Erzieher aus dem Erzgebirge wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Ein Erzgebirger stand jetzt in Aue vor Gericht. Er soll sich an zwei Jugendlichen vergangen haben. Die Anklage umfasste aber noch mehr Punkte.

Aue.

Ein ehemaliger Erzieher für Jugendliche aus dem Erzgebirge ist am Auer Amtsgericht am Donnerstag wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen sowie widerstandsunfähigen Personen verurteilt worden. Er soll sich 2015 an zwei Jungen vergangen haben. Einem fasste er dabei laut Anklage im Schlaf an den Penis; an einem 14-Jährigen soll er nach dem Konsum von Alkohol Oralverkehr vorgenommen haben.

Der ältere Mann räumte die Vorwürfe sowie weitere Delikte ein, die ihm der Staatsanwalt bei dem Prozess zur Last legte. So soll der Mann eine Vielzahl kinder- und jugendpornografischer Schriften besessen sowie ein jugendpornografisches Bild verbreitet haben. Zudem war er laut Anklage ohne Führerschein mit einem Pkw gefahren.

Der Erzgebirger zeigte vor Gericht Reue. "Es tut mir zutiefst leid", sagte er. "Ich habe Fehler begangen, dafür will ich einstehen." Sein Anwalt erklärte: "Er schämt sich sehr." Wie er jetzt mit seiner sexuellen Neigung umgehe, wollte der Staatsanwalt vom Angeklagten wissen. Dieser erklärte, in psychologischer Behandlung zu sein. Er berichtete zudem von einem medizinischen Eingriff, seit dem er nicht mehr sexuell tätig sein könne. "Ich habe keine Veranlassung mehr, so was zu tun."

Der Staatsanwalt forderte in seinem Plädoyer schließlich eine Strafe von einem Jahr und vier Monaten, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden soll. "Ich glaube ihnen, dass es nicht wieder dazu kommt." Zugunsten des Angeklagten wertete er unter anderem das Geständnis und dass der Mann keine Vorstrafen hat. Zu berücksichtigen sei auch, dass die Taten teils Jahre zurückliegen. Zugleich verwies er auf die Schwere der Vorwürfe und sprach von einer "sehr, sehr hohen Anzahl" kinder- und jugendpornografischer Bilder, die beim Angeklagten gefunden wurden.

Der Richter folgte dem Plädoyer und verurteilte den Erzgebirger zu einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung. Dieser muss innerhalb eines Jahres zudem 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. "Sie haben sich Jugendliche ausgesucht, die ihre Hilfe wollten, die Sie als Vaterfigur angesehen haben", wies er den Mann zurecht. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.