Radon-Problem schlägt hohe Wellen

Die hohe Belastung im Kellergeschoss der Grundschule von Bad Elster alarmiert Eltern. Doch es gibt es einen weiteren Grund für Ärger.

Bad Elster.

Die Thematisierung des Radon-Problems in der "Freien Presse" mit Veröffentlichung von besorgniserregend hohen Messwerten in der Grundschule hat Bad Elster kalt erwischt. Das wurde zur Stadtratssitzung am Mittwochabend deutlich. Weder Elternvertreter noch Stadträte waren durch Bürgermeister Olaf Schlott (Unabhängige Bürgerschaft) informiert worden, dass der Messwert im Bereich der Essensausgabe den seit Jahresbeginn geltenden Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft um das Vierfache überschreitet. Die Daten lagen seit Februar vor. Entsprechend hagelte es Kritik. Allerdings waren die Stadträte sichtlich bemüht, das Thema auf einer sachlichen Ebene zu halten - die Wellen, die das Problem unter Eltern geschlagen habe, seien in den vergangenen Tagen hoch gewesen.

Bürgermeister Olaf Schlott räumte den Fehler der versäumten Information ein. "Die Kritik ist berechtigt, das nehme ich mir an", sagte er. Das Thema Radon sei eine "neue Herausforderung", der man sich stellen werde. Er kündigte für Mai eine Informationsveranstaltung an, bei der Verantwortliche von Grundschule und Evangelischer Schule, die das Gebäude seit diesem Schuljahr ebenfalls nutzt, substanziell informiert werden. Bei einer Begehung soll zunächst nach der Ursache geforscht werden. Zudem werde als Sofortmaßnahme intensiver gelüftet. Die Eltern wurden mit einem Infoblatt auf den Stand der Dinge gebracht. Schlott betonte, dass Bad Elster durch die freiwillige Teilnahme an dem betreffenden Messprogramm einen Vorsprung gegenüber anderen Kommunen habe.


Die Ratssitzung wurde auch von Elternvertretern der beiden Schulen verfolgt. Antworten erwarten auch Vertreter der Evangelischen Schule. Ihr Klassenzimmer befindet sich im Untergeschoss, wo die hohen Radon-Werte gemessen wurden. Das Edelgas ist die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

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