Erneute Debatte um Chemnitzer Slogan "Stadt der Moderne"

OB-Kandidat Sven Schulze (SPD) will im Fall eines Wahlsieges auf den bisherigen Beinamen von Chemnitz verzichten. Seine Mitbewerber äußern sich dazu unterschiedlich, Kritik aber kommt von einer Ehrenbürgerin der Stadt.

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1919 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    1
    gelöschter Nutzer
    08.10.2020

    Machen Sie`s gut, BRT

  • 2
    3
    BuboBubo
    08.10.2020

    Vielleicht kann der neugewählte Bürgermeister die Gelder, die für das Ausradieren des Slogans von den Briefbögen, den Werbetafeln, aus den Köpfen der Menschen, den Suchmaschinen und den Imagebroschüren erforderlich wären, lieber dafür einsetzen, ihn progressiv zu vermarkten und vielleicht auch besser und allgemeinverständlich zu erklären.

    Wenn man in einer bekannten Internet-Suchmaschine den Begriff „Stadt der Moderne“ eingibt, sollte einem das Ergebnis eigentlich zu denken geben. Und wer damit nichts anfangen kann, mag ja mal eine der zahlreichen Chemnitzer Marketing-Agenturen befragen, worin denn hier der Wert liegt. Vielleicht wird ihm dann eine Zahl genannt, die ihn erstaunen lässt.

    Nein: Ich bin kein Agent von creativ clicks.

    ----------------------------
    Ich bitte die Leser dieses Kommentars um Entschuldigung wegen der Zerstückelung des Textes, der durch die neuen Kommentarrichtlinien bedingt ist. Ich wollte einfach nicht mittendrin abbrechen - es kommt nicht wieder vor.

  • 3
    5
    DS91
    07.10.2020

    Ich finde den Beiname "Stadt der Moderne " gut und passend. Wenn es einige Personen nicht in den Kontext verstehen, ist nicht die Stadt dafür verantwortlich!
    Jeder der sich 5 Minuten damit befasst, versteht den Bezug auf Chemnitz!

  • 2
    1
    ralf66
    07.10.2020

    Ich verstehe diese Diskussion nicht, Chemnitz war eine schwer gebomte Stadt, die Kommunisten wollten hier wie u.a. auch in Dresden sozialistische Musterstädte nach sowjetischem Vorbild errichten.
    Historische Gebäudesubstanz wurde daraufhin damals, obwohl man vieles hätte wieder aufbauen können mutwillig geschliffen.
    Heute wird man diese Fehler nicht mehr gut machen können, wer historische Städte besuchen will muss wo anders hinfahren, Chemnitz wird hier kein Magnet werden und ob die Moderne, egal was und wie man neu baut den Geschmack des heutigen modernen Menschen gefällt, wird in der Sache des Betrachters und Besuchers liegen, ob da dieses Schild den gewünschten Effekt bringt bleibt abzuwarten!

  • 2
    1
    BuboBubo
    07.10.2020

    Natürlich gibt es auch Leute, denen das alles zu hoch ist.
    Die Frage ist nur: Wen will man denn mit solch einem Slogan auf den Briefköpfen des Rathauses ansprechen, wer soll sich denn für Chemnitz interessieren? Rentner, Touristen? Die sicher auch. Aber eigentlich will man doch wohl Leute für sich begeistern, von denen man sich einen positiven Impuls auf die Entwicklung der Stadt verspricht. Und da darf man schon von einem gewissen Bildungsniveau ausgehen.

    Wenn eine Oberbürgermeisterkandidatin wie Frau Schaper jedoch erklärt: "Die Wenigsten assoziieren ihn [den Slogan] mit der eigentlich gemeinten architektonischen Epoche, die für Chemnitz sehr prägend war" – dann hat sie zum einen den Slogan selbst nicht vollkommen verstanden, zum anderen unterschätzt sie möglicherweise auch das Niveau der Adressaten dieser Botschaft.

  • 2
    0
    BuboBubo
    07.10.2020

    „Moderne bezeichnet historisch einen Umbruch in zahlreichen Lebensbereichen gegenüber der Tradition, bedingt durch Industrielle Revolution, Aufklärung und Säkularisierung.“

    Natürlich findet die Moderne auch ihre Repräsentanz in der Architektur. Wenn man sich aber zum Beispiel die Ausstellung „Architektur der Moderne in Sachsen“ ansieht, wird man die enge Verquickung von Architektur und Industrieller Revolution nachvollziehen können. Herausragende Beispiele, die es für Chemnitz unter diesem Aspekt in die Ausstellung geschafft haben, sind die Umformer-Station, das Telegrafenamt sowie Schubert & Salzer. Und ja, auch das Schocken ist gebauter Ausdruck dieses Umbruches. Jeder einigermaßen gebildete Chemnitzer wird sofort noch zwei Hände voll anderer Beispiele dazu aufzählen können.

  • 0
    0
    BuboBubo
    07.10.2020

    cn3boj00: „Ich denke aber, dass es nicht die Architektur war, sondern die großartige Industriegeschichte, die einst den Ruf von Chemnitz begründet hat. Daran sollte man wieder anknüpfen.“

    Richtig. Aber genau das steckt ja da mit drin – und zwar essentiell!

    Es kann durchaus sein, dass man von außen einen etwas anderen Blick hat als die Insider. Vielleicht liegt man damit auch daneben – wer weiß.
    Dennoch sollte man bedenken, dass man mit einem Werbeslogan vermutlich nicht ausschließlich diejenigen ansprechen will, die „schon gekauft haben“, sondern die, die noch unschlüssig vor einer Wahl stehen.

    Insofern sollte die Sicht des Außenstehenden durchaus von Belang sein. Und der versteht unter „Moderne“ nicht ausschließlich eine Stilrichtung der Architektur, sondern den Ausdruck einer Epoche. Wikipedia schreibt dazu:

    ... der Rest des Kommentars ist der Beschränkung auf 1000 Zeichen zum Opfer gefallen und folgt im nächsten Teil.

  • 15
    4
    gelöschter Nutzer
    07.10.2020

    j35r99, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Wer Städtereisen in Europa macht, stellt fest, in Chemnitz ist der zweite Weltkrieg nach wie vor präsent im Straßenbild. Spielt in der Kommunalpolitik keine Rolle. Stattdessen soll permanent umgezogen werden. Busbahnhof, Technisches Rathaus, Schaupielhaus, Stadtwerke. Fortschritts- und Wachstumssimulation. Keine wirkliche Stadtentwicklung. Wir sind weit von Wachstum und Dynamik entfernt. Da gibt es ein großes Potential. Natürlich nur für den, der es erkennt.

  • 4
    12
    BunteRepublikTäuschland
    07.10.2020

    Wenn entweder Schulze, Patt oder Schaper OB wird, bin ich weg.
    Dann hält mich nichts mehr hier in Chemnitz.

  • 6
    6
    Maschinenbauer
    07.10.2020

    @j35r99
    Danke, ich stimme Ihnen. "Wir" sollten in den Einschätzungen der Lage der Stadt wirklich wieder realitätsnaher werden. Chemnitz hat Nachholbedarf und das seit mindestens 14 Jahren. Andere Städte haben sich deutlich besser entwickelt und das muss man akzeptieren. Deshalb ist es eine Chance für den oder die neue OB das für die nächste Zeit zu korrigieren. Die Ansichten von Frau Mössinger sind meiner Meinung nach nicht zeitgemäß und und nicht dienlich. Ihr ist aber kein Vorwurf zu machen, dass Millionen in Kunstsammlungen gepumpt wurden, während Turnhallen, Schwimmbäder und Schulen vernachlässigt wurden. Von Investitionen in Wirtschaftsansiedlungen ganz zu schweigen. Am Sonntag können die Weichen für einen Neuanfang gestellt werden.

  • 13
    3
    j35r99
    07.10.2020

    Wenn ich diese Kommentare lese, bin ich schon etwas, man könnte sagen traurig.
    Die Realitäten werden kaum gengenwartsnah eingeschätzt.
    Fast täglich fahre ich die Annaberger Str. Von der Rößlerstr. bis nach der Comeniusstr. (landwärts) fängt für mich das "Ruinenviertel" an.
    Vor zwei Jahren hatte ich meine norwegischen Freunde da. Ich habe mit ihnen eine Stadtrundfahrt gemacht. Am Ende fragten sie mich: " Du, ist der Krieg bei Euch in der Stadt schon lange zu Ende?".
    Dies hat mich schon etwas nachdenklich gemacht.
    Anmerkung: ich bin Urchemnitzer und habe in dieser Stadt (Karl-Marx-Stadt/Chemnitz) schon einiges mit bewegt.

  • 11
    8
    Maschinenbauer
    07.10.2020

    Ein Slogan, der erst erklärt werden muss, ist kein guter Slogan. Man kann sich auf vergangene Epochen beziehen aber es geht um die Zukunft! So ein Slogan muss unterfüttert sein, genug Substanz haben und Begehrlichkeit für die Stadt erzielen. Vor allem muss er authentisch sein. Deswegen ist es aus meiner Sicht genau der richtige Schritt, diesen Slogan abzuschaffen bzw. zu ersetzen. Dieser muss neu kreiert werden und da sollten die Chemnitzer involviert werden. Mein Wunsch wäre, dass der Slogan die eigentlichen Stärken der Stadt herausstellt. Menschen die arbeiten, die liefern, die forschen, die innovativ und bescheiden sind. Und Menschen die zu Höchstleistungen im Sport im Stande sind. Und ja, es gibt wichtigeres als ein Slogan. Nämlich ein Konzept mit einer Strategie für Chemnitz für die nächsten 20 Jahre und die Antwort auf die Frage, warum junge Menschen und Unternehmer nach Chemnitz ziehen sollen. Das ist die Hauptaufgabe und wenn das steht, kann daraus ein Slogan abgeleitet werden.

  • 23
    11
    BuboBubo
    07.10.2020

    Für mich als Außenstehenden sowie meinen Bekanntenkreis außerhalb Chemnitz hat Frau Mössinger mehr für den Ruf der Stadt getan als alle Oberbürgermeister zusammengenommen.

    Ihr Ratschlag sollte gehört werden.

    Aber wählen müssen die Chemnitzer natürlich selber. Was wünscht sich denn Herr Schulze als Slogan? Gar keinen? 'Nischelstadt Chemnitz'?

    Interessant auch die Logik von Herrn Oehme: "Wir sollten keine wohlklingenden Luftschlösser bauen, sondern uns auf das besinnen, was uns ausmacht. Das sind vor allem Wertschöpfung und Innovation".
    Deshalb muss das Wort "Moderne" weg. Sehr schlüssig.

    Ach so, ... fast vergessen. Chemnitz will ja auch Kulturhauptstadt Europas werden.
    Da passt neben der Bilderstürmerei anlässlich der "GEGENWARTEN" eine solche Diskussion prima ins Bild.

    Viel Glück!

  • 13
    12
    gelöschter Nutzer
    07.10.2020

    Frau Mössinger hat vollkommen Recht. Nur weil Herr Schulze den Slogan nicht versteht, ist das kein Grund, davon abzurücken.
    Wer einen Herrn Bußmann einstellt, der das Vermächtnis von Frau Mössinger verramscht, dem ist Karl Schmidt-Rottluff wahrscheinlich genauso fremd wie die Moderne.
    Wer es in den letzten Jahren nicht geschafft hat, den Chemnitzer Industriepalaesten mit Staedtebaufoerderung über den Berg zu helfen, dem fehlt offensichtlich jegliche Phantasie für die Zukunft.

  • 22
    8
    Logistiker
    07.10.2020

    Rückgängig machen kostet UNS übrigens auch wieder... der Slogan ist mittlerweile bekannt, warum den plötzlich wieder entfernen?! Sind wir nicht modern?

  • 33
    11
    cn3boj00
    07.10.2020

    In Chemnitz "überwiegt das marode" - und das will OB werden? Weiß er wie es vor 30 Jahren ausgesehen hat?
    Sicher ist ein Slogan nicht das wichtigste, und die Assoziation zur Moderne ist für weniger kulturbewusste Bürger natürlich missverständlich, aber ich glaube, dass Chemnitz dieser Spruch nicht geschadet hat und es sinnvoll ist, wenn Fremde mit einer Stadt etwas verbinden.
    Ich denke aber, dass es nicht die Architektur war, sondern die großartige Industriegeschichte, die einst den Ruf von Chemnitz begründet hat. Daran sollte man wieder anknüpfen.

  • 8
    27
    BunteRepublikTäuschland
    07.10.2020

    Also, wenn ich Chemnitz mit anderen Städten vergleiche, muss ich schon sagen, dass Chemnitz ziemlich modern ist.
    Deshalb stehe ich auf der Seite unseres zukünftigen Oberbürgermeisters Sven Schulze und bin auch für die Abschaffung dieses Stadtslogans.

  • 39
    19
    macxs
    07.10.2020

    Möchte Herr Oehme lieber "Chemnitz - marode Stadt" oder "Chemnitz - marodierende Stadt" als Slogan etablieren?

    Da sieht man mal, in welchen Kategorien manche Leute denken. Er hat nicht mal eine halbwegs positives Bild der eigenen Stadt, wie will er dann Positives bewirken? Wenn sich Chemnitz nur auf alles "zurückbesonnen" hätte, dann stünde es noch da, wo es 1990 war. Auch, wenn einige Projekte vielleicht gescheitert sind, waren es dennoch Versuche, die Stadt positiv zu beeinflussen. "Zurückbesinnen" hat rein gar nichts mit der Zukunft zu tun.

  • 37
    5
    Eichelhäher65
    07.10.2020

    Ist das jetzt wirklich das dringendste Problem ?