Hohenstein-Ernstthal
Hohenstein-Ernstthal: Jecken des Ro-We-He starten in Jubiläumssaison

Offiziell wurde der Fasching des Ro-We-He 11.11 Uhr auf dem Altmarkt eingeläutet. Zu dieser Zeit waren die Jecken aber schon drei Stunden in närrischer Mission unterwegs.

Hohenstein-Ernstthal.

An Ausschlafen war für die Jecken des Karnevalsclubs Rot-Weiß-Hohenstein-Ernstthal (Ro-We-He) am Montag nicht zu denken. Zwar wurde die fünfte Jahreszeit wie in allen Karnevalshochburgen erst 11.11 Uhr eröffnet, aber vorher haben rund 30 Mitwirkende des Vereins ein straffes Programm absolviert. Traditionell besucht der Ro-We-He am 11. November eine ganze Reihe städtischer Einrichtungen. Diesmal führte die Runde von der Awo-Kita Geschwister Scholl über die Lebenshilfe und den Kindergarten Bummi bis zur Sachsenring-Oberschule. Und dorthin gehen die Karnevalisten natürlich nicht mit leeren Händen.

Naschereien, Spielzeug und Freikarten

Mitmachtänze wie „Hoppelhase Hans“ und dem Fliegerlied, die Vorstellung von Prinzenpaar und Kinderprinzenpaar, sowie die Übergabe von Geschenken sorgten allerorts für viel Freude. Dabei gab es nicht nur Naschereien und Spielzeug, sondern auch einige Freikarten für den Kinderfasching des Ro-We-He am Samstag im Schützenhaus. An langes Verweilen war freilich nirgends zu denken, denn der von einem Pkw der DDR-Marke Wartburg angeführte Tross musste noch weiter zu den Kitas Schlumpfhausen, Wichtelgarten und Sonnenkäfer, sowie zum Hort Little Food. Vom Ortsteil Wüstenbrand ging es dann zurück zum Altmarkt, wo sich bereits über 100 Schaulustige versammelt hatten, um das bunte Programm rund um die Schlüsselübergabe zu verfolgen.

Auf dem Weg zu den Kindereinrichtungen hat Jochen Fischer als „Abschnittsbevollmächtigter“ (ABV) mit Augenzwinkern für Ordnung gesorgt.
Auf dem Weg zu den Kindereinrichtungen hat Jochen Fischer als „Abschnittsbevollmächtigter“ (ABV) mit Augenzwinkern für Ordnung gesorgt. Bild: Andreas Kretschel

Das lohnte sich in diesem Jahr doppelt, denn zum einem ist der Ro-We-He in seine 50. Session gestartet. Zum anderen habe die ohnehin prächtigen Kostüme in diesem Jahr noch zusätzlichen Glanz geboten: Zum ersten Mal zeigte sich das Prinzenpaar in seinen neu geschneiderten Kostümen. Diese hatte man sich anlässlich des Jubiläums bei einem Karnevalsausstatter in Rheinland-Pfalz anfertigen lassen. Dass ausgerechnet Vereinschef Jens Flämig und seine Stellvertreterin Constance Rau die neue Robe als erste tragen dürfen, findet Moderator Andreas Rabe besonders gut: „Sie haben es sich verdient, denn sie haben den Verein dorthin gebracht, wo er jetzt steht.“

„Oberbürgermeister der Langzeitbaustellen“

Zur Schlüsselübergabe wurde bei einem rund 40-minütigen Programm bereits ein Querschnitt dessen gezeigt, was der Ro-We-He bei seinen Veranstaltungen auf die Bühne bringt. Bei einem Sketch schwadronierten „Chantal und Bridget“ darüber, ob es wohl besser sei, zur Ro-We-He Jubiläumsveranstaltung ins Schützenhaus zu gehen, als sich bei einem gemütlichen Fernsehabend auf dem Sofa zu lümmeln. Das Prinzenpaar Constance III. und Jens IV. wurde ebenso vorgestellt, wie das Kinderprinzenpaar Henry und Helena, sowie der neue Stadthauptmann, welcher in diesem Jahr erstmals von Danny Knorr verkörpert wird. Die Gardetänzerinnen boten einen Jubiläumsmarsch und Prinz Jens IV. stimmte auf die Saison ein. Dazu dröhnte Tusch auf Tusch über den Altmarkt.

Wie hier in der Awo-Kita Geschwister Scholl hat der Ro-We-He mit Geschenken für leuchtende Kinderaugen gesorgt.
Wie hier in der Awo-Kita Geschwister Scholl hat der Ro-We-He mit Geschenken für leuchtende Kinderaugen gesorgt. Bild: Andreas Kretschel

Nachdem Oberbürgermeister Lars Kluge den Schlüssel traditionell übergeben hatte, wurde er gleich doppelt geehrt: Zum einen mit dem Jubiläumsorden, welcher in diesem Jahr in begrenzter Zahl an Unterstützer und verdienstvolle Jecken übergeben wird. Zum anderen aber auch mit einer schalkhaften, also typisch karnevalistischen Schärpe: Darauf wurde Kluge zum „Oberbürgermeister der Langzeitbaustellen“ gekürt. Dies mit Verweis auf einige Baustellen wie Karlstraße, Zechenstraße oder B 180, bei denen die Straße über Monate dicht ist, obwohl von Bautätigkeit wenig zu sehen ist.

Tickets auch für Kurzentschlossene

Nicht zuletzt haben die Jecken darauf hingewiesen, dass auch Kurzentschlossene noch immer die Möglichkeit haben, Karten für die Veranstaltungen am Samstag zu ergattern. Und es wird in jedem Fall ein besonderer Fasching, denn dem runden Jubiläum soll mit besonders festlicher Stimmung Rechnung getragen werden. So ist die Saaldekoration weitgehend in Weiß gehalten und als Schmuck sollen viele Blumen dienen. Im Vorverkauf gibt es Tickets bei den Vereinsmitgliedern, in der Stadtinfo bei B2BA und im Reisebüro Lauer. Tickets fürs Kinderfest am 16. November, 15 Uhr, kosten 3 Euro, für den Jubiläumsfasching, 19 Uhr, 9,99 Euro. (czd)

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