CDU holt sich Tipps vom Fußballlehrer

Sportdirektor Ralf Rangnick von RB Leipzig spricht bei der Denkfabrik der sächsischen CDU. Allzu politisch wird es dabei aber nicht.

Dresden.

Den größten Zuspruch erhält Ralf Rangnick, als er über Fußball spricht, aber ebenso gut die sächsische CDU meinen könnte. Man müsse seiner Strategie treu bleiben, sagt der Sportdirektor von RB Leipzig, auch wenn es einmal nicht so laufe. Man dürfe sich dann nicht beirren lassen. Die rund 900 Parteimitglieder und Gäste, die zur sogenannten "Denkfabrik" in den Dresdner Flughafen gekommen sind, spenden daraufhin großen Applaus. Ein wenig, so scheint es, spricht Rangnick ihnen in diesem Moment aus dem Herzen, als hätten sie auf diese aufmunternden Worte nur gewartet.

Ihre Denkfabrik, eine Veranstaltung bei der in verschiedenen Diskussionsrunden über Zukunftsthemen und aktuelle Probleme debattiert wird, führt die sächsische Union seit Jahren durch. Doch nun ist es das erste Mal, dass Michael Kretschmer als Regierungs- und Parteichef die Rolle des Gastgebers übernommen hat. Auch er muss sich derzeit mit Zukunftsfragen auseinandersetzen: Die Sachsen wollen beispielsweise wissen, wie der Lehrermangel bekämpft werden soll und wann überall im Freistaat schnelles Internet verfügbar ist. Kretschmer hat in seiner Regierungserklärung derlei Themen angesprochen - und Lösungen angekündigt. Bisher gab es deswegen aus den Ministerien nur wenig Konkretes. Auch auf dem Dresdner Podium bleibt Kretschmer im Vagen. Man werde alles dafür tun, dass zukünftig junge Lehrer wieder nach Sachsen kommen, hunderte Millionen Euro werden darum investiert, sagt er. Das werde das teuerste Projekt dieser Legislaturperiode. Ansonsten versucht Kretschmer wie in den vergangenen Wochen, die Sachsen zu begeistern: "Der Freistaat Sachsen ist ein Land, in dem man sehen kann, was alles möglich ist, wenn man gemeinsam loslegt." Auch Rangnick ist Teil dieser Strategie, die eine neue Aufbruchstimmung erzeugen soll. Nicht umsonst nennt die CDU Rangnicks Auftritt "Denkanstoß", bei dem er von Generalsekretär Alexander Dierks interviewt wird. Allzu politisch wird es dabei aber nicht. Rangnick wehrt sich sogar dagegen, dass der Fußball aufgeladen wird: "Der Fußball sollte versuchen, unpolitisch zu bleiben." Aufrufe wie bei Eintracht Frankfurt, wo sich der Präsident gegen die AfD ausgesprochen hat, lehnt der Fußballlehrer ab. Werte und Haltung wie Teamspirit und Fairness solle der Sport gleichwohl vermitteln, so Rangnick.

Der Sportdirektor appelliert daran, dass Menschen zusammenwachsen könnten, wenn sie sich einer gemeinsamen Sache verschreiben. Nur acht von 24 Spielern im Profikader von RB hätten beispielsweise einen deutschen Pass, ohne dass ihm das bewusst gewesen sei. Denn alle würden in dem Leipziger Projekt voll und ganz aufgehen und seien nicht wegen Millionensummen nach Sachsen gekommen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...