Leer stehendes Wohnhaus droht einzustürzen

Die Schützenstraße in Hohenstein-Ernstthal ist gesperrt. Die Feuerwehr war auch zu Luft unterwegs.

Hohenstein-Ernstthal. Nach einem Feuerwehreinsatz am Morgen ist die Hohenstein-Ernstthaler Schützenstraße im Bereich der Hausgrundstücke 10/12 vollgesperrt. Ein junges Paar aus dem Haus Nummer 8 hörte gegen 6.15 Uhr ein lautes Rumsen und glaubte zunächst an Donnergrollen. Dann wurde schnell klar: Im unbewohnten Nachbarhaus war irgendetwas eingestürzt. Weil das Betreten des einsturzgefährdeten Gebäudes zu riskant gewesen wäre, suchten die angerückten  Einsatzkräfte der Feuerwehren Hohenstein-Ernstthal, Wüstenbrand und Oberlungwitz das Gebäudeinnere zunächst mit einer Kameradrohne ab. Eine Sicherheitsmaßnahme. Es war bekannt, dass Obdachlose das Haus gelegentlich als Nachtquartier nutzten. Verletzte waren  jedoch  nicht zu finden.

Wie sich herausstellte, hatten die einstürzenden Decken das krachende Geräusch verursacht. Ortwehrleiter Sven Weinhold: "Man kann jetzt quasi vom Erdgeschoss durchs ganze Haus bis zum Dach gucken." Nach der ersten Prüfung durch Behörde und Statiker veranlasste Birgit Bodach vom Bauordnungsamt der Stadt, dass auch die Straße gesperrt wird. Nur der gegenüber liegende Fußweg ist begehbar.  Den Hauseigentümer hatte die Stadtverwaltung in der Vergangenheit schon mehrfach wegen der Baumängel angeschrieben und eigene Sicherungsmaßnahmen eingeleitet. "Jetzt ist die Situation aber akut. Der Eigentümer wird noch einmal aufgefordert Maßnahmen einzuleiten. Reagiert er nicht, müssen wir uns etwas einfallen lassen", so Birgit Bodach. Das heißt: Die Stadt lässt das Gebäude abreißen, geht in Vorleistung und serviert dem Eigentümer dafür die Rechnung. (hpk)

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