Gablenzer Bürgerinitiative enttäuscht: Petition gegen Bauschuttdeponie wird abgelehnt

Seit Anfang 2019 machen sich mehrere Gablenzer gegen eine geplante Bauschuttdeponie am Rande des Ortschaft stark. Jetzt mussten sie eine Niederlage hinnehmen.

Die Kiesgrube aus der Luft gesehen. Die Ortschaft Gablenz (links) liegt nur wenige Meter entfernt.
Manja Clemen - Bürgerinitiative

Für Sie berichtet: Uwe Mühlhausen

Wochenlang haben Manja Clemen und ihre Mitstreiter von der Bürgerinitiative auf Post vom Sächsischen Landtag gewartet. Jetzt kam die enttäuschte Antwort: Ihre Petition, die 3122 Unterschriften enthält, wurde abgelehnt. "Eigentlich habe ich fast damit gerechnet. Doch die Absage ist für uns kein Grund aufzugeben. Wir halten an unseren Protest fest", sagt die Initiator des Schreibens. Begründet wurde die Absage mit dem Sachbestand, dass noch kein abschließender Antrag zur Errichtung einer Deponie vorliegen würde.

Der Unmut der Bürgerinitiative richtet sich gegen die Pläne der Firma Becker Umweltdienste, die gemeinsam mit der Firma Strabag die ehemalige Kiesgrube am Rande von Gablenz in eine Deponie für Bauschutt umgestalten wollen. Dabei ist die Gablenzer nicht gegen die Schaffung einer Deponie, sondern das, was darin gelagert werden soll. "Asbesthaltige Baustoffe, als gefährlich eingestuftes Dämmmaterial, Ofenschlacke aus der Müllverbrennung sowie Gleisschotter", zählt Manja Clemen als Beispiele auf. Zwei Drittel der beantragten Abfälle seien stark Grundwasser gefährdend. Was sie und ihre inzwischen rund 60 Mitstreiter zusätzlich stört, ist nicht nur die Art der Materialien, sondern auch deren Menge. "Der Standort umfasst ein Teilgebiet von acht Hektar. Das entspricht etwa der Größe von sieben Fußballfeldern. Die Fläche lässt eine Erweiterung auf bis zu 168 Hektar Gesamtfläche zu. Geplant ist außerdem die Aufschüttung einer Halde, so hoch wie ein Kirchturm", sagt Clemen. Weitere Argumente, mit denen die Bürgerinitiative punkten will: Die nächste Wohnbebauung befindet sich 80 Meter vom Grubenrand, Gablenz nur 400 Meter entfernt. Mitten im Ort befindet sich ein Kindergarten.

Rückendeckung erhält die Bürgerinitiative von der Kommune. "Die Stadt hat bereits im Herbst 2018, ein Jahr vor der Gründung der Bürgerinitiative, bei der zuständigen Landesdirektion eine Stellungnahme eingereicht und darin das Vorhaben abgelehnt", sagt Daniela Lange vom Bereich Öffentlichkeitsarbeit in der Stadtverwaltung Crimmitschau.

Für die Aktivisten ist der negative Bescheid aus Dresden kein Grund, den Kopf in Sand zu stecken. Sie schöpfen weiter Hoffnung und wollen mit dem Landtag in Kontakt bleiben. "Unser Widerstand bleibt ungetrübt und wächst durch landes- und bundesweite Unterstützung." Noch hat Clemen Hoffnungen, dass das Vorhaben nicht umgesetzt wird. "So weit mir bekannt ist, wurde noch kein Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Wir werden alle weiteren Vorgänge kritisch hinterfragen. Die erforderliche Transparenz des Vorhaben gegenüber der Öffentlichkeit darf nicht im stillen Kämmerlein versinken."

Unabhängig von der Kritik aus der Bürgerschaft hält die Firma Becker Umweltdienst an ihrem Vorhaben fest. "Es gibt keinen Anlass für den Plänen abzurücken", sagte der Geschäftsführer des Unternehmens, Gerold Becker, auf Anfrage der "Freien Presse".

Die Bürgerinitiative Gablenz lädt am 10. Juli 2021 ab 10 Uhr Interessierte auch aus den Nachbarorten an den Parkteich Gablenz zu einer Infoveranstaltung ein.

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