Fußball
Trainerwechsel nach einem WM-Spiel? Chaos bei Tunesiern

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Die Fußball-WM hat offenbar ihren ersten Trainerwechsel. Tunesiens Coach droht seinen Job schon nach dem ersten Spiel zu verlieren.

Monterrey.

Der WM-Teilnehmer Tunesien hat offenbar während der Fußball-Weltmeisterschaft seinen Trainer Sabri Lamouchi gefeuert. Nach dpa-Informationen reagierte die Verbandsspitze damit auf die 1:5-Niederlage der Nordafrikaner in ihrem ersten Turnierspiel gegen Schweden.

Vor den beiden letzten Gruppenspielen gegen Japan (Sonntag, 06.00 Uhr/MagentaTV) und die Niederlande (Freitag, 26. Juni/ARD und MagentaTV) soll der erfahrene Mondher Kbaier das Team übernehmen. Der 56-Jährige trainierte die Nationalmannschaft Tunesiens bereits von 2019 bis 2022 und arbeitete danach für die Clubteams Raja Casablanca in Marokko sowie Club Africain in Tunis. Als Technischer Direktor des Verbands war Kbaier bereits mit dem Team zu dieser Weltmeisterschaft gereist.

Bei der WM 2022 in Katar hatten die Tunesier in der Vorrunde noch den späteren Finalisten Frankreich besiegt. Vier Jahre später geriet der Auftakt gegen Schweden jedoch zum Debakel für das Team der beiden Bundesliga-Profis Rani Khedira (1. FC Union) und Ellyes Skhiri (Eintracht Frankfurt).

Debakel gegen Schweden

Im mexikanischen Monterrey erzielten zweimal Yasin Ayari (7./90.+6), Alexander Isak (30.), Viktor Gyökeres (59.) und Mattias Svanberg die Tore für die Skandinavier. Der frühere Herthaner Omar Rekik traf für Tunesien (43.).

"Das ist eine schmerzliche Niederlage. Sie tut weh. Den Wettbewerb mit einer solch herben Niederlage zu beginnen, ist schwer", sagte Lamouchi hinterher. Da ahnte der 54-jährige Franzose noch nicht, dass er gerade seine wohl letzte Pressekonferenz als Trainer Tunesiens gab.

Übernommen hatte Lamouchi diese Aufgabe erst vor fünf Monaten im Januar dieses Jahres. In den fünf Länderspielen seiner kurzen Amtszeit gab es nur einen Sieg gegen den WM-Außenseiter Haiti (1:0).

Schwieriger Kader

Tunesische Medien schrieben schon vor Beginn der Weltmeisterschaft von einem schwer zu führenden Team, in dem erfahrene und neu berufene Spieler kaum harmonieren und in dem Lamouchis Vorgänger den nötigen Umbruch immer wieder hinauszögerte. Schon der Afrika-Cup im vergangenen Winter endete mit einem enttäuschenden Achtelfinal-Aus gegen Mali.

Lamouchi selbst war während seiner aktiven Karriere ein technisch begnadeter Spieler, der es in seiner Profilaufbahn unter anderem zu AS Monaco, AC Parma, Inter Mailand und Olympique Marseille schaffte. Doch schon bei einigen seiner vorherigen Trainerstationen hatte er viel Pech.

Schon Pech bei WM 2014

Die Elfenbeinküste führte der Franzose zur WM 2014 in Brasilien. Nach einem Auftaktsieg gegen Japan schied man im letzten Vorrunden-Spiel trotzdem noch aus, weil Gegner Griechenland in der Nachspielzeit zum 2:1 traf.

Den englischen Traditionsclub Nottingham Forest führte Lamouchi 2020 beinahe zum Premier-League-Aufstieg. Doch dann brach die Coronapandemie aus - und sein Team nach der Zwangspause komplett ein.

Den schnellsten Trainerwechsel bei einer WM erlebte Lamouchi immerhin nicht. 2018 in Russland trennten sich die Spanier sogar schon zwei Tage vor dem ersten Spiel von ihrem damaligen Coach Julen Lopetegui. Zuvor waren Verhandlungen zwischen ihm und Real Madrid publik geworden. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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