Fußball
Kilt-Party zum Auftakt: Schotten feiern Sieg bei WM-Rückkehr

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Jahrzehnte müssen Schottland und Haiti auf ihr WM-Comeback warten. Der Karibikstaat ist trotz Trump-Beschränkungen und Trikot-Ärger nah an seinem ersten WM-Punkt. Doch am Ende jubelt Rod Stewart.

Foxborough.

Angetrieben von Tausenden Fans im traditionellen Kilt hat Schottland einen hart umkämpften Sieg zum WM-Auftakt gefeiert und zugleich Haitis Hoffnung auf den ersten WM-Punkt der Verbandsgeschichte zerstört. Die "Bravehearts" setzten sich gegen den von Armut, Hunger und politischen Krisen geprägten Karibikstaat mit 1:0 (1:0) durch und dürfen nun vom erstmaligen Einzug in die K.o.-Runde träumen. Es ist der erste WM-Sieg der Schotten seit 36 Jahren. 

Jubelt nach seinem Führungstreffer: Schottlands John McGinn.
Jubelt nach seinem Führungstreffer: Schottlands John McGinn. Bild: Martin Rickett/PA Wire/dpa

Weil sich Brasilien und Marokko zuvor 1:1 trennten, sind die Schotten Tabellenführer in der Gruppe C. Vor den Augen von Edelfan Rod Stewart erzielte John McGinn (28. Minute) von Europa-League-Sieger Aston Villa das Tor des Abends.

Bei seiner bislang einzigen WM-Teilnahme 1974 hatte Haiti in der Vorrunde drei Niederlagen kassiert. Schottland kehrte nach 28 Jahren auf die größte Fußball-Bühne zurück. 

Darum waren so wenig Haiti-Fans im Stadion

Bereits in den vergangenen Tagen hatten Zehntausende schottische Anhänger Boston fest in ihrer Hand und die Stadt in eine Party-Hochburg verwandelt. Die weltmeisterliche Heimspiel-Atmosphäre schwappte zumindest anfangs ins Stadion über. Dass nur wenige Haiti-Fans dabei waren, dürfte mit den Einreisebeschränkungen zusammenhängen, die US-Präsident Trump gegen das Land verhängt hatte.

Auf einem Boot haben sich schottische Fans auf das Match eingestimmt.
Auf einem Boot haben sich schottische Fans auf das Match eingestimmt. Bild: Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Ärger hatte der Inselstaat außerdem wegen seines Trikots, weil die FIFA die Darstellung einer Kriegsszene auf dem blauen Shirt verbot. Zu sehen war eine Illustration der letzten Schlacht des haitianischen Unabhängigkeitskrieges aus dem Jahr 1803. Der Hersteller sprach von "einer Hommage an die Männer und Frauen, die jeden Tag für Haitis Zukunft kämpfen".

Ein Duell auf Augenhöhe

Der Außenseiter, bei dem Torhüter Josué Duverger vom Oberligisten FC Cosmos Koblenz nicht spielte, präsentierte sich deutlich stärker als erwartet. Weder von Scott McTominays Pfostenschuss (17.) noch vom Gegentreffer ließen sich die Haitianer einschüchtern. Immer wieder kombinierten sich "Les Grenadiers" in den gegnerischen Strafraum, waren im Abschluss aber zu ungenau. Ein Remis zur Pause wäre leistungsgerecht gewesen. 

 Musiker Rod Stewart (3vl) verfolgte die Partie von der Tribüne.
Musiker Rod Stewart (3vl) verfolgte die Partie von der Tribüne. Bild: Martin Rickett/PA Wire/dpa

Auch nach der Pause blieb es ein Duell auf Augenhöhe und die schottischen Hardcore-Fans - die Tartan Army - wurden von Minute zu Minute leiser. Lediglich in der 73. Minute, als McGinn die Riesenchance zur Entscheidung vergab, wurde es richtig laut. Ansonsten drückte Haiti auf den Ausgleich, aber im Abschluss fehlte weiterhin die Präzision. Die beste Chance hatte Frantzdy Pierrot (85.), der den Ball neben den Pfosten köpfte. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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