Das DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart musste für mehrere Minuten unterbrochen werden. (Archivbild)
Das DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart musste für mehrere Minuten unterbrochen werden. (Archivbild) Bild: Soeren Stache/dpa
Fußball
Reul: DFB-Pokalfinale hätte abgebrochen werden müssen

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Der NRW-Innenminister dringt vor der nächsten Konferenz mit seinen Kollegen auf eine härtere Gangart bei Pyrotechnik in Fußballstadien. Beim DFB-Pokalfinale wäre er für einen Abbruch gewesen.

Hamburg.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hätte sich beim DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart angesichts des Pyrotechnik-Einsatzes beider Fanlager einen Abbruch gewünscht. Er sei "fassungslos" gewesen, dass Schiedsrichter Sven Jablonski das Spiel weiterlaufen ließ, sagte Reul dem "Spiegel" vor der am Mittwoch beginnenden Innenministerkonferenz in Hamburg. 

"Ich wäre für den Abbruch gewesen", erklärte der CDU-Politiker und fügte an: "Weil manche Leute es nur so verstehen, dass sie eine Grenze überschreiten."

Pokalfinale wurde nur für mehrere Minuten unterbrochen 

Die Anhänger beider Vereine hatten während der Partie am 23. Mai ihren Unmut über den Deutschen Fußball-Bund zum Ausdruck gebracht. Zum Abschluss der Aktion wurde massive Pyrotechnik im Berliner Olympiastadion gezündet. Das Spiel wurde wegen der Rauchentwicklung für mehrere Minuten unterbrochen, aber nicht abgebrochen. Der FC Bayern gewann am Ende klar mit 3:0.

Auf der Innenministerkonferenz in Hamburg soll es nun um Maßnahmen zur Sicherheit an und in Fußballstadien gehen. Konkrete Maßnahmen tauchen in dem Papier laut dem "Spiegel" aber nicht auf.

Härtere Gangart, aber wie?

Schon bei der vorigen Sitzung der Innenministerkonferenz im vergangenen Dezember in Bremen spielte das Thema eine größere Rolle. Zwar betonten die Ressortchefs der Länder damals, strikter gegen Gewalt in Fußballstadien vorgehen zu wollen und den Sachstandsbericht einer Bund-Länder-offenen Arbeitsgruppe "Fußball ohne Gewalt" besonders intensiv diskutiert zu haben.

Zu den meisten Reizthemen, gegen die die Fans zuvor wochenlang vor und in den Stadien protestiert hatten, gab es allerdings keine Beschlüsse: weder zu personalisierten Tickets noch zu flächendeckenden Ausweiskontrollen, Gesichtserkennungen und einer KI-Überwachung.

"Ich habe nicht den Eindruck, dass wir wirklich vorankommen", sagte Reul. Ihm reichen die bisherigen Maßnahmen offenbar nicht aus. "Es gibt ein glasklares Verbot von Pyrotechnik, also müssen die Vereine verpflichtet werden, die Kontrollen zu verschärfen", sagte der 73-Jährige. (dpa)

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