Pöhl schließt, Kriebstein baut um: Kletterwäldern in Sachsen brechen die Bäume weg

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Mitten in der Sommersaison schließen Kletterwälder oder bauen um. Einige denken aufgrund der Dürre bereits über Kletteralternativen nach.

Ausgetrocknet und morsch waren die Fichten zum Schluss. Das Fehlen des Regens hatte die Bäume im Kletterwald Pöhl im Vogtland geschwächt. Schließlich konnten sie die Last der Stahlseile, Netze und Plattformen nicht mehr tragen. Drei brachen bei laufendem Betrieb einfach ab. "Zum Glück ist nichts passiert. Wir haben jetzt geschlossen und bauen um. Der Kletterwald in seiner bisherigen Form wird verschwinden", so Inhaber Jörg Böhm.

"Zuerst kam der Borkenkäfer. Wir mussten die Baumkronen wegnehmen, konnten aber mit den Stümpfen die Anlage weiterbetreiben." Doch die Trockenheit war zu stark. Neun Parcours stehen in der Sommer-Hauptsaison nicht mehr zur Verfügung. "Wir hoffen, dass wir in den Herbstferien wieder öffnen können. Dann mit geändertem Angebot." Rund 16.000 Gäste zählt die Einrichtung jährlich, die 2004 eröffnet wurde.

Inzwischen teilt der Betreiber mit, dass die ersten umgebauten Familien-Parcours ab Mittwoch, 17. August, wieder zur Verfügung stehen werden. Die Parcours "Stausee" und "Eichen" sind nutzbar für Gäste ab 13 Jahren. Nach und nach sollen weitere freigegeben werden.

Das Angebot der Kletterwälder aufrechtzuerhalten, werde immer herausfordernder, erläutert Alexander Persigehl. Er betreibt den Kletterwald Kriebstein (Mittelsachsen). "Bäume sind unser Kapital, und die trockenen, heißen Sommer sind schlecht für den Wald. Die Branche hat überall dieselben Probleme und grübelt über Alternativen." Die gestressten Bäume könnten dem Borkenkäfer oft nichts entgegensetzen. "Vor zwei Jahren hatten wir einen starken Befall und mussten komplett umbauen", sagt Persigehl.

Aktuell habe das 1,5 Hektar große Areal an der Talsperre Kriebstein mit sechs Parcours und über 100Kletterelementen geöffnet. "Wir beobachten ständig. Sterben Bäume ab, nehmen wir sie aus dem Parcours." Denn das Besucherinteresse ist da. In den Corona-Jahren habe die Einrichtung eher zu den Gewinnern gehört. "Viele Auslandsreisen fielen weg." Auch bei der wirtschaftlich angespannten Lage könnten sich künftig viele für einen Urlaub in Deutschland entscheiden, vermutet Persigehl. Bis zu 18.000 Gäste zählt der Park pro Jahr.

Neben Trockenheit und Borkenkäfer zählen Stürme zu den Problemen, erklärt Thomas Risz, Leiter des Kletterwaldes Dresdner Heide. "Außerdem müssen wir die Waldbrandstufe im Blick behalten." Bei Stufe 5 als der höchsten Gefährdung dürfen Wälder nicht mehr betreten werden. "Auf unserer Internetseite informieren wir aktuell."

"Wir mussten einzelne Fichtenstämme entfernen, die wir schon vor zwei Jahren wegen Borkenkäfer-Befall gekürzt haben", so Risz. Von acht Parcours sind sechs geblieben. Durch Bewässerung versuche der Park, die verbleibenden Bäume zu schützen. "Die Zukunft der Kletterwälder könnte womöglich eine Kombination sein, zwischen künstlichen Masten und Bäumen, die noch intakt sind", schätzt Risz.

Ohnehin sei der Klettersport in Sachsen durch die Witterung stark eingeschränkt, sagte Lutz Zybell vom Landesverband des Deutschen Alpenvereins. "Kletterwälder trainieren eher die Geschicklichkeit und gelten als Freizeitspaß. Professionellere Kletterer nutzen Felsen oder Hallen", erklärt er den Unterschied. Die hohen Temperaturen, Brände und teils gesperrte Wälder und Felsen bereiten dem Sport Probleme. "Und manche Kletterfelsen sind schlecht erreichbar, weil abgestorbene Fichtenwälder und Totholz den Weg versperren."

Davon unabhängig sei Klettern eine Trendsportart. Auch der Deutsche Alpenverein als Bergsportverband verzeichne gestiegene Mitgliederzahlen. 30.000 Mitglieder zählt der Verband in Sachsen - deutschlandweit sind es 1,4 Millionen. (dpa)

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