Der irakische Fußballprofi Aymen Hussein musste in seinem Leben viele Schicksalsschläge überwinden. (Archivbild)
Der irakische Fußballprofi Aymen Hussein musste in seinem Leben viele Schicksalsschläge überwinden. (Archivbild) Bild: Aijaz Rahi/AP/dpa
WM-Infos
Vater ermordet, Bruder entführt: Das ist Iraks WM-Held

Freie Presse auf Google News folgen

Die WM-Ambitionen der Iraker ruhen auf Stürmer Aymen Hussein. Hinter seinem Aufstieg steckt eine Geschichte voller Schmerz und Verlust. Früh verliert der Offensivspieler seinen Vater und Bruder.

Boston.

Wenn Iraks WM-Hoffnung Aymen Hussein über sein Leben spricht, stehen nicht Tore und Titel im Mittelpunkt, sondern Verlust und Leid. Der Nationalstürmer verlor als Kind seinen Vater, später wurde sein Bruder entführt. Trotzdem kämpfte sich Hussein an die Spitze des irakischen Fußballs und schoss sein Land mit dem entscheidenden Treffer gegen Bolivien erstmals seit 40 Jahren wieder zu einer Weltmeisterschaft.

Kurz vor dem WM-Auftakt gegen Norwegen an diesem Mittwoch (00.00 Uhr, MagentaTV) blickt Hussein auf die schlimmsten Momente seines Lebens zurück. "Er ging einkaufen, um Baumaterialien für unser neues, im Bau befindliches Haus zu besorgen. Wenige Stunden später erhielten wir einen Anruf mit der Nachricht: Ihr Vater wurde getötet und seine Leiche befindet sich im Krankenhaus", berichtete Hussein im Interview des Senders Al Jazeera. 

Hussein war damals gerade einmal zwölf Jahre alt."Zuerst konnten wir es nicht glauben. Doch dann gingen wir ins Krankenhaus und fanden dort den Leichnam meines Vaters vor. Es war eine Katastrophe für uns alle", erzählte der 30-Jährige weiter. 

Bei der Einreise mehrere Stunden befragt

Ein paar Jahre später wurde dann auch noch sein Bruder entführt. "Seitdem haben wir nichts mehr von ihm gehört. Ich habe beschlossen, mit dem Fußballspielen aufzuhören, um für meine Familie zu sorgen, aber meine Mutter hat sich geweigert. Sie hat mich gebeten, weiterzuspielen", berichtete Hussein, der selbst bei der Einreise in die USA noch Hürden überwinden musste und von der Grenzschutzbehörde stundenlang befragt wurde.

Trotz aller Rückschläge steht der 30-Jährige nun vor dem größten Turnier seiner Karriere. Frankreich und Senegal heißen die weiteren Gruppengegner. "Aymen ist ein Name, der keiner Vorstellung bedarf. Seine Leistungen sprechen für sich, nicht nur im Irak, sondern in der gesamten Region und im arabischen Fußball. Wir erwarten viel von ihm", sagte der irakische Torhüter Jalal Hassan. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
14.06.2026
2 min.
Eingemeindung von Bad Brambach nach Bad Elster gescheitert
Eingemeindung von Bad Brambach nach Bad Elster gescheitert - Auszählung der Stimmen in Bad Elster: Manuela Wildschütz (links) und Stefanie Kirchner legten am Sonntag um Punkt 18 Uhr los.
Die Bürger aus beiden Kommunen waren am Sonntag dazu aufgerufen, über die Eingemeindung von Bad Brambach nach Bad Elster abzustimmen. Das ist das Ergebnis.
Tino Beyer, Ronny Hager und Christian Schubert
06:28 Uhr
4 min.
Sieben Tore, sechs Schützen: Der "gute Mix" im DFB-Team
Sieben Tore, sechs Schützen: Der "gute Mix" im DFB-Team - Deutschland lässt die Muskeln spielen, Nico Schlotterbecks Jubel nach seinem Kopfballtor.
Okay, es war nur Curaçao. Aber "sieben Tore musst du erstmal schießen", sagt Julian Nagelsmann. Warum ihm die vielen verschiedenen Schützen und auch die Art der Tore so wichtig sind.
06:14 Uhr
1 min.
Temperaturen steigen an - Gewitter drohen
Temperaturen steigen an - Gewitter drohen - Das Wetter bleibt in der kommenden Woche unbeständig. (Symbolbild)
Nach einem kühlen Start in die Woche klettern die Temperaturen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – doch mit den warmen Tagen steigt auch die Gewittergefahr.
09.06.2026
4 min.
Somalias Schiri nach Abweisung: "Hatte das richtige Visum"
Somalias Schiri nach Abweisung: "Hatte das richtige Visum" - Ein für die WM vorgesehener Schiedsrichter aus Somalia durfte nicht in die USA einreisen.
Omar Artan sollte bei der WM als Schiedsrichter dabei sein. In Miami wurde dem Referee aus Somalia aber die Einreise ins Gastgeberland USA verweigert. Jetzt spricht er darüber.
19:51 Uhr
2 min.
Mbappé als Macron-Nachfolger? "Werde schon genug gehasst"
Mbappé als Macron-Nachfolger? "Werde schon genug gehasst" - Keine Ambitionen in der Politik: Kylian Mbappé möchte nach seiner aktiven Karriere nicht die Branche wechseln. (Archivbild)
Frankreichs Starstürmer Kylian Mbappé kann sich nicht vorstellen, nach der Fußball-Karriere als Politiker zu arbeiten. Ein anderer Job scheint die WM-Hoffnung der Équipe Tricolore hingegen zu reizen.
06:23 Uhr
2 min.
Eibenstock: Warum Alexander Hodeck die Bürgermeisterwahl so klar gewinnt
Eibenstock: Warum Alexander Hodeck die Bürgermeisterwahl so klar gewinnt - André Hempel (l.) gratuliert am Abend Alexander Hodeck zum Wahlsieg.
Das Ergebnis fällt deutlicher als erwartet aus. Was Sieger und Verlierer dafür verantwortlich machen – und was sich im Rathaus nun ändern soll.
Mike Baldauf
Mehr Artikel