Beim aktuellen Ausbruch steht eine seltene Variante im Fokus.
Beim aktuellen Ausbruch steht eine seltene Variante im Fokus. Bild: Jerome Delay/AP/dpa
Wissenschaft
Ebola im Kongo: 13 Fälle seltener Variante bestätigt

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Bei einem Ebola-Ausbruch in Zentralafrika weisen Labortests eine seltene Variante der tödlichen Fieberkrankheit auf. Für diese gibt es laut WHO keinen zugelassenen Impfstoff.

Kinshasa.

   Bei einem neuen Ausbruch des gefährlichen Ebola-Fiebers in der Demokratischen Republik Kongo sind 13 bestätigte Fälle der seltenen Bundibugyo-Variante nachgewiesen worden. Für den Bundibugyo-Stamm gibt es laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aktuell keinen zugelassenen Impfstoff. Bei früheren Ausbrüchen der lebensbedrohlichen Krankheit habe es sich hauptsächlich um den am häufigsten vorkommenden Zaire-Ebolavirus gehandelt, teilte die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC mit. 

Allerdings habe die Bundibugyo-Variante nach Angaben des US-amerikanischen Gesundheitsinstitutes NIH eine niedrigere Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent. Beim Zaire-Stamm liege diese bei bis zu 90 Prozent. 

Laut Africa CDC wurden bislang vier Tote in der Provinz Ituri bestätigt, die im Nordosten des Kongo an Uganda und den Südsudan grenzt. Im Nachbarland Uganda wurde ein Todesfall bestätigt, bei dem ebenfalls die Bundibugyo-Variante nachgewiesen wurde. 

17. Ebola-Ausbruch im Kongo

Insgesamt gibt es aktuell 336 Verdachtsfälle sowie 88 gemeldete Todesfälle in der Demokratischen Republik Kongo, wie Africa CDC mitteilte. Lokale Infektionen in Uganda wurden bislang nicht bestätigt. "Wir gehen allerdings davon aus, dass die Zahl der Verdachtsfälle deutlich höher liegt", sagte Africa CDC Direktor Jean Kaseya. Die Behörde stufe das Risiko für die Region als sehr hoch ein.

Es handelt sich um den insgesamt 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976. Nur zweimal zuvor habe es laut Africa CDC Ausbrüche der Bundibugyo-Variante gegeben: im Jahr 2007 in Uganda mit 37 Toten sowie 2012 im Kongo mit 29 Todesfällen.

Der aktuelle Ausbruch habe vermutlich in der dritten Aprilwoche begonnen, so Kaseya. "Wir untersuchen gerade, wo und wann genau er begann, um die Infektionskette zurückverfolgen zu können", sagte Kaseya. Erst mit Hilfe dieser Informationen könnten Experten das komplette Ausmaß des aktuellen Ausbruchs einschätzen. 

Die WHO hatte Anfang Mai erste Hinweise auf mögliche Fälle erhalten und Experten in das betroffene Gebiet geschickt. Für Sofortmaßnahmen stellt die WHO 500.000 US-Dollar (431.000 Euro) zur Verfügung.

Da sich der aktuelle Ausbruch in einer städtischen Grenzregion mit intensiven Bevölkerungsbewegungen befinde, äußerte sich die Africa CDC besorgt über das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus. Die Behörden verstärkten nach eigenen Angaben Grenzkontrollen, isolierten Kontaktpersonen und aktivierten Notfallteams in gefährdeten Regionen.

Lebensbedrohliche Infektionskrankheit

Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch der Zaire-Variante in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. 

In der Demokratischen Republik Kongo starben beim letzten Ebola-Ausbruch in der südwestlichen Provinz Kasaï 45 Menschen zwischen September und Dezember 2025. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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