Auerbach drängt auf Radkonzept für das Göltzschtal

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Neue Beschilderung, Lückenschlüsse, Ersatz von Brücken oder Neubau - die Drei-Türme-Stadt legt in puncto Radverkehr vor. Jetzt wird zur nächsten Etappe gestartet.

Auerbach.

Auerbach. Von der Idee, den Göltzschtalradweg zwischen Breitscheidstraße und Stadtzentrum durchs Rosental zu führen, hat sich Auerbach verabschiedet. "Fachplaner haben uns aufgrund der Geländebeschaffenheit davon abgeraten", räumt Knut Kisten ein. Aber die Experten hätten mit der Öffnung der Bebelstraße für den Radverkehr plus Abbiegespur für Radler zum Hofaupark zugleich Alternativen vorgeschlagen, ist der im Rathaus für das Radkonzept Zuständige mit den Ergebnissen eines jüngst erstmals einberufenen Runden Tisches Radverkehr in Auerbach zufrieden. Der führte neben allen im Rathaus damit betrauten Abteilungen auch Vertreter von Kreis und Tourismusverband sowie Fachplaner und externe Berater zusammen. "Ein Gespräch auf Augenhöhe" lobt Antje Böttcher vom Verein Verkehrswende in Kleinen Städten, der Auerbach seit 2020 als eine von zwei Modellstädten betreut und inzwischen auch Nachbarkommunen berät.

Seitdem hat sich in der Drei-Türme-Stadt allerhand getan: Neuer Radwegabschnitt am Maschinenteich plus Fahrradstraße Flurweg, Radschutzstreifen wie auf Kaiser- und Falkensteiner Straße, Höhenradweg in Rebesgrün. Dazu die Neubeschilderung des Göltzschtalradweges, die Öffnung von Einbahnstraßen für Radler in Gegenrichtung oder der Ersatz unpraktischer Radständer, sogenannter Felgenkiller, durch Bügelständer. "Vermeintlich Nebensächliches, das aber Radfahren im Alltag erleichtert", betont Böttcher. Sie hat dabei bereits den nächsten Fahrrad-Klimatest im Blick, den der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club im September startet und bei dem Radfahrer drei Monate lang die Alltagstauglichkeit ihrer Kommune in puncto Radverkehr bewerten können. Dass Auerbach trotz guter Ansätze Nachholbedarf hat, zeigt die Platzierung bei der 2020er-Auflage des Tests: Im bundesweiten Ranking der Kommunen bis 20.000 Einwohner Platz 253, immerhin Rang 10 im Sachsenvergleich - bei 25 Städten gutes Mittelfeld.

Einen Schub soll nicht nur der Ausbau des Radwegenetzes bringen - Asphaltierung des Ellefelder Weges auf 300 Metern Länge, Ersatz maroder Brücken im Göltzschtal sowie Neubau einer Brücke über die Ortsumgehung samt Radweganbindung der Richardshöhe. Potenzial sieht Knut Kirsten vor allem in einer stärkeren Zusammenarbeit im Göltzschtal. "Rodewisch und Auerbach haben Radverkehrskonzepte, für Falkenstein und Ellefeld fehlen die noch." Deshalb möchte er die Zusammenarbeit im Städteverbund auf diesen Bereich ausdehnen. Vorsorglich sei ein Fördermittelantrag gestellt worden, nun müsse man noch Überzeugungsarbeit im Göltzschtal-Verbund leisten. Zustimmung signalisiert Radverkehrswende-Beraterin Antje Böttcher: "Dabei geht es längst nicht mehr nur um Radtourismus, sondern zunehmend um den Verkehr im Alltag - auch im ländlichen Raum."

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