Aus für millionenschweres Geothermie-Projekt im Erzgebirge

Ganz Deutschland sollte künftig mit Interesse nach Aue-Bad Schlema blicken. Geplant waren Forschungen für ein hochmodernes Kraftwerk. Jetzt ist das Millionenprojekt überraschend gescheitert.

Aue-Bad Schlema.

Der Bau eines hochmodernen Geothermie-Kraftwerks im Aue-Bad Schlemaer Stadtteil Wildbach steht vor dem Aus. Wie der Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß (CDU) berichtet, ist eine geplante Forschungsbohrung auf dem Gelände der ehemaligen Polizeischule in Wildbach jetzt unter anderem an geschätzten Kosten von rund 50 Millionen Euro gescheitert. "Ich bedaure, dass es nach dem Vorprojekt nicht weitergeht, wenngleich die Gründe verständlich sind", so Krauß.

Das Aus kommt überraschend, denn erst vor wenigen Wochen hatte die zuständige Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) verkündet, dass ein Vorprojekt für die Forschungsbohrung erfolgreich abgeschlossen wurde. Bei der Bohrung sollte ein gut fünf Kilometer langes Loch vom Gelände der früheren Polizeischule in Wildbach in die Tiefe getrieben werden. Wissenschaftler wollten damit überprüfen, ob der Granit in dieser Ecke des Erzgebirges - die sogenannte Störungszone Roter Kamm - für das erste Tiefengeothermie-Kraftwerk in der Region geeignet ist.


Das Prinzip dahinter: Wasser wird durch ein Bohrloch in die Tiefe gepresst und dort auf über 100 Grad aufgeheizt. Durch den hohen Druck in diesen Erdschichten bleibt es dennoch flüssig und kommt durch ein anderes Loch wieder an die Oberfläche. Die Hitze kann dann zur Energieerzeugung genutzt werden. In Aue-Bad Schlema war die Hoffnung, dass nach der Bohrung das entstandene Loch für ein Geothermie-Kraftwerk genutzt werden kann.

Laut Krauß stehen Kosten und Nutzen für das Forschungsprojekt aber in keinem vernünftigen Verhältnis. Auch der Bohrplatz auf dem Gelände der ehemaligen Polizeischule sei nicht optimal, da es dort Hinterlassenschaften aus dem Altbergbau gebe. Zum erfolgreich abgeschlossenen Vorprojekt sagt der Politiker: "Wir Erzgebirger haben einen Beitrag zur Geothermieforschung geleistet." Sachsen habe sich damit zumindest als Forschungsstandort empfohlen. (juef)

Bewertung des Artikels: Ø 3.5 Sterne bei 6 Bewertungen
4Kommentare
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  • 4
    2
    ChWtr
    07.09.2019

    - Vorprojekt erfolgreich abgeschlossen
    - das Gelände (Bohrplatz) nicht optimal
    - Sachsen empfiehlt sich als Forschungsstandort

    Was soll das? Kann man nicht einmal vernünftig planen? So in der Art von nachhaltig (...)

    Fazit: Die BGR hat erfolgreich getestet. Geld verpulvert, hätte ja auch gutgehen können. Falls das die Devise war - man, man, man...

  • 8
    3
    Maresch
    06.09.2019

    @fromthewastelands.

    Es handelt sich im Kern um ein Projekt des Bundes bzw. des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) .

    "Im Ergebnis stellten sich für das geplante Hauptprojekt zu hohe Projektkosten bei nicht ausreichender Sicherheit zur Wirtschaftlichkeit, nicht kalkulierbare Risiken durch den benachbarten Altbergbau (Uran, Bergwerksinfrastruktur) sowie schwer beherrschbare geologische Verhältnisse in den örtlichen Störungszonen heraus. Vor diesem Hintergrund sehen BMWi und PtJ für das gesamte Vorhaben keine Fördermöglichkeit" (Pressemitteilung, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe)

    Wir brauchen kein weiteres Millionengrab für den Steuerzahler.

  • 8
    1
    Nixnuzz
    06.09.2019

    Wirkungsgrad der Verzinsung mit dem Abbakus auf Cent genau nachgerechnet...

  • 14
    6
    FromtheWastelands
    06.09.2019

    Komische Logik, Sachsen empfiehlt sich als Forschungsstandort indem es ein unterstützenswertes Projekt, das erste positive Ergebnisse brachte, einfach beerdigt?
    Begreift wohl nur als CDU-Politiker.



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