Erzgebirger lassen sich zum 1. Advent weihnachtliche Stimmung nicht nehmen

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Statt Glühwein und kandierte Äpfel auf dem Weihnachtmarkt zu genießen, müssen die Erzgebirger erneut viel Zeit zu Hause verbringen. Adventsstimmung kommt trotzdem auf.

Annaberg-Buchholz.

Der erste Advent steht vor der Tür, der Annaberger Weihnachtsmarkt ist wieder komplett abgebaut, Tausende Erzgebirger sind in Quarantäne oder sogar mit dem Corona-Virus infiziert. Doch das Erzgebirge wäre nicht das Erzgebirge, wenn die Menschen nicht dennoch diese Zeit auf besondere Weise zelebrieren.

Schmücken im Turm

Die Lichter im Turm der Annaberger St. Annenkirche werden am Samstag vorm ersten Advent, 18 Uhr das erste Mal leuchten. Zuvor gilt es, um die 40 Fenster allein im Turm zu schmücken, was Aufgabe der Türmerfamilie Melzer ist. Das Besondere: In den acht Fenstern ihrer Wohnung werden von jeher keine Schwibbögen, sondern gerade Lichterleisten angebracht - "mit jeweils vier größeren Lichtern, damit sie auch von außen einzeln gut zu erkennen sind", sagt Marit Melzer. Manchmal sei weniger mehr. Mit ihrem Mann Matthias Melzer (Foto) lebt sie in 42 Metern Höhe über der Glockenstube mit den drei großen Glocken. In den Etagen darunter leuchten durchaus auch Schwibbögen und Sterne. Die Leisten aber, die habe ein Freund angefertigt, der oft beim Anbringen hilft. Marit Melzer kennt gerade Lichterleisten noch aus ihrer Kindheit, als ihr Vater solche in Neudorf in die Zwischenräume der Doppelfenster eingebaut hat.

Adventsgeschichten zum Hören

Geschichten erzählen und erzählt zu bekommen - auch das gehört zur Weihnachtszeit. Mondana (8) und Resi (9) aus Geyer freuen sich besonders auf die Freitagabende. Dann veröffentlicht der Tourismusverband Erzgebirge auf verschiedenen Kanälen wie Facebook, Instagram und seiner Internetseite Adventsgeschichten mit dem Bergmännlein Tatock. Licht, Handwerk, Bergparade, Mettenschichten und Neunerlei werden in den kurzen Geschichten - gesprochen unter anderem von Samuel Schaarschmidt und Leander de Marel - thematisiert. Die Geschichten sind Teil des digitalen Erlebnisweges "Tatock und das Geheimnis der Silberstraße". Besonders die Adventszeit spiegelt viele Traditionen wider, die ihren Ursprung im Bergbau haben.

Pyramiden-Anschieben ganz privat

Die Pyramide ist Teil eines kleinen Weihnachtslands im Garten von Gottfried und Renate Kratzsch in Hermannsdorf. Gleich neben dem mehr als zwei Meter hohen Schmuckstück steht auf der Terrasse des Fachwerkhauses eine Krippe, die wunderbar zur ebenso selbst gebauten Pyramide passt. Letztere wird am Vorabend des ersten Advents in Gang gesetzt - bei Bratwurst und Glühwein. Das lassen sich die Hermannsdorfer nicht nehmen. "Wenn auch wieder nur im kleinen Rahmen", sagen sie. Auf die Idee mit der Gartenpyramide kam Gottfried Kratzsch vor knapp zehn Jahren durch einen Bericht in der "Freien Presse" über einen solchen Eigenbau in Cranzahl. Rund ein Jahr habe er dann an seiner Konstruktion gebastelt. Auch die Figuren stammen von dem heute 79-Jährigen.

Süßes in der Quarantäne

Plätzchen backen gehört bei Küttners immer dazu. Und gerade jetzt, da die Familie in Quarantäne ist, wird die Zeit genutzt, um die Keksdosen zu füllen. Neben den klassischen Weihnachtsplätzchen probieren die Annaberger auch gern Neues aus. Am Freitag wurde zum zweiten Mal gebacken, da vom ersten großen Schwung nur noch ein paar Plätzchen übrig waren, erzählt Vicki Küttner und lacht. Ihr Mann Ronny, der als Fotograf unter anderem für die "Freie Presse" arbeitet, hat dabei eine besondere Vorliebe. "Ich mag die dunklen, fast angebrannten am liebsten." Wenn im Hause Küttner der Backofen angestellt wird, ist die ganze Familie aktiv. Auch wenn Ronny Küttner die Familienmomente eher mit der Kamera festhält und nascht, als den Teig zu kneten.

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