Stimmen Sie ab: Wer wird Erzgebirger des Jahres?

Kurz vor Jahreswechsel stellt "Freie Presse" Menschen vor, die in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen gesorgt haben - und trotzdem in den meisten Fällen nicht im Rampenlicht stehen: Helden des Alltags, stille Helfer in der Not, Bürger mit Herzblut für die Region.

Für den Erzgebirgskreis geht ein außergewöhnliches Jahr zu Ende. Gekrönt wurde es zweifelsohne durch den Welterbetitel für die Montanregion Erzgebirge/Krušnohorí. Aber auch die Wirtschaft ließ durch Innovationen aufhorchen, und Erfolge der Sportler aus der Region animierten zu Jubelstürmen.

Jedoch auch abseits der großen Schlagzeilen passierte viel, waren Helden des Alltages unterwegs, stille Helfer in der Not aktiv und Bürger mit Herzblut für die Erzgebirgsregion zu Gange. Über viele hat "Freie Presse" übers Jahr berichtet. Die Redaktion hat unter diesen zahlreichen Alltagshelden Favoriten ausgewählt, an Ihnen, liebe Leser, ist es nun, aus den Vorschlägen der Redaktion den "Erzgebirger 2019" zu bestimmen. Bis Silvester können Sie entweder per Telefon aber auch per Online (siehe Tabelle rechts) Ihre Stimme abgeben. alu


Schnelle Hilfe für Trucker: 17-Jähriger versorgt Liegengebliebene

In Not geratenen Menschen zu helfen, ist für Yannick Meyer aus Gornau eine Selbstverständlichkeit. Das stellte er erst im Januar an der Bundesstraße 174 unter Beweis. In der Nähe der Abfahrt Gornau brachte er Lastwagenfahrern Tee und Kekse. Wegen des Schnees und der Glätte waren viele Lkw in den Straßengraben gerutscht und liegen geblieben. Yannick Meyer will es bei der Aktion nicht belassen. Auch in diesem Jahr wird er wieder an der Bundesstraße stehen, um im Falle von Wetterkapriolen rasch zu helfen. Damit Lastwagenfahrer auch an anderen Abschnitten keinen Durst und Hunger leiden müssen, baut der 17-Jährige derzeit eine schnelle Eingreiftruppe auf. Erste Mitstreiter hat er schon gefunden. Selbst Familienmitglieder wollen ihn unterstützen.geom


Eine Portion Dankbarkeit: Gastronomen laden Winterdienstler zum Essen ein

Der Winterdienst ist im Januar gehörig gefordert gewesen, war rund um die Uhr im Einsatz und kämpfte mit den Schneemassen. Zwei Gastronomen ließen sich als Dank für die Helfer etwas Besonderes einfallen. Norman Pörschke lud Winterdienstler, Bauhofmitarbeiter und Feuerwehrleute zu einer kostenlosen Portion Nudeln mit Tomatensoße in seine Kantine in Annaberg ein. Dieselbe Idee hatte Danny Achtruth, Inhaber des Ratskellers in Marienberg. Seine Facebook-Nachricht erreichte fast 70.000 Menschen. An zwei Tagen durften sich die Schneeräumer bei ihm eine kostenlose Mahlzeit abholen. rickh


Eltern spenden Hoffnung: Stiftungsverein nach Tod der eigenen Tochter gegründet

Ines und Ronald Kaulfuß haben einen schweren Schicksalsschlag erlitten. Das Ehepaar aus Lengefeld hat seine einzige Tochter verloren. Lydia war 19, als sie 2006 an Morbus Wilson, eine seltene Stoffwechselerkrankung, starb. Um ihre Trauer zu bewältigen, gründeten die Eltern den Stiftungsverein Lydia Kaulfuß. Das kleine Team leistet seither Aufklärungsarbeit und sammelt Spenden, um Menschen zu helfen, die an der Kupferspeicherkrankheit leiden. In zwölf Jahren kamen bis heute mehr als 100.000 Euro zusammen. Allein in diesem Jahr konnten fast 40.000 Euro für Forschungsprojekte übergeben werden. Betroffene profitieren auch direkt - vom behindertengerechten Umbau der Wohnung bis hin zur Therapie, die von der Krankenkasse nicht getragen wird. rickh


Saubermann aus Passion: Siegfried Thiele befreit Straßengräben von Müll

Kaffeemaschine, Motorradbatterie, Bierdosen - Siegfried Thiele kann nicht fassen, was Menschen einfach so achtlos in der Natur entsorgen. Und - er kann das nicht mit ansehen. Also schnappt er sich einen Müllsack und sammelt ein, was andere wegschmeißen. In diesem Jahr konnte er beispielsweise innerhalb von nur drei Tagen sechs solche Säcke à 60 Liter füllen. Und das nur zwischen dem Königswalder Ortsteil Brettmühle und Kühberg. Pro Sack investierte Thiele im Schnitt anderthalb Stunden seiner Zeit. "Ich werde das auch nächstes Jahr weitermachen", sagt er. Allerdings hofft er auch auf Nachahmer. Am liebsten aber wäre es ihm, wenn er erst gar nicht losziehen müsste, weil keiner mehr die Natur als Müllkippe missbraucht. tw


"Fritz" - der Streetworker: Lugauer Jugendliche bauen auf Holger Junghans

Für die Jugendlichen von Lugau ist er der Fritz, seinen richtigen Namen kennen sie zum Teil nicht einmal: Holger Junghans. Was sie aber wissen: "Fritz" ist für sie ein wichtiger Ansprechpartner, wenn sie Probleme haben oder Wünsche. Fritz ist Mitarbeiter des Kreisjugendrings und Streetworker in Lugau. Ob es die BMX-Anlage war, der Wiederaufbau einer alten Halfpipe oder die Umverlegung des Skaterparks - "Fritz" half bei der Umsetzung, war wichtiger Verbindungsmann zur Stadt. Das jüngste Projekt: die Unterstützung der "Lugauer Eisenbahnfreunde". Die acht Jungs haben unter anderem eine Ausstellung zur Geschichte des Bahnhofs auf die Beine gestellt - und sind für ihr Engagement jüngst bei den 15. Jugendgeschichtstagen in Dresden mit einem Preis bedacht worden. vh


Julien rettet Luk: Zehnjähriger Junge hält Nichtschwimmer über Wasser

Lebensretter! Was für ein Titel für den kleinen Mann. Doch diesen hat sich Julien verdient. Der Zehnjährige war nicht nur mutig, sondern hat blitzschnell reagiert. Im September war er mit Luk und dessen Opa beim Angeln am Schieferloch zwischen Zwönitz und Affalter. Als Luk die Angel ins Wasser fällt und der Sechsjährige dann die Böschung hinterher ins tiefe Wasser rutscht, reagiert Julien sofort. Er springt ins Schieferloch und schafft es, dass Luk, der nicht schwimmen kann, über Wasser bleibt. Und nachdem er zusammen mit dem Opa den Jungen an Land gezogen hat, rennt er zur Straße und holt Hilfe. Dass dieser Nachmittag ein glückliches Ende nimmt und Luk überlebt hat, ist vor allem dem selbstlosen Einsatz von Julien zu verdanken. tjm

 


Kunst für die Bergstadt: Der Mann hinter den Riesen von Johanngeorgenstadt

Der neueste Coup von Siegfried Ott (76) sind die böhmischen Exulanten, die vor 365 Jahren Johanngeorgenstadt gegründet haben: Eine Gruppe großer Holzfiguren, geschaffen von namhaften Bildhauern. Seit Kurzem sind sie im Herzen der Bergstadt zu besichtigen. Mit seinen spektakulären Großprojekten bringt der Geschäftsführer der Autotechnik Johanngeorgenstadt GmbH seine Heimatstadt immer wieder ins Gespräch. Die größte Ortspyramide der Welt und der größte frei stehende Schwibbogen sind dank seiner Initiativen und seiner Finanzierung ebenfalls zu bewundern. Fast täglich halten Touristen an, oft ganze Reisebusse voll. Er mache gute Geschäfte und möchte seiner Stadt etwas zurückgeben, sagt Siegfried Ott - und beweist es regelmäßig. mu


Der Spendensammler: Thomas Hänel mobilisiert das Erzgebirge fürs Gute

Er ist einfach ein knorke Typ. Vielleicht ist das das Geheimrezept hinter dem Erfolg des Engagements des Jahnsbachers. Seit Jahren sammelt der 38-Jährige Spenden für Vereine, die sich für krebskranke Kinder und deren Familien einsetzen. Der Erfolg ist groß. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 15.000 Euro zusammen. Und auch in diesem Jahr hat Thomas Hänel seine Aktion "Thom hilft" wieder gestartet. Dahinter steht kein Verein, sondern nur er und die vielen Erzgebirger, die mitziehen. Über eine Facebook-Gruppe werden Dinge versteigert, andere sammeln bei Veranstaltungen für "Thom hilft". Los ging alles mit dem Kontakt "Nascar hilft". Er erfährt vom Schicksal eines kleinen Jungen. Er will helfen und tut dies. Aus Thomas Hänel wird der Spendensammler. aed


Feuerwehr für Rumänien: Sosaerin Evelin Fischer beweist Durchhaltevermögen

Sie hat einfach nicht lockergelassen und am Ende ein Feuerwehrauto für ein Dorf in Rumänien beschafft - Evelin Fischer aus Sosa. Dabei bekam sie Unterstützung vom Feuerwehrverein Aue. Die hatten ein Fahrzeug aus ihrem Bestand außer Dienst gestellt und an das Vorhaben der Sosaerin gedacht. Das Feuerwehrauto wurde im März dieses Jahres vom Bürgermeister des rumänischen Dorfes Ruscova und zwei Feuerwehrleuten abgeholt. Es war voll gepackt mit Sachen, die von Erzgebirgern gespendet worden waren. Bei einer Reise im August nach Rumänien war Evelin Fischer vor Ort und hat sich darüber gefreut, dass das Feuerwehrauto "in einem tadellosen Zustand" ist. "Die Rumänen sind sehr dankbar und haben für uns eine Feier ausgerichtet", erzählt sie.ike


Auf Adam Ries' Spuren: Rainer Gebhardt rührt Werbetrommel für Region

Mehr als 120 Botschafter des Erzgebirges rühren die Werbetrommel für die Region. Zu ihnen gehört auch Rainer Gebhardt. Der langjährige Leiter des Transferzentrums Textiltechnologie in Chemnitz engagiert sich seit fast 30 Jahren als Vorsitzender des Adam-Ries-Bundes. In dieser Zeit hat der Professor unter anderem das vom Verein betriebene Museum in Annaberg-Buchholz "zu einem kulturellen Bildungs- und Lernort" entwickelt. Für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Anlass, Rainer Gebhardt im November mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik auszuzeichnen. Zur Arbeit des Adam-Ries-Bundes gehören auch international beachtete Forschungskolloquien zur Mathematik. af


Der Vogelzüchter: Benjamin Erler hat sich den Weltmeister-Titel geholt

Ein Halsbandsittich-Hahn, eine Mönchsittich-Henne und ein junger Überflieger aus Hohndorf - dieses Team hat im Januar bei der Weltmeisterschaft der Vogelzüchter in der niederländischen Stadt Zwolle abgeräumt. Benjamin Erler, zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre alt, war mit den beiden Tieren angetreten - und kehrte als Sieger zurück ins Erzgebirge. 25.000 Vögel wurden in Zwolle ausgestellt, vom Kanarienvogel bis zum Kakadu, in verschiedenen Schauklassen und Kategorien. Es beteiligten sich 3000 Züchter aus 24 Ländern. "Meinen Weltmeister-Titel will ich im kommenden Jahr in Portugal verteidigen", sagt Erler. Vom 24. bis zum 26. Januar wird er sich wieder mit den Besten der Welt messen.pc/joe


Werbung für die Heimat: Mit Podcast #SächsAppeal Lanze für Sachsen gebrochen

Es ist die Heimatverbundenheit gewesen, die Initiatorin Tina und Michéle zu einem Projekt inspiriert haben. Weil der Ruf von Sachsen bundesweit als ramponiert bezeichnet werden muss, haben die heute im Rheinland lebenden Erzgebirgerinnen gemeinsam mit einer Freundin den Podcast "#SächsAppeal" ins Leben gerufen. Darin haben sie in der Zeit rund um die Landtagswahl Menschen zu Wort kommen lassen, die sich für eine offene Gesellschaft engagieren. Ihre Überzeugung: Sächsisch geht auch anders, als es vielerorts dargestellt wird. Ihr Ziel: der bunten Seite des Freistaats ein Forum bieten. Entstanden sind nach mehreren Interviewreisen durch den Freistaat insgesamt fünf Folgen. bjost

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