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Sachsenring-Grand-Prix ohne Zuschauer: "Wir hoffen, dass die Fans vernünftig sind"

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Bürgermeister Thomas Hetzel über die Weltmeisterschaftsläufe und Baustellen

Oberlungwitz.

Was bedeuten Weltmeisterschaftsläufe auf dem Sachsenring ohne Zuschauer für die Stadt? Darüber und über weitere aktuelle Themen in Oberlungwitz sprach "Freie Presse"-Mitarbeiter Markus Pfeifer mit Bürgermeister Thomas Hetzel (parteilos).

Freie Presse: Der Motorrad Grand Prix auf dem Sachsenring findet dieses Jahr ohne Zuschauer statt. Welche Auswirkungen hat das auf Oberlungwitz?

Thomas Hetzel: Die ganzen Großveranstaltungen rund um die Rennen sind natürlich nicht möglich, da ist es schon eine Frage, wie sich die Fans verhalten. Wir wissen jetzt noch nicht, was die Regeln dann zulassen und ob es zum Beispiel private Partys gibt. Ich hoffe aber einfach, dass alle vernünftig sind und mit Bedacht agieren, denn die Bilder vom Sachsenring gehen ja um die Welt. Als verantwortliche Ortspolizeibehörde sind wir immer für zahlreiche Genehmigungen und Kontrollen zuständig. Da fällt dieses Jahr einiges weg, dennoch sind wir in zahlreichen organisatorischen Bereichen mit involviert.

Sind Sie erleichtert, dass der Grand Prix bis 2026 sicher ist?

Natürlich. Es war wichtig, dass das jetzt schon so entschieden und kommuniziert wurde. Die Fans können sich auf die Zukunft freuen, dann hoffentlich wieder unter einigermaßen normalen Bedingungen. Natürlich sind Veranstaltungen in dieser Größenordnung jetzt irgendwie schwer vorstellbar. Der Grand Prix ist immens wichtig für die Region, auch wenn wir als Stadt Oberlungwitz gar nicht so direkt involviert erscheinen, sondern vor allem Arbeit haben. Gaststätten, Hotels, Supermärkte oder Tankstellen profitieren überdurchschnittlich. Studien haben ja gezeigt, dass der Grand Prix viel Geld in die Region bringt.

Die Baustelle auf der B 173 ist ebenfalls ein großes Thema. Wie schätzen sie die Situation an den Umleitungsstrecken ein?

Es sind ja keine offiziellen Umleitungen, aber die Strecken sind stark frequentiert. Das ist eine große Ausnahmesituation für die Anwohner. Natürlich gibt es da auch kritische Stimmen, aber es ist eben ein Kompromiss. Umso wichtiger ist es, dass alle an die Anwohner denken und sich an die ausgeschilderten Verkehrsregeln halten. Wir versuchen in Abstimmung mit den Behörden und der Polizei alles, um die Situation für die Anlieger etwas zu entspannen. Aber es ist auch etwas kontraproduktiv, wenn bei Kontrollen sofort in Whatsapp-Gruppen oder im Internet gewarnt wird, teilweise sogar von Anliegern. Anfangs stand ja auch eine mehrjährige Bauzeit zur Debatte. Die Maßnahme ist komplizierter als viele denken, weil es eben nicht nur um den Durchlass, sondern auch um Leitungen oder den maroden Unterbau unter dem Fußweg geht. Da muss man den Fachleuten auch mal glauben. Die Bauarbeiten liegen bisher im Plan.

In Mittelbach wird gerade der Radweg gebaut. Wann geht es auf dem Abschnitt weiter, für den Oberlungwitz und Hohenstein-Ernstthal verantwortlich sind?

Wir wollen so bald wie möglich beginnen. Alle Pläne und Gutachten liegen jetzt vor. So ein Projekt ist wirklich nicht einfach und kann sich ziehen. Jetzt warten wir auf die Bewilligung der Fördermittel, aber ich gehe davon aus, dass sie kommen. Der Freistaat hat das Projekt ja schon an anderer Stelle mit aufgelistet. Die Kosten werden laut Schätzung bei knapp einer Millionen Euro für einen 950 Meter langen Abschnitt liegen. Da sind aber alle Kosten für Ausgleichsmaßnahmen oder die Entsorgung von Altlasten drin.

Mit dem früheren Gelände der Strumpffabrik FSO und dem ehemaligen Amt für Ländliche Neuordnung an der Erlbacher Straße gibt es zwei Immobilien, die immer wieder für Spekulationen sorgen. Wie geht es dort weiter?

Beim Amt für Ländliche Neuordnung gibt es keinen neuen Sachstand. Schon 2019 wurde ein Bauantrag für eine Art Betreutes Wohnen bewilligt, seitdem ist aber nichts passiert. Bei der Eigentümerin wurde angefragt, aber es gab keine Reaktion. Das FSO-Areal ist ja nicht nur prägend für das Ortsbild, sondern im hinteren Bereich auch sehr kleinteilig. Dort gibt es viel zu tun. Der Investor muss erst ein ordentliches Konzept erstellen, das braucht seine Zeit. Es wurde aber da schon viel investiert, was von außen nicht wahrnehmbar ist. Den ersten Bauantrag wird es noch vor der Sommerpause geben, damit wird das Thema dann auch öffentlich.

Im Jahr 2022 steht in Oberlungwitz die Bürgermeisterwahl an. Treten Sie wieder an?

Das wird sich zeigen. Durch Corona haben wir ja nun alle erlebt, wie schnell Pläne über den Haufen geworfen werden können. Erst mal gehe ich jetzt mit viel Energie an die anstehenden Aufgaben. Ende des Jahres werde ich mich dann positionieren, so wie es andere mögliche Kandidaten sicher auch tun werden.

Das 750. Ortsjubiläum folgt 2023. Wie ist der Stand bei den Vorbereitungen?

Da ist durch die Coronapandemie manches etwas ins Stocken geraten. In der zweiten Jahreshälfte wollen wir die Planungen aber wieder intensivieren. Im Rathaus soll eine Mitarbeiterin dieses Thema koordinieren. Zum Jubiläum soll es verschiedene Aktionen über das Jahr verteilt geben. Corona hat ja gezeigt, dass flexible Veranstaltungsformate wichtig sind. Vereine und Institutionen werden auf jeden Fall involviert sein. Eventuell wird es auch noch eine Möglichkeit für die Online-Bürgerbeteiligung im Vorfeld geben, damit Leute Ideen äußern können.

Stichwort Beteiligung. Konnten der neue Kinder- und Jugendbeirat sowie der Seniorenbeirat mittlerweile tagen?

Bisher waren laut den Verordnungen nur die wirklich dringenden Sitzungen kommunaler Gremien erlaubt. Jetzt streben wir aber zeitnah die konstituierenden Sitzungen mit der Wahl der Vorsitzenden an. Mit den Mitgliedern des Kinder- und Jugendbeirates gab es zumindest schon eine Videokonferenz zum Kennenlernen. (mpf)