Musizieren gegen Corona-Angst: Steigerlied erklingt Sonntagabend aus vielen Ecken im Erzgebirge

Musik macht vor allem in Gemeinschaft Spaß - auch bei großer räumlicher Trennung. Das klappt sogar ohne Instrument.

Olbernhau.

Die im Erzgebirge ohnehin meist stillen, aufgrund der Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise nun noch stilleren Sonntagabende sind zum Wochenausklang vielerorts von Musik durchbrochen worden. Wer aufmerksam die Ohren spitzte, hörte in Olbernhau und Umgebung Punkt 18 Uhr das Glück-Auf-Lied. Aufgerufen dazu hatte das Musikkorps der Stadt Olbernhau, das sich wie andere im Erzgebirge auch an der bundesweiten Aktion "Musiker*innen für Deutschland" beteiligt hat.

Auf der Terrasse seines Wohnhauses im Olbernhauer Rungstocktal setzte deshalb Tony Fritzsche seine Trompete an, um fünf Strophen der inoffiziellen Hymne des Erzgebirges in die abendliche Stille hinein zu blasen. "Es ist eine Geste der Solidarität und der Zusammengehörigkeit", meinte der 30-Jährige, der seit 2002 dem Olbernhauer Klangkörper angehört. Begeistert von seinem Spiel war nicht nur Isabell Richter. "Super. Beide Daumen nach oben", lobte seine Nachbarin. "Das war heute das schönste Geschenk, da wird es einem bei den Temperaturen gleich warm ums Herz", schrieb die Nutzerin eines sozialen Netzwerkes zu dem Video, mit dem Tony Fritzsches Trompetensolo live übertragen wurde.

Auch der Olbernhauer Sven Ufer beteiligte sich an der ungewöhnlichen Aktion. Da er selbst kein Instrument beherrscht, spielte er einige Titel von CD ab. "Bis vor vier Jahren habe ich als DJ Musik gemacht, dann aber damit aufgehört", berichtete der 54-Jährige, dem beim Aufstellen eines Schwibbogens am Samstagabend die Idee kam, seine Technik aus dem Keller zu holen und vor dem Mehrfamilienhaus, in dem er wohnt, ein paar Lieder zu spielen - direkt neben dem Olbernhauer Krankenhaus. Rund 20 Titel sind es letztlich geworden. "Die Pandemie müssen wir ernst nehmen und mit dem nötigen Respekt behandeln. Die Musik soll für einen kleinen Moment Freude bereiten", begründete Sven Ufer. Viele seiner Mitbewohner schauten zum Fenster heraus, einige wenige standen vor dem Haus. "Eine gute Idee, ein Zeichen der Solidarität mit denjenigen, die sich in der Coronakrise besonders engagieren", befand Udo Weißbach.

Dachterrassenkonzert mit DJ Rixx in Annaberg

 

Hier das Steigerlied aus Olbernhau... (Video: Kristian Hahn)

...und hier nochmal, ebenfalls aus Olbernhau.

Zum Beitrag: Singen gegen die Corona-Angst: Am Sonntagabend auch im Erzgebirge

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