Schneckenplage; Die Tipps der Gärtner

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Wenn vom Salat oder den Stiefmütterchen früh bloß noch Gerippe im Boden stehen, kann das eine Gärtnerseele zur Weißglut bringen. Bei den Strategien, der schleimigen Plage Herr zu werden, gehen die Meinungen jedoch weit auseinander.

Reichenbach.

Sie kriechen ganz langsam vor sich hin, kommen nur bei Regen oder feuchter Luft aus ihren Verstecken, hinterlassen Schleimspuren und können in einer Nacht ganze Gemüse- und Blumenbeete übel zurichten - Schnecken sind des Gärtners Feind Nummer 1, erst recht in diesem Sommer. Nach drei relativ trockenen Jahren hatten die Gärtner das Thema Schnecken fast vollständig verdrängt, doch jetzt, nach regenreichen Sommertagen, reden viele Blumen- und Gemüsebeetbesitzer von einer regelrechten Schneckenplage. Doch ist wirklich jede Schnecke ein Feind des Gärtners? "Eindeutig nein", sagt dazu Nicole Kawalek.

Die junge Frau aus Lengenfeld ist gelernte Gärtnerin. Seit anderthalb Monaten bewirtschaftet sie einen Garten in der Kleingartenanlage Ost. Schnecken zu töten, käme ihr niemals in den Sinn. Außerdem plädiert sie dafür, genau hinzuschauen, mit welcher Art von Schnecken man es zu tun hat. Wirklich gefräßig seien nur die Spanischen Wegschnecken, eine eingewanderte Art, welche die einheimischen Roten Schnecken verdrängt habe. "Die Schnecken mit dem Häuschen drauf sind völlig harmlos. Sie ernähren sich von Flechten und Moosen." Dann gebe es noch die Tigerschnegel. Die sehen graubraun aus mit schwarzen Punkten oder Streifen: "Tigerschnegel sind für den Gärtner sehr nützlich. Sie fressen die Eier der Spanischen Wegschnecke", sagt Nicole Kawalek. Damit ist auch erklärt, warum die junge Gärtnerin kein Schneckenkorn streut: "Damit töte ich auch die harmlosen und die nützlichen Schnecken."

Stattdessen setzt die junge Frau auf allerlei Tricks, um Schnecken von ihren Beeten fernzuhalten: "Am : Tipps der sten sind immer noch Laufenten. Sie fressen Schnecken und deren Eier". Dort, wo der Einsatz der natürlichen Feinde nicht möglich ist, rät Nicole Kawalek dazu: "Man streut einen fünf Zentimeter breiten Streifen aus Sägespänen um die Beete. Diesen überwinden die Schnecken nur sehr ungern." Möglichkeit Nummer zwei: "Ich lege Bretter auf die Beete. Darunter verstecken sich die Schnecken. Dann kann ich sie absammeln und in der Natur wieder aussetzen." Oder Tipp Nummer drei: "Lockpflanzen setzen. Tagetes eignen sich dafür besonders." So könne man Salat vor Verlusten schützen.

Ein geeignetes Vergrämungsmittel sei auch Kaffeesatz, der darüber hinaus auch als Dünger fungiert. Ein Absammeln der Tiere mache erst 22 Uhr Sinn, dann seien die meisten Schnecken unterwegs: "Zugegeben, das macht alles ein bisschen Arbeit. Man muss sich eben Zeit nehmen", sagt die Gärtnersfrau.

Anja Weigel, die ein paar Gärten weiter Gemüse und Blumen hegt und pflegt, hat mit den gefräßigen Mitbewohnern weniger Mitleid. Sie ist auch gegen Schneckenkorn, sagt aber: "Ich sammle ab, schmeiße die Schnecken in einen gefüllten Wassereimer und dann auf den Kompost." Im Kleingartenverein Isolde in Reichenbach kämpft Vorsitzende Evelyne Wohlrab gegen ganze Bataillone von Schnecken. "Wenn man durchs Gras läuft, muss man aufpassen, dass man nicht darauf ausrutscht", sagt sie. Es mache fast keinen Sinn mehr, Pflanzen in den Boden zu setzen: "Alles ist über Nacht weggefressen, egal ob Stiefmütterchen oder Margeriten. Früh stehen bloß noch die Stängel im Beet", ist die Gärtnerin verärgert. Sie greift deshalb zu Schneckenkorn. "Wenn man früh die vielen toten Schnecken sieht, weiß man erst, wie viele tatsächlich sind", sagt sie.

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