Mit blauen Booten durchs Grün gleiten

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Das Muldental ist ein Eldorado für Radfahrer. Doch es kann auch mit dem Kajak erkundet werden. Die Perspektive vom Wasser aus ist nicht nur für Touristen interessant.

Waldenburg.

Natur pur genießen kann man bei einer Kajaktour auf der Zwickauer Mulde von Waldenburg nach Wolkenburg. "Es ist wunderschön, durch die grüne Landschaft des Muldentals zu gleiten", sagt Uta Hohmann, die am Wochenende ihren 33. Geburtstag gefeiert hat und dazu ihre Verwandtschaft, zu der vier Geschwister nebst Familie gehören, zu solch einer Tour eingeladen hatte. "Vom Wasser aus hat man eine ganz andere Perspektive", sagt sie und erzählt begeistert von ihren Entdeckungen. "Wir haben einen Eisvogel gesehen und einen Roten Milan im Gleitflug beobachtet. Vom Ufer aus haben uns Angler zugewunken."

Nach fast zwei Stunden hatten die Boote die etwa acht Kilometer lange Tour von der Waldenburger Muldenbrücke aus bis nach Wolkenburg geschafft. "Es war gar nicht so einfach, den Sandbänken auszuweichen. Und das Paddeln merkt man schon ganz schön in den Armen und Schultern. Aber die einzigartigen Blicke entschädigen für die Anstrengung. Und am Ende haben wir sogar noch ein erfrischendes Bad in der Mulde genommen", sagt die Theologin, die erst vor etwa einem Jahr mit ihrer Familie von Münster nach Zwickau gezogen ist. "Ich habe heute nicht nur meinen Verwandten, die aus Dresden, Leipzig, Göttingen, Düsseldorf und Regensburg gekommen sind, ein Stück meiner neuen Heimat gezeigt, sondern auch selbst wieder ein Stück erkundet."

Möglich macht die Touren Sven Kaltofen, der den Kajak-Service im Frühjahr 2013 übernommen hat. "Damals habe ich den Zuschlag unter 16 Bewerbern bekommen", sagt der Niederwinkler, der sich damit als Tischler im Ladenbau für Bäckereien und Fleischereien ein zweites berufliches Standbein geschaffen hat. Der Mann berichtet, dass er das Paddeln von Ende April bis Mitte Oktober anbietet. "In dieser Saison sind mehr Schulklassen gekommen. Auch Firmen und Vereine buchen bei mir", erzählt er. "In den vergangenen beiden Jahren, als es durch Corona viele Einschränkungen gab, waren mir diese Gruppen weggebrochen. Aber dafür haben während der Pandemie Besucher aus ganz Deutschland unser schönes Muldental für sich entdeckt." Kaltofen erzählt, dass er über sein Kajak-Angebot die unterschiedlichsten Menschen kennenlernt. "Mein ältester Paddler war ein 82-Jähriger, der sich mit Sohn, Enkel und Urenkel auf die Tour begeben und sie mit Bravour gemeistert hat. Die jüngsten Paddler sollten schon das Seepferdchen vorweisen können."

Damit der Ausflug auf dem Wasser klappt, gibt es am Anfang eine Einweisung. "Man mag es nicht glauben, aber die Mulde wartet sowohl mit kleinen Stromschnellen als auch mit abenteuerlichen Flachstrecken auf", sagt Kaltofen. Am ersten Wehr in Wolkenburg muss das etwa einen Zentner schwere Kajak von der zweiköpfigen Besatzung aus dem Wasser genommen, ein Stück getragen und wieder in den Fluss gesetzt werden. Vor dem zweiten Wehr ist die Tour zu Ende. Kaltofen transportiert die Kajaks zurück in die Töpferstadt. Viele Paddler wandern zurück. Auf Anfrage kann die Draisine gebucht werden, die die Gleise der nicht mehr verkehrenden Muldentalbahn nutzt. Und wenn seine Gäste Lust auf mehr Erlebnisse in der Region haben, dann hat der Kajak-Verleiher auch noch einige andere Tipps für Ausflüge auf Lager. So empfiehlt er die Schlösser in Waldenburg und Wolkenburg zu besuchen, genau wie eine Führung im nahen Silbererzbergwerk. "Auf Wunsch biete ich auch einen Picknick nach der Bootstour an. Denn: Paddeln macht hungrig", sagt er.

Kajak-Touren können bei Sven Kaltofen unter Ruf 0172 572 90 17 gebucht werden.

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