Wiedergeschenkte Träume

Schamanen im Erzgebirge! Wo gibt's denn das? In Scheibenberg zum Beispiel. Susann Zill und Hendrik Heidler sind aber noch mehr - und schwimmen gegen den Strom unserer effizienten Gesellschaft.

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22 Kommentare

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    gelöschter Nutzer
    01.04.2016

    Zu Torsten Meyers Kommentar:
    Ja, dem Waren- und Verwertungssystem ist gegenwärtig individuell nicht zu entfliehen. Auch wir als Heiler können das nicht und wir sind uns bewusst, dass bei allen edlen Absichten, ganz automatisch unsere Tätigkeit zur Ware wird, wenn wir Geld nehmen. Und wir müssen welches nehmen, sonst können wir nicht leben. Das ist die traurige Einsicht, die nicht befriedigt. Es ist weltweit durchgesetzter Sachzwang, das Leben finanziell sichern zu müssen. In diesem Sinne kann es Selbstversorger nicht wirklich geben. Zu hoch die Vernetzung. Und wäre Betteln oder Supermarktabfälle wirklich eine emanzipatorische Alternative?
    Diese Erkenntnis des unausweichlichen Finanzierungszwanges zeigt sehr klar, in welchem Widerspruch jeder Mensch steckt. Einerseits die konkret-sinnlichen. natürlichen und sozialen Lebensbedürfnisse befriedigen zu wollen, andererseits gezwungen zu sein, dafür selbige zurückzustellen, wenn es ans Finanzieren geht.
    Für Heiler, wie wir uns sehen, verschärft das diesen Konflikt sehr ... gerade bei unserer Kosmologie. Trotzdem, was bleibt für Möglichkeit, wenn wir auf das Einnehmen von Geld verzichten würden? Die Aufgabe des Lebens?
    Darf in einem solchen beherrschenden System, wie es Thorsten Meyer selbst feststellt, trotzdem von Heilern verlangt werden, ohne Geld auskommen zu sollen. Warum eigentlich? Das halten wir für unlauter. Heiler sind keine Heiligen, die sich von Luft oder Sonne ernähren.
    Aber dieser Widerspruch hat noch eine andere Dimension, die des Heilens selbst. Es steht die Frage: Kann überhaupt individuell hundertprozentig geheilt werden, wenn das gesellschaftliche Leben auf Konkurrenz und anderen negativen Kriterien beruht? Also das ganze Gegenteil eines menschlichen Miteinanders. Wir denken kaum. Das ist für uns als Heiler unbefriedigend und daher streben wir das an, was im Artikel bereits als erfolgt beschrieben erscheint, die Überwindung der auf Wert und Waren beruhenden menschlichen Reproduktionsform als blinde Fetischvergesellschaftung; die ja tatsächlich ein abstrakter Selbstzweck ist und die menschliches Leben in sich aufsaugt und daraus tote Werte zu erschaffen. Die unselige Rückkopplung des Geldes auf sich selbst. Diese Überwindung kann unserer Meinung nach nur gemeinsam und bewusst erfolgen.
    Der Widerspruch zwischen sinnlichem Heilen und kapitalistischem Heilunternehmer ist nur zu entkommen, wenn entweder aufs Heilen verzichtet oder das System überwunden wird. Ansonsten begleitet einen dieser Konflikt andauernd und ist eine alltägliche Herausforderung, trotzdem verwertungsfreie Freiräume zu gestalten, um weitestgehende individuelle Heilung bewirken zu können. Aber ganzheitliches Heilsein heißt eben auch, gesellschaftliches Heilsein.
    An dieser Stelle kann dazu nicht in die Tiefe gegangen werden, daher empfehlen wir unser kleines Heftchen "Fegefeuer, Grundsatzerklärung für ein Leben ohne Verwertung". Darin finden sich Kriterien, die wir für einer menschlichen, verwertungs- und geldfreien Gesellschaft für notwendig erachten.

    Susann Zill und Hendrik Heidler, www.traumzeitPraxis.de

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    gelöschter Nutzer
    04.03.2016

    "Diesen "Verwertungsprozess" gelte es komplett zu beenden."

    Klingt alles gut und gerade in diesen Zeiten haben bestimmt viele Menschen solche Gedanken. Nur man kann meiner Meinung nach dem "System" nur bedingt entfliehen. Wie finanzieren sich die Beiden? Haben sie ihre Ausgaben auf Null reduziert und leben als Selbstversorger? Zu ihrer hier dargestellten Philosophie würde es ja nicht passen, für Beratungen usw. Geld zu nehmen. Es würde ihre Philosophie ja geradezu negieren, da sie dann selbst Teil der Verwertungsmaschinerie wären bzw. Unternehmer im kapitalistischen System. Also, lieber Redakteur, es wäre durchaus interessant im Artikel genauer darzustellen, wie die Beiden dem System "entkommen" sind und wie dies konkret möglich ist.