Generationswechsel beim Verein der Freunde Plauens

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Das Projekt, das sich die heimatverbundenen Macher als nächstes vornehmen wollen, hat scharfe Krallen. Warum ihnen das ganz und gar keine Angst macht.

Plauen. "Das Gelände hier wäre schon längst ein Urwald, wenn wir uns nicht darum gekümmert hätten", sagt Ulrich Franke selbstbewusst über den Friedhof II am Plauener Preißelpöhl. Das Areal wird seit gut zehn Jahren sukzessive zum Arboretum, einen Baumpark, umgestaltet. Federführend dabei ist der Verein der Freunde Plauens, dessen neuer Vorsitzender Franke ist. Mit seiner und der Wahl der weiteren Vorstandsmitglieder hat ein Generationswechsel stattgefunden. Unter den 55 Mitgliedern sind nur noch sechs, die den Verein im Oktober 1990 einst mitgründeten.

Verhältnismäßig kurz dabei, nämlich seit rund fünf Jahren, ist Simona Jungmann. "Ich bewundere die unglaubliche Zähigkeit, das unbedingte Dranbleiben an Projekten, das dicke Bretter bohren", sagt die Diplom-Historikerin und Freie Trauerrednerin. Doch wollen könne man viel, das Machen sei dann aber oft nur möglich, wenn genügend Geld zur Verfügung steht, da sind sich die Plauen-Freunde einig. Und deshalb treiben sie konsequent Spenden ein. Allein in den vergangenen acht Jahren seien rund 110.000 Euro von Firmen oder Privatpersonen geflossen, hat Jungmann recherchiert. Eine fast noch einmal so hohe Summe stammte in diesem Zeitraum von Stiftungen, dem Vogtlandkreis oder der Stadt Plauen. Einer, der bereits viele Tausende Euro an den Verein gespendet hat, ist Heinrich "Heini" Maier (87). Der gebürtige Erzgebirger war in den 1950er- Jahren der Liebe wegen nach Plauen gezogen. Seit dem Tod seiner Frau Elisabeth stellt der frühere Rundfunk- und Fernsehverkäufer dem Verein immer wieder zweckgebunden Geld zur Verfügung - zuletzt für eine Sitzbank im Rosengarten des Arboretums. Er wolle das auch weiterhin tun, versichert Maier.

Wie der neue Vereins-Vizechef Andreas Stephan sagt, könne durch derartige Zuwendungen genau jene historische Bausubstanz erhalten werden, die sonst eventuell etwas stiefmütterlich behandelt wird, weil sie einfach niemand auf dem Schirm habe.

Ein Beispiel dafür sei die geplante Sanierung der sogenannten Drachengrotte im Plauener Stadtpark. "Momentan sieht es dort sehr unattraktiv aus", so Stephan über das seiner Ansicht nach bedeutende, bronzene Gartendenkmal vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts. "Mit einem recht kleinen Budget könnte man da wahrlich einiges erreichen", ist der Geschäftsführer der Plauener Maler GmbH überzeugt. Auch im Falle des langkralligen Reptilien-Projektes habe am Anfang eine Utopie gestanden. Das sei schon immer so gewesen, zum Beispiel auch bei der inzwischen erfolgten Sanierung des Kemmlerturms oder bei der Stadtpark-Fontäne. Dass diese jedoch aus technischen Gründen derzeit nicht sprudelt, ist eine andere Sache. "Auch die Erhaltung und Nutzung des Weisbachschen Hauses hatten wir ursprünglich angeregt", so Schriftführer Frank Beer. Er und seine Vereinsfreunde freuen sich besonders darüber, dass dem stilisierten "P" des Leuchtschriftzugs "Plauener Spitze" an dem uralten Manufakturgebäude in der Elsteraue künftig ein Platz zugedacht ist. "Wir leisten für die Restaurierung des Buchstaben eine Anschubfinanzierung von 3500 Euro", stellt Vereins-Vize Stephan in Aussicht. Er hat noch viele Ideen im Kopf. Eine Hausmeisterwohnung am ehemaligen Friedhofsgebäude im einzigen Baumpark Deutschlands auf einem früheren Gottesacker gehört dazu.

Jeden zweiten Dienstag im Monat ist innerhalb des Vereins Stammtischzeit. Wer bei den Freunden Plauens mitmachen will, ist dort herzlich willkommen. Details und Kontaktdaten gibt es im Internet unter:

www.freunde-plauens.de

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