Nur die Füße stehen noch: Moosmaa zersägt

In der Nacht zum Sonntag haben Unbekannte eine lebensgroße Holzfigur an der Talsperre Pöhl zerstört. Jetzt ermittelt die Polizei zu den Vandalen.

Neudörfel.

Der Holzmann liegt auf dem Rücken im Schneematsch. Der Stock in seiner Hand: abgeschnitten. Die Füße auf dem runden Betonsockel: abgesägt. Das Dach: wie ein Stück Sperrholz gleich daneben. Thomas Hergert, Besitzer der Figur, die an der Pöhl jeder kennt, ist fassungslos: "Ich verstehe so was nicht", sagte er im Angesicht der kaputten Figur, die er vor vier Jahren am Lokal aufgestellt hat, das so heißt wie der Holzmann: Moosmaa.

Eine Wutwelle schwappt durch Facebook: Nutzer zeigen sich beim Anblick der Fotos schwer empört. In der Nacht zum Sonntag, zwischen 17.30 und 11 Uhr, haben nach Polizeiangaben unbekannte Täter versucht, den Moosmaa zu stehlen. Doch vermutlich war die Figur zu schwer, so die Polizei weiter.


"Die Täter sind wohl gestört worden", mutmaßt dagegen Hergert. Denn der Holzmann weise auch Spuren in der Mitte des Körpers auf. Wie von einer Kettensäge. "Das muss ein großes Gerät gewesen sein", schätzt der 52-Jährige, der zum Jahreswechsel den Betrieb der Gaststätte aufgegeben hat. Gehört habe im nahen Dorf aber niemand etwas, als die Unbekannten der etwa 2,10 Meter hohen und rund 200 Kilo schweren Kultfigur zu Leibe rückten. "Hier wusste einer, was er tut", ist sich Hergert sicher. Warum allerdings, das fragt er sich auch. "Der Moosmaa eignet sich nicht als Brennholz", erklärt er. Die Holzwolle an der Figur sei gefärbt und geklebt. Eigentlich, so Hergert, sollte die stattliche Verkörperung des Symbols vogtländischer Weihnacht, das auf eine Sage zurückgeht, demnächst verkauft werden. "Das ärgert mich am meisten", so der 52-Jährige. "Es ist so, als ob jemand den Weihnachtsmann zerschneidet."

Moosmänner in dieser Größenordnung, wie sie der Schnitzzirkel Beerheide angefertigt hat, gibt es im Vogtland nur etwa eine Handvoll, weiß Zirkel-Leiter Jörg Ungethüm. "Eine riesengroße Sauerei", sagt er zu der zersägten Figur, die der Zirkel 2005 hergestellt hat. "Da steckt sehr viel Zeit und Material drin." Es sei schwierig, ein so zerstörtes Exemplar zu reparieren, dessen Wert er auf über 1000 Euro schätzt.

Der Sachschaden beträgt laut Polizei 1400 Euro. Um den- oder diejenigen zu fassen, die seinen Moosmaa kaputtgemacht haben, setzt Hergert eine Belohnung aus: 500 Euro. Die Polizei bittet um Hinweise unter Telefon 03741 140.

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