Mehrere Spontan-Demos im Vogtland

In mehreren Orten im Vogtland hat es am Montagabend spontane Ansammlungen von Menschen gegeben, darunter in Plauen, Reichenbach, Markneukirchen und Klingenthal.

Plauen.

In Plauen versammelten sich gegen 19 Uhr zunächst etwa 80 Personen am Wendedenkmal, sagte ein Sprecher des Lagezentrums der Polizei. Weitere Teilnehmer schlossen sich an. Die Polizei schätzt, dass bis zu 150 Personen zusammenkamen. Offizielle Wortmeldungen gab es nicht, einen Versammlungsleiter konnte die Polizei nicht ausmachen.

Einige Teilnehmer stellten am Wendedenkmal Kerzen auf. Auch zwei Plakate wurden dort hinterlassen.

Die Menschengruppe machte sich schließlich auf zu einem Rundgang durch die Stadt, der zum Altmarkt führte. Mehrfach klatschten die Teilnehmer. Einige der Teilnehmer stimmten auf dem Altmarkt einen kurzen Auszug der deutschen Nationalhymne an, offizielle Wortmeldungen gab es auch dort nicht. Die Versammlung löste sich gegen 20 Uhr wieder auf.

In Klingenthal kamen nach Schätzungen der Polizei etwa 45 Personen zusammen, für Markneukirchen gibt es keine Angaben. Ein Bürger hatte die Polizei dort über die Zusammenkunft informiert.

Auf und am Reichenbacher Marktplatz versammelten sich am Montag gegen 19 Uhr rund 70 Bürger. Sie standen meist in Grüppchen von drei bis fünf Leuten beisammen. Viele hatten nach den Regengüssen des Nachmittags Regenschirme dabei. Es handele sich um einen "stillen Protest gegen die Willkür in Coronazeiten", sagte ein Teilnehmer. Auch in Reichenbach ergriff niemand offiziell das Wort.

Die Versammlungsbehörde des Landratsamtes war bei den Versammlungen in Plauen und Reichenbach nicht anwesend. Behördensprecher Uwe Heinl hatte am späten Nachmittag auf "Freie Presse"-Anfrage erklärt, dass keine Versammlungsanzeigen vorlägen. Es bestehe die Möglichkeit spontaner Zusammenkünfte. Nach Polizeiangaben gab es keine Zwischenfälle. (gb/nd)

2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Hinterfragt
    06.05.2020

    Man vergisst wohl auf Seiten der Politik, dass das Verlassen der Wohnung "nur aus wichtigem Grund" aufgehoben wurde ...

    Und für die Kritiker des Wiederanfahrens, es wird sicherlich NIEMAND gezwungen werden, zum Friseur, ins Restaurant, Museum, Theater, Kino, ... zu gehen.
    Wir sind in der Regel alle schon groß und mündige Bürger, die das für sich jeweils selbst entscheiden können ...

  • 4
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    Cleaner1955
    06.05.2020

    Die Darstellung in den Printmedien, dass es eine Demo war, ist wieder einmal völlig falsch! Es kommt immer auf den Standpunkt an, habe ich in Staatsbürgerkunde gelernt!
    Menschen aus unterschiedlichsten Schichte und Gruppen haben sich zu einem Spaziergang getroffen, nicht zu einer Demo.
    Dazu braucht es weder Mundschutz noch einen "Versammlungsleiter"!
    Der Mindestabstand wurde gewahrt und wo ist hier sonst ein Problem, außer das dies von vornherein spontan war und keiner aus den Ämtern damit rechnete?
    Ist dieser Spaziergang nicht auch ein Protest der Bürger zu den ungelösten Problemen der Politik und dem Alleinlassen der Bürger in dieser, für alle, schwere Zeit?
    Actio gleich Reactio, nur verstehen es die Politiker nicht, dass ihre Politik völlig am Bürger vorbei geht!
    Ich habe wieder ein Lächeln und Stolz in den Gesichtern der Spaziergänger gesehen, wie es vielen Menschen seit 1989 abhanden gekommen ist!
    Auch diese Spaziergänge gehören zur freien Meinungsäußerung, die im Grundgesetz fest geschrieben ist und bedarf wohl keiner "Genehmigung" restriktiver Behörden!!!
    Ich hoffe und wünsche das viel mehr Leute wieder Mut zur freien Meinungsäußerung beweisen und endlich den Politikern ihren eigentlichen Wahlauftrag bewußt machen!

    Michael Kober Plauen