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Über Cotta-Tanne und Wettin-Buche

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Revierförster Falk Unger hat die Besonderheiten von Bäumen im Blick. Sie sind für ihn auch Teil seiner eigenen Familiengeschichte.

Eibenstock/Schönheide.

Falk Unger ist auf seinem Arbeitsplatz umgeben von Millionen Bäumen. Denn er ist Revierförster. Sein Revier Torfhaus erstreckt sich auf einer Fläche von 1555 Hektar und zieht sich entlang der Bundesstraße 283 vom Wasserfall Blauenthal bis Wilzschhaus. Und auch wenn auf vielen dieser Hektar die Fichte dominiert und so manchmal fast ein Einheitsbild liefert, hat der 49-Jährige die Besonderheiten von Bäumen immer noch und immer wieder im Blick. Von uralten und riesengroßen Exemplaren erzählt er in der aktuellen Folge des "Freie Presse"-Podcasts "Stamm-Gäste".

So von der Cotta-Tanne. Die liegt im Revier Carlsfeld. Und das ist wörtlich zu nehmen, denn schon vor mehr als 30 Jahren ist sie gefallen. Trotzdem kann man ihre gigantischen Ausmaße noch erahnen. "Sie war bestimmt über 40 Meter hoch", sagt er. Um das zu verdeutlichen, zeigt er ein Bild, das einen Mann am Stamm der Cotta-Tanne zeigt, als sie noch stand. Der Mann ist Falk Ungers Großvater Hugo Unger, auch der war bereits Förster, wie Ungers Vater Hans übrigens auch. Cotta-Tanne heißt der Baum nach Heinrich Cotta (1763 bis 1844), der einer der Begründer der Forstakademie in Tharandt war.

Neben Äußerlichkeiten machen Eigenschaften einen Baum besonders. Ein Beispiel: die Nutzung für die Musikindustrie. "Für Geigenböden wird oftmals Ahorn verwendet, der für schöne Strukturen sorgt. Am Klang hören Musikinstrumentenbauer, ob der Baum geeignet ist. Das finden sie heraus, indem sie mit einem Hämmerchen an den Stamm schlagen und so die Schwingungsresonanzen wahrnehmen", so Unger. Aber auch die Langlebigkeit einer Holzart entscheidet über ihre Verwendung. Die Eiche gilt als besonders langlebig. Ist eine Fichte gerade gewachsen und hat wenig Äste im unteren Bereich, gilt sie als besonders und wird zur Submission, zur Versteigerung, reserviert. Besondere Bäume werden laut Falk Unger gekennzeichnet und man achtet darauf, dass zum Beispiel bei Fällarbeiten deren Stämme nicht beschädigt werden.

Bei den drei Buchen in Ungers Forstrevier Torfhaus handelt es sich um eine Baumgruppe, bei der drei Exemplare so eng beieinander stehen, dass sie sich gegenseitig stützen und ineinander verwachsen. Für die Forstleute ist die Baumgruppe ein markanter Orientierungspunkt. "Als ich das erste Mal hier vorbeikam, wusste ich, die gehören zusammen. Diese Bäume können in Würde altern. So lange ich Förster hier bin, können sie stehen bleiben", so Falk Unger. "Sie konkurrieren miteinander und sind doch verbunden." Mächtige Fichten stehen im Tal der Mulde bei Wilzschhaus. "Man wird immer ein bisschen ehrfürchtig, wenn man vor so einem Baum steht", sagt der Revierförster.

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