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Was wir über den Sommer schon sagen können – und was nicht

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Hitzestress, Starkregen, Badewetter? Wie der Sommer 2026 wird, beschäftigt viele. Experten erwarten mehr Hitzetage – doch genaue Prognosen bleiben schwierig.

Berlin.

Heiß, heißer, am heißesten – oder doch eher viel Regen? Die Neugier darauf, wie der Sommer wird, ist groß. Wie immer müssen wir uns gedulden und überraschen lassen. Einiges lässt sich aber schon absehen. Ein Überblick zum Start in die heiß ersehnte Jahreszeit. 

Was wir über den Sommer schon sagen können:

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) geht mit leichter Tendenz von einem Sommer aus, der wärmer sein wird als der Durchschnitt der Sommer im Zeitraum von 1991 bis 2020. Amelie Hoff aus dem Klimavorhersage-Team des DWD sagte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: "Unsere aktuelle saisonale Klimavorhersage zeigt eine Wahrscheinlichkeit von rund 62 Prozent für mehr heiße Tage, also Tage mit einer Maximumtemperatur über 30 Grad, im Vergleich zum Durchschnitt von 1991 bis 2020." Dies bezieht sich auf den Zeitraum Juni bis August. Auch die Weltwetterorganisation (WMO) geht in ihren Modellierungen mit moderater Wahrscheinlichkeit von einem wärmeren Sommer aus.

Das ist wenig überraschend – denn durch den Klimawandel hat sich Deutschland bereits um rund 2,5 Grad erwärmt, deutlich stärker als im globalen Durchschnitt. Julian Krüger vom Max-Planck-Institut für Meteorologie erklärte: "Das europäische Sommerklima wird maßgeblich vom Klimawandel beeinflusst. Neben einer generellen Verschiebung in Richtung wärmerer Temperaturen erhöht der Klimawandel auch die Wahrscheinlichkeit für außergewöhnlich hohe Temperaturen bis hin zu Hitzeereignissen, die ohne den Klimawandel nicht möglich wären." Krüger hat gemeinsam mit anderen Forschern Hitzewellen in Europa aus den vergangenen 45 Jahren analysiert und festgestellt, dass die fünf intensivsten Hitzewellen alle in den vergangenen beiden Jahrzehnten lagen: in den Jahren 2010, 2014, 2018, 2021 und 2022.

Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung sagte zum aktuell verfügbaren Wasser im Boden: "Insgesamt ist in diesem Jahr die Situation so, dass in Deutschland der Boden in seiner Gesamtheit immer noch trockener ist als normal." In einigen Regionen habe sich die Situation in den vergangenen Wochen entspannt, etwa in NRW und im Thüringer Becken. Das sei besonders für die Landwirtschaft eine Entspannung, dort gehe man derzeit von stabilen Erträgen aus, erklärte Marx. Auch in Wald und Forst hätten sich die Pflanzen im Frühjahr gut entwickelt. Da nun in den meisten Bereichen genügend Wasser im Boden sei, gebe es ein geringeres Risiko für Wasserstress. Es gebe jedoch auch Regionen, etwa in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs, in denen es derzeit extrem trocken sei.

Eine Rolle spielt auch, dass die Weltmeere derzeit ungewöhnlich warm sind. Nach Daten der Plattform "Climate Reanalyzer" der University of Maine übertraf die globale mittlere Oberflächentemperatur in diesem Frühjahr bereits an mehreren Tagen bisherige Höchstwerte für diese Jahreszeit aus dem Jahr 2024. Experten zufolge könnten die Ozeane auf neue Wärmerekorde zusteuern. Hoff vom DWD erklärte: "Wenn unsere Randmeere – zum Beispiel Mittelmeerraum, Nord- und Ostsee – wärmer sind, kann natürlich mehr Wasser verdunsten. Eine wärmere Atmosphäre kann auch mehr Wasser aufnehmen und das begünstigt dann zum Beispiel auch Starkregenereignisse. Wir beobachten auch, dass dieser feine Landregen, den man vielleicht noch von früher kennt, dass der immer seltener wird, wir aber mehr Extreme haben."

Was wir noch nicht absehen können: 

Zwar ist die Wahrscheinlichkeit für Hitze höher – aber wann diese auftreten könnte, bleibt abzuwarten. "Wir können keine Aussage darüber treffen, ob in einem bestimmten Monat Hitzewellen auftreten. Dazu sind die Unsicherheiten einfach zu groß", sagte Hoff vom DWD.

"Die Atmosphäre hat eine chaotische Natur, deswegen können Wettervorhersagen nur für die kommenden Tage, bei stabilen Wetterlagen bis hin zu rund zwei Wochen getroffen werde", erklärte Hoff. Bei den Klimavorhersagen treffe der DWD hingegen grobe Prognosen über die Klimaentwicklung und auch über eine größere Region. Dazu würden Erdsystemmodelle verwendet, die verschiedene Faktoren berücksichtigen, darunter verschiedene Schichten der Atmosphäre, die Ozeane und Landoberflächen mit all ihren besonderen Eigenschaften. Es gebe aber trotzdem Unsicherheiten, die solchen Prognosen immer zugrunde lägen.

Ebenso unklar bleibt, ob uns ein trockener Sommer bevorsteht, bei dem etwa Wassersparen wieder ein größeres Thema wird. Mit Blick auf die derzeit trockenen Regionen etwa in Bayern erklärte Dürre-Experte Marx, dort könnten bei dieser Ausgangssituation über den Sommer hinweg eher Situationen auftreten, in denen das Wasser – etwa für die Landwirtschaft sowie andere Zwecke – knapp werde. Aber: "Es kann jetzt auch normaler Niederschlag über den Sommer und den Herbst kommen", so Marx. Man könne nicht konkret prognostizieren, wie die Niederschläge ausfallen werden, sondern lediglich sagen, dass das Risiko für angespannte Wassersituationen dort höher sei, wo es jetzt schon trocken ist.

Auch heftiger Starkregen bleibt schwer absehbar. Nora Leps aus dem DWD-Klimaprojektionsteam erklärte, dass Starkregenereignisse kaum langfristig vorherzusagen seien – unter anderem, weil sie sehr lokal und zeitlich begrenzt auftreten. Derzeit näherten sich die Modelle langsam der Rechenleistung an, mit sehr hoher Auflösung Rechnungen anzustellen, mit denen zumindest statistische Aussagen getroffen werden könnten.

Die Weltwetterorganisation rechnet im Laufe des Jahres mit dem Phänomen El Niño – einem alle paar Jahre natürlich vorkommendem Klimaphänomen. Dazu sagte Hoff vom DWD: "El Niño hat keinen direkten Einfluss auf Deutschland." Allerdings seien in El-Niño-Jahren häufig Rekorde bei der Globaltemperatur gemessen worden. Laut WMO könnte 2027 dadurch möglicherweise das bisher heißeste Jahr 2024 ablösen. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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