Nach zwei Jahren Pause: Neustart für den Auerbacher Autofrühling

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Die Autoschau unter freiem Himmel hat als lokales Schaufenster für die Branche hohen Stellenwert - daran ändern auch aktuelle Lieferengpässe nichts. Zudem belebt die Veranstaltung den Einzelhandel und sorgt für eine lebendendige Innenstadt.

Auerbach.

Nach zwei Jahren ohne Autofrühling und Absagen bekannter Marken wurde im Vorfeld durchaus gebangt: Wie würden die regionalen Autohäuser und die Kunden den Neustart der Auerbacher Traditionsveranstaltung annehmen? Das Fazit von Samstagabend: Auerbachs Autofrühling hat auch zur 20. Auflage nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Der vom Stadtmarketingverein "Wir in Auerbach" (Wia) und Stadtverwaltung aufs Innenstadt-Pflaster gestellte Auftakt in Auerbachs Veranstaltungssaison bleibt ein Besuchermagnet.

24 regionale Autohäuser stellten an die 100 Modelle aus. Während für die auf Hochglanz polierten Pkw der Neumarkt samt Nebenstraßen die Bühne bot, war das für die Models der zum Laufsteg umfunktionierte Neumarktbrunnen. Beides - Modenschau und Autos - waren umlagert. Davon wiederum profitierten die umliegenden Geschäfte, von denen viele länger öffneten. "Genau diesen Impuls für den Einzelhandel und für eine lebendige Innenstadt wollen wir mit dem Auerbacher Autofrühling setzen", sagte Wia-Vorsitzender Jens Scharff, erfreut über den großen Zuspruch.

Auch die regionalen Autohäuser möchten auf diese Veranstaltung nicht verzichten, wie Markus Möckel betont: "Der Auerbacher Autofrühling ist sowas wie das lokale Schaufenster für unserer Branche. Prima, dass er wieder stattfinden kann", freute sich der Geschäftsführer des gleichnamigen FCA-Autohauses in Rodewisch. Ähnlich sah es David Hoffmann, im VW-Autohaus Meinhold in Auerbach-Rebesgrün für Marketing zuständig: "Beim Autofrühling informieren sich Kunden in einer lockerer Atmosphäre, setzen sich zwanglos in ein neues Modell. Und etliche Gespräche münden auch in einem Termin bei uns im Autohaus."

Spätestens dort erfahren die potenziellen Käufer von langen Lieferzeiten, die den Automarkt derzeit prägen. "Das reicht von akzeptablen drei, vier Monaten für ein Modell in der Kompaktklasse bis zu anderthalb Jahren", berichtet Michael Renz: Wer jetzt einen Transporter bestelle, müsse sich darauf einrichten, dass er den erst 2023 in Empfang nehmen könne, sagt der Geschäftsführer des Citroën-Autohauses am Auerbacher Fröbelplatz. Eine beispielsweise fürs Handwerk schwierige Situation bestätigt Markus Möckel: "Bei Fiat kommt hinzu, dass die Transporter als Basis für Wohnmobile gefragt sind." Weil dieser Markt infolge Corona gerade boome, habe er für die Hersteller offenbar Vorrang. Selbst der Markt für Gebrauchtfahrzeuge sei wie leer gefegt.

Auch das eine Folge der Lieferprobleme bei Neufahrzeugen. Machten die Hersteller dafür zunächst fehlende Halbleiter verantwortlich, kommen seit dem Krieg in der Ukraine Probleme mit Zulieferern hinzu. Neben Kabelbäumen fehlt es auch an Blechen oder Aluminium. Dazu steigen die Preise auf breiter Front - nicht nur fürs Öl.

Dass die daraus gewonnen Kraftstoffe teuer sind und wohl bleiben werden, lasse Kunden über E-Mobilität nachdenken, sagt Anja Strobel-Schaller vom Mitsubishi-Autohaus in Auerbach-Rebesgrün. "Hybrid-Fahrzeuge, die beide Antriebsarten vereinen, sind für viele eine Art Brückentechnologie." Die Kunden seien aufgeschlossen, auch hinsichtlich der Lieferzeiten, meint Strobel-Schaller lachend: "Unsere Autos kommen aus Japan. Wer sich dafür entscheidet, kalkuliert den längeren Transportweg von vornherein ein."

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