Streit um Daetz-Centrum: Stadt schließt Dauerausstellung

Die Fronten zwischen Kommune und dem Stifter der "Meisterwerke in Holz" waren bis zuletzt verhärtet geblieben. Lichtenstein muss aber eine große Finanzlücke schließen.

Lichtenstein. Sie haben oft und lange miteinander gesprochen. Besser gesagt: sich gezofft. Es gibt einen regen Briefverkehr zwischen den Parteien. Auf der einen Seite Peter Daetz, der Eigentümer der rund 600 sogenannten "Meisterwerke in Holz" und Begründer der gleichnamigen Daetz-Stiftung, und auf der anderen Seite Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler) als Vertreter der Stadt Lichtenstein. Weil sich die beiden nicht einigen konnten, wird die Dauerausstellung nun dicht gemacht.

Offiziell heißt es: vorübergehend. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Die Dauerausstellung wird demnach ab 1. Januar geschlossen. Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler): "Zur Neuausrichtung wurden zahlreiche Gespräche, auch mit Stifter Herrn Daetz, geführt, um eine neue Vertragsbasis für den Betrieb der Dauerausstellung ab 2018 zu schaffen. Damit sollten die wirtschaftlichen Parameter für die Stadt Lichtenstein verbessert werden. Doch leider konnte weder mit der Daetz-Stiftung eine entsprechende Vereinbarung erzielt werden noch ließen sich dauerhafte Drittmittel anderer öffentlicher oder privater Geldgeber erschließen." Stadtrat Georg Süß (Freie Wähler) drückte sich auf der Stadtratssitzung noch etwas drastischer aus. Daetz habe unerfüllbare Forderungen an die Stadt gestellt.

Lichtenstein muss sich mit einem Schuldenberg herumplagen und ein Haushaltsstrukturkonzept, das Kürzungen in mehreren Bereichen vorsieht, umsetzen. Die Immobilie Daetz-Centrum befindet sich in ihrem Besitz. Daher muss die Kommune auch für die Betriebskosten aufkommen. Doch die kann sie sich in dem Maße nicht mehr leisten. Die Finanzierungslücke beträgt jährlich 250.000 Euro. Stadtrat Süß: "Wir können nicht mal eine Straßenlaterne austauschen, ohne die Lichtensteiner mit Beiträgen zu belasten." Deshalb sollte die Ausstellungsfläche des Daetz-Centrums verkleinert und Peter Daetz an bestimmten Kosten beteiligt werden. Doch der lehnte dankend ab. Für die Stadt würde ein Imageschaden entstehen, wenn sie vor den Forderungen von Daetz einknicken würde, so Süß weiter. Peter Daetz hingegen sprach am Freitag gegenüber der "Freien Presse" von einem Kompromiss, der bereits gefunden worden sei, von dem man allerdings wieder abgekommen wäre. Er erhofft sich 2018 neue Gespräche. Das Daetz-Centrum bleibt hingegen für die städtische Sonderausstellung weiter geöffnet.

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