Wenn aus 6000 Stoffstücken Kunstwerke entstehen

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Eine neue Ausstellung im Textil- und Rennsport- museum widmet sich der Patchwork-Kunst. Dabei wird es auch gesellschaftskritisch.

Hohenstein-Ernstthal.

Das Motto der neuen Ausstellung "Tradition bis Moderne XII" im Textil- und Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal könnte kaum besser gewählt sein. Denn wo früher Wandteppiche genäht wurden, ist ab Samstag eine Auswahl moderner Wandkunst zu bewundern.

Vom 10. September bis zum 6. November präsentiert die Patchworkgilde Deutschland im Textil- und Rennsportmuseum 40 textile Kunststücke aus der Patchwork- und Quiltkunst. Entstanden sind die Werke im Rahmen des 12. Gilde-Wettbewerbs "Tradition bis Moderne", für den Mitglieder der Vereinigung selbst genähte Stücke einreichen können.

Dass die Ausstellung bereits zum vierten Mal in Hohenstein-Ernstthal zu sehen ist, ist kein Zufall. Zum einen spielt die textile Vergangenheit der Stadt eine wichtige Rolle. Aber auch Museumsleiterin Marina Palm ist nicht unschuldig daran, dass sich Hohenstein-Ernstthal in den letzten Jahren zu einem bekannten Ort für die Patchwork-Szene entwickelt hat. "Ich übe das Handwerk selbst gern aus und habe auch bereits mehrmals kleine Arbeiten von mir für den Wettbewerb eingereicht", sagt Marina Palm. Dadurch habe für sie großes Interesse daran bestanden, die moderne Kunstform der Wandteppiche ins Museum zu holen.

Seit der Wendezeit sei das Interesse an der Patchworkkunst stark gestiegen, bei der Reste verschiedener Textilmaterialien verwendet werden, um eine neue Textilie anzufertigen. Besonders beliebt sind Patchworkdecken, die aus vielen kleinen Textilflicken bestehen. So ist eine der Decken, die in der Ausstellung zu sehen sind, aus insgesamt 6804 einzelnen Stoffteilen zusammengesetzt. "Damit die Decken aber nicht nur schön aussehen, sondern auch wärmen, ist man dazu übergegangen, eine Zwischenlage zum Beispiel aus Schafswolle einzufügen. Daraus ist die Quilt-Technik entstanden", erklärt die Museumsleiterin.

Zeichnen sich klassische Decken durch ein traditionelles, flickenhaftes Muster aus, so haben sich die Techniken und Formen in den letzten Jahren konstant weiterentwickelt. "Besonders im Kommen sind Patchwork-Werke die ins Dreidimensionale gehen", erklärt Marina Palm. Auch müssen die Nähte der Decken nicht mehr nur gerade sein, wie eine ganz besondere Hochzeitsdecke zeigt. "Die Künstlerin nutzt die Nähte, um Muster wie Herzen oder Sterne in die Decke einzuarbeiten", so Marina Palm.

Über die Textilkunst finden auch gesellschaftskritische Themen Platz in der Ausstellung. Mit dem Stück "Zwei Grad", das ein ausgetrocknetes Feld symbolisiert, soll auf die Folgen der Erderwärmung aufmerksam gemacht werden. "Es ist toll zu sehen, wie sich die Szene in den letzten Jahren entwickelt hat und was man mit Textilien alles machen kann", so die Museumsleiterin.

Die Ausstellungseröffnung findet am Sonnabend um 14 Uhr statt. Besucher sind willkommen.

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