Polizei beendet Plakat-Aktion am Plauener Rathaus

Plauen.

Erneut haben in Plauen mehrere Personen in gelben Warnwesten in der Innenstadt demonstriert. Etwa 30 Teilnehmer zogen am Samstag gegen 13 Uhr vom Kino Capitol an der Bahnhofstraße zum Rathaus. Am Alten Rathaus brachten sie ein Transparent mit der Aufschrift "Nein zum UN-Migrationspakt" an. Nach Aufforderung der Polizei musste das Transparent entfernt werden. Wie der verantwortliche Polizeiführer des Lagezentrums in Zwickau sagte, sei die Versammlung nicht angemeldet, sondern als spontan deklariert worden. Hinsichtlich der Spontanität gebe es jedoch Zweifel, da die Demonstration bereits vor mehreren Tagen bei Facebook angekündigt worden war. Wer dahinter steckt, ist unklar. Laut Polizei konnte kein Versammlungsleiter ausfindig gemacht werden. Der Fall soll am Montag der Versammlungsbehörde übergeben werden.

Bereits vor einer Woche waren Personen in gelben Westen durch die Plauener Innenstadt gezogen. Beobachtern zufolge waren die ein Dutzend Teilnehmer der rechtsextremistischen Partei Der Dritte Weg zuzuordnen. Auch am heutigen Samstag waren Funktionäre der vom Verfassungsschutz beobachteten Partei vertreten, darunter Tony Gentsch, Führungskader des Dritten Weges im Vogtland.

Ebenso vertreten war Michael Oheim, Mitbegründer der asylkritischen "Wir sind Deutschland"-Kundgebungen in Plauen von Ende 2015 bis Anfang 2016. Oheim hatte im Vorfeld der heutigen Gelbwesten-Aktion erklärt, nicht der Veranstalter zu sein und auch keiner Partei anzugehören. Vor einer Woche war ein erster Versuch von ihm, die sogenannten Gelbwesten-Proteste aus Frankreich und Belgien nach Plauen zu tragen, mangels Mitläufern gescheitert. Diesmal schloss er sich dem Demonstrationszug an, an dem auch der Dritte Weg beteiligt war. Gegen 13.40 Uhr war die Aktion beendet.

In Frankreich protestierten zuletzt Zehntausende in Warnwesten gegen Reformpläne der Regierung Macron. Ausgangspunkt waren Steuererhöhungen für Benzin und Diesel. Im Zuge der Proteste kam es zu Straßenblockaden, Ausschreitungen und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Dabei gab es zwei Tote und mehrere hundert Verletzte. (nd/us)
 

Bewertung des Artikels: Ø 3.5 Sterne bei 2 Bewertungen
7Kommentare
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  • 5
    2
    Einspruch
    09.12.2018

    Humanitäre Hilfe dürfte mit dem Pakt am wenigsten erreicht werden.

  • 3
    9
    kgruenler
    09.12.2018

    @1371270:

    Natürlich sind diese nationalkonservativen rückwärtsgerichteten Länder wie Österreich, Ungarn, Polen etc. pp. "Menschenhasser"! Wer sich gegen humanitäre Hilfe entscheidet, ist Menschenfeind. Wer das nicht nachvollziehen kann, ist nicht besser!

  • 6
    5
    Tauchsieder
    09.12.2018

    - Wer lesen kann ist auch hier wieder klar im Vorteil... -, da hat wohl der "rote Pirat" selbst nur das Pamphlet überflogen.
    Bei 50` zig Mal habe ich aufgehört zu zählen. Dabei habe ich nur folgende Worte gezählt: ... wir verpflichten uns, .... Verpflichtungen, ... verpflichten usw. Wahrscheinlich hat er dies beim Überfliegen geflissentlich überlesen.

  • 4
    4
    Einspruch
    09.12.2018

    Der Pakt wird vor allem von Leuten und Regierungen begrüßt, die nicht Willens oder in der Lage sind, zwischen den Zeilen zu lesen.
    Eigentlich nur ein Eingeständnis für bis jetzt nicht gelungene Umsetzung von geltendem Recht.

  • 7
    5
    1371270
    09.12.2018

    @kgruenler
    Da sind also alle Länder (und das sind nicht wenige, z.B. Österreich) Ihrer Meinung nach "Menschenhasser" oder können nicht lesen?

  • 8
    7
    kgruenler
    09.12.2018

    Einfach mal den Vertragstext durchlesen und dann urteilen: http://www.un.org/depts/german/migration/A.CONF.231.3.pdf

    Danach kann man nur noch lachen über die diese Aktion, denn der Pakt soll genau die Forderungen dieser Menschenhasser vom 3. Weg und Wir sind Deutschland und anderer Nazigruppierungen im weitesten Sinne umsetzen. Dass die dann selber die Abschaffung fordern, zeigt, dass die doch nur auf die "Informationen" der Zeitung mit den vier großen Buchstaben und Facebook zurückgreifen und sich nicht wirklich informieren, sonst wären die sogar Fan dieses Paktes.

    Wer lesen kann ist auch hier wieder klar im Vorteil...

  • 0
    12
    aussaugerges
    09.12.2018

    Auch so eine Nacht und Nebel Pakt.



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