIFA in die Verbandskasse fließen. 

FIFA erhöhte Prämien im April

Ende April hatte der Weltverband nach Protesten der großen Nationen wie Deutschland und England die Prämien angehoben. Für die Qualifikation und die Turniervorbereitung erhält jeder Teilnehmer nun 12,5 Millionen US-Dollar und damit zwei Millionen mehr. Der DFB hatte zuvor eine Planungsunsicherheit angesichts des Dollarkurses und der regional unterschiedlichen Steuergesetze in den USA moniert. 

Insgesamt wird für die 48 Teams die Rekordsumme von 871 Millionen Dollar verteilt, wobei der Turniersieger signifikant viel erhält. Vor der Anpassung im April war von 50 Millionen Dollar für den Weltmeister und je neun Millionen Dollar für die 16 Teams, die in der Vorrunde ausscheiden, die Rede. Pro K.-o.-Runde steigen die FIFA-Prämien, was den Spielraum für den DFB im Erfolgsfall erhöht.

1954 gab es einen Lederkoffer

Im Vergleich zu den ersten deutschen Weltmeistern 1954 um Fritz Walter kommen Kimmich und seine Kollegen sicherlich gut weg. Die Helden von Bern erhielten jeweils 2.500 Mark, einen Röhrenfernseher, einen Motorroller und einen Lederkoffer. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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