Schlussrechnung für neues Landratsamt vorgelegt

Plauen.

Die Baukosten für das zentrale Landratsamt des Vogtlandkreises in Plauen haben nahezu exakt 50 Millionen Euro betragen. Genau 3442 Euro liegt die bestätigte Schlussrechnung unter der achtstelligen Zahl. Das geht aus einer Mitteilung der Kreisverwaltung hervor. Vor 21 Monaten - im Dezember 2016 - war sie nach mehrfachen Verzögerungen und Kostensteigerungen in das an- und umgebaute ehemalige Kaufhaus in der Plauener Innenstadt eingezogen. Erste belastbare Kostenberechnungen waren ursprünglich von 35,6 Millionen Euro (ohne Parkhausbau) ausgegangen. 

In der jetzt genannten Summe enthalten ist der Bau eines Parkhauses für rund 3,4 Millionen Euro. Entgegen ursprünglicher Pläne konnte dafür kein privater Investor und Betreiber gebunden werden. Zudem entstanden weitere Mehrkosten durch Verzögerung der geplanten Bauzeit, Probleme im Bauablauf, die Insolvenzen von zwei beauftragten Baufirmen und falsche Planansätze, heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes. Ein vom Planer angesetzter Sicherheitszuschlag von drei Prozent habe sich als "völlig unrealistisch" erwiesen. Der Hauptgrund für die mehrfach nach oben korrigierten Kosten habe "eindeutig bei unrealistischen Kostenansätzen oder Kostenwünschen" gelegen. Verantwortliche dafür werden in der Mitteilung nicht genannt. Stattdessen heißt es: "Die Baukosten liegen laut statistischer Erhebung des Baukostenindex 2014 im unteren Drittel vergleichbarer Neubauprojekte."

36 der insgesamt 60 ausgeschriebenen Aufträge seien an vogtländische Firmen gegangen. Ihr Anteil an den rund 37 Millionen Euro reinen Bauleistungen lag bei über 75 Prozent. Die Schlussrechnung war am Montagabend Gegenstand einer nichtöffentlichen Beratung des kreislichen Bau- und Vergabeausschusses gewesen. (us)

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2Kommentare
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  • 3
    1
    Zeitungss
    03.10.2018

    @Tauchsieder: Verstehen im LRA kann man das natürlich nicht, das nicht ein einziger Engebetter, deren Versorgung ist bekanntlich steuerpflichig abgesichert, eine Meinung fürs Volk übrig hat. Die Schlußrechnung geht an die Steuerzahler, oder hat jemand eine andere Variante ???
    @Tauchsieder , Ihr Beitrag könnte nicht besser sein, nur im LRA kann es wirklich kein Mensch verstehen, an der Bildung wird es hoffentlich nicht liegen, oder hatte diese Generation auch schon Ausfallstunden, wie heute üblich?????

  • 3
    0
    Tauchsieder
    03.10.2018

    Ich wäre Bankrott, hätte Privatinsolvenz anmelden müssen, wenn mein Haus z.B. statt 300 000 € schlussendlich 500 000 € gekostet hätte.
    Im Gegensatz zum LRA hätte mir kein Steuertopf bereit gestanden indem ich mich bedienen konnte.
    Ein wirtschaftlicher Offenbarungseid, Unvermögen in höchster Potenz. Damit befindet man sich, zwar in etwas kleinerem Maßstab, aber in guter Gesellschaft mit dem Berliner Flughafen. der Elbphilharmonie etc., b.b. .
    Die nächsten Fettnäpfchen sind auch schon aufgestellt und das LRA nimmt diese ins Visier um auch keines zu verfehlen.



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