Medizinische Hilfsgüter werden in die Region des Ebola-Ausbruchs geflogen - doch noch fehlt es in vielen Orten an Material und Laborkapazitäten. (Archivbild)
Medizinische Hilfsgüter werden in die Region des Ebola-Ausbruchs geflogen - doch noch fehlt es in vielen Orten an Material und Laborkapazitäten. (Archivbild) Bild: Andrew Kasuku/AP/dpa
Wissenschaft
Bei der Ebola-Bekämpfung mangelt es an Laboren und Material

Freie Presse auf Google News folgen

Der Nachweis von Ebola-Infektionen in der ostkongolesischen Provinz Ituri bleibt kompliziert. Dem Gesundheitssystem dort mangelt es an fast allem. Was macht die Lage so schwierig?

Bunia/Tübingen.

Fehlende medizinische Ausstattung vor Ort erschwert die Bekämpfung des aktuellen Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo. Das fange schon beim Nachweis der Krankheit an, erklärt die deutsche Tropenärztin Gisela Schneider aus Tübingen, die die Region aus eigener Erfahrung kennt und für den kirchlichen Verein Difäm dort im Einsatz war. Kollegen vor Ort hätten ihr bestätigt, dass Proben von Verdachtsfällen weiterhin in die 1.700 Kilometer entfernte Hauptstadt Kinshasa geschickt werden müssten. Die Stadt selbst habe noch kein Labor, das die Tests vornehmen könne. Derzeit würden erst Laborkapazitäten aufgebaut. 

Zuletzt hatte die kongolesische Regierung rund 930 Verdachtsfälle und rund 220 Todesfälle gezählt.

Keine Schnelltests für Erreger des aktuellen Ausbruchs

Für den vorherrschenden seltenen Erregerstamm Bundibugyo gibt es zudem keinen Schnelltest. "Menschen, die bestimmte Symptome haben wie schweres Krankheitsgefühl, hohes Fieber, Erbrechen, Durchfall, müssen behandelt werden, als ob sie Ebola hätten", so Schneider. "Sie werden gleichzeitig aber auch auf Malaria behandelt und andere Infektionskrankheiten. Bis die Diagnose gestellt ist, müssen die Patienten mehrgleisig behandelt und vor allem isoliert werden."

Aufbau von Triage-Centern läuft - Material fehlt

Derzeit würden Triage-Center aufgebaut, um Ebola-Verdachtsfälle in Kliniken so frühzeitig wie möglich von anderen Patienten zu trennen, sagte Schneider. Mitarbeiter in Schutzkleidung würden daher am Eingang die Temperatur messen und Fragen stellen, um zu entscheiden, ob Patienten in die reguläre klinische Versorgung oder in den isolierten Bereich für Ebola-Verdachtsfälle kommen. Noch aber fehle es an Material, um die Schutzvorkehrungen in den Gesundheitszentren zu sichern. "Und deshalb kommt es im Moment auch noch zu vielen Infektionen, auch unter Gesundheitsmitarbeitenden."

Gefährliche Wege in die Region

Hinzu kommt: Es sei schwierig, Hilfsmaterial nach Ituri zu bringen, so Josue Ibulungu, Landesdirektor der Diakonie Katastrophenhilfe. Der Flughafen in Bunia, der größten Stadt in Ituri, ist geschlossen. Auf der Straße dauert die Fahrt drei Tage und führt durch Rebellengebiete. Früher seien Gefahren vermieden worden, indem Helfer über Ruanda und Uganda nach Ituri fuhren. Das ist nun nicht mehr möglich: Ruanda hat die Grenze zum Nachbarland geschlossen. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
18:47 Uhr
2 min.
Deutscher Filmpreis: Senta Berger ist nach OP zurück
Deutscher Filmpreis: Senta Berger ist nach OP zurück - Senta Berger und Sohn Simon Verhoeven zusammen auf dem roten Teppich.
Anfang des Jahres wurde die Schauspielerin wegen eines komplizierten Bruchs des Oberschenkels operiert. Beim Deutschen Filmpreis in Berlin zeigt sie sich an der Seite ihres Sohnes Simon Verhoeven.
28.05.2026
3 min.
Das ist die meistgestellte Frage der Kunden der Oederaner Bäckerei Möbius
Das ist die meistgestellte Frage der Kunden der Oederaner Bäckerei Möbius - Mandy Kiesewalter und Markus Grimm zeigen Überraschungstüten, wie sie auch in der Filiale der Bäckerei Möbius an der Kesselgasse in Freiberg angeboten werden.
Wo landen die nicht verkauften Waren des Bäckereibetriebs? Darauf gibt es viele Antworten. Eine Variante ist jetzt entfallen. Dafür soll eine Idee in einem Freiberger Geschäft umgesetzt werden.
Jan Leißner
18:47 Uhr
7 min.
Jubel in Laos: Goldsucher nach zehn Tagen aus Höhle geborgen
Jubel in Laos: Goldsucher nach zehn Tagen aus Höhle geborgen - Große Erleichterung in Laos: Der erste der fünf Eingeschlossenen ist in Sicherheit.
Seit Tagen kämpfen Retter in Laos gegen Wasser und klaustrophobische Tunnel. Jetzt die erlösende Nachricht: Der erste Goldsucher wurde aus der engen Höhle befreit. Was macht die Bergung so schwierig?
Carola Frentzen, dpa
29.05.2026
5 min.
Angst, Verdrängung und Tradition erschweren Ebola-Bekämpfung
Angst, Verdrängung und Tradition erschweren Ebola-Bekämpfung - Für die Beisetzung verstorbener Ebola-Patienten bestehen strenge Sicherheitsregeln - nicht alle Angehörigen haben hierfür Verständnis. (Archivbild)
Ebola ist hochgefährlich - doch die Menschen im Gebiet des aktuellen Ausbruchs im Ostkongo scheuen manche Präventionsmaßnahmen mehr als die Krankheit. Andere glauben: Ebola gibt es gar nicht.
Eva Krafczyk, Christoph Driessen und Sammy Mupfuni, dpa
29.05.2026
2 min.
Tödlicher Badeunfall am Stausee Rabenstein: Großaufgebot an Einsatzkräften suchte zwei Stunden lang nach dem Opfer
Tödlicher Badeunfall am Stausee Rabenstein: Großaufgebot an Einsatzkräften suchte zwei Stunden lang nach dem Opfer - Bei einem Badeunfall am Stausee Rabenstein ist am Donnerstagabend ein Mann ertrunken.
Mit mehreren Booten, Drohnen und Spezialtauchern wurde am Donnerstagabend ein Mann gesucht, der 25 Meter vom Ufer entfernt untergegangen war. Er konnte nur noch tot geborgen werden. Mittlerweile steht seine Identität fest.
Benjamin Lummer
22.05.2026
5 min.
Ebola: Wettlauf gegen die Zeit - Kapazitäten problematisch
Ebola: Wettlauf gegen die Zeit - Kapazitäten problematisch - Experten sind alarmiert über die schnelle Ausbreitung und hohen Verdachtszahlen. (Archivbild)
Im Kampf gegen die Ausbreitung von Ebola im Kongo muss nun vieles schnell gehen. Erfahrung mit der Krankheit hat das Land reichlich. Doch die Kapazitäten sind ein Problem, sagt ein deutscher Helfer.
Eva Krafczyk, dpa
Mehr Artikel