"Dreidimensionales Puzzle" bereichert Weihnachtsschau

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Im Gelenauer Depot Pohl-Ströher sind in der Adventszeit wieder viele Raritäten zu bestaunen. Außerdem gibt es frohe Kunde zur Zukunft des Standorts.

Gelenau.

Zum Glück ist Eckart Holler ein geduldiger Mensch. Denn das, was bei der Vorbereitung der diesjährigen Weihnachtsschau im Gelenauer Depot Pohl-Ströher auf ihn wartete, erforderte viel Zeit und Fingerspitzengefühl. "Es waren acht Kisten voller Einzelteile und Figuren", sagt der 78-Jährige, der als Sammler, Restaurator und Koordinator viel zur Präsentation in Gelenau beiträgt. Wochen habe es ihn gekostet, dieses "dreidimensionale Puzzle" zu lösen, das der ab 1913 von Paul Herrmann in Beierfeld gebaute Weihnachtsberg mit sich brachte. Dass Holler diese Herausforderung mit Bravour meisterte, davon können sich Besucher der Weihnachtsschau ab Freitag überzeugen.

Zu den Tausenden Ausstellungsstücken - darunter viele Pyramiden, Krippen, Bergmänner und Leuchter - gehört auch der Weihnachtsberg, der dem Depot von einer erzgebirgischen Familie geschenkt wurde. "Bedingung war, dass wir ihn aufstellen", sagt Holler, der sich rasch an die Arbeit machte. Wie der Erbauer begann er mit der Stadt Bethlehem und der dort nachgestellten Geburtsszene Jesu Christi. Daneben folgte der zweite Teil in Form des Herodespalastes. "Der Berg wurde über mehrere Jahre Stück für Stück erweitert", erklärt Holler, der die mühevolle Arbeit gut nachvollziehen kann. Anhand mehrerer Bilder probierte er die aus Pappe und Holz gefertigten Häuserteile, die mit gefärbten Sand beschichtet sind, solange nebeneinander aus, bis das riesige Puzzle endgültig gelöst war.

Der Weihnachtsberg ist laut Holler nur eines von vielen Highlights, die die am Freitag beginnende und bis 29. Januar dauernde Schau zu bieten hat. Auch auf die zahlreichen Puppen und die 60 Kinderfahrzeuge ist der Sammler mächtig stolz. "Dabei widmen wir uns diesmal den Anfängen von 1860 bis 1920", erklärt der Spielzeug-Experte, der nicht nur wegen der neuen Ausstellung so gut gelaunt ist. Glücklich stimmt ihn, Depotleiter Michael Schuster und die anderen Mitarbeiter vor allem, dass die Zukunft des jetzigen Gelenauer Standorts gesichert ist. Martine und Bertram Pohl, die das einst von Erika Pohl-Ströher gegründete Sammlungsdepot übernommen haben, sind seit Oktober Besitzer der Immobilie am Erich-Weinert-Weg. "Damit ist gesichert, dass die Sammlungen an Ort und Stelle verbleiben", betont Bertram Pohl, der zudem die Erstellung eines Konzepts ankündigt, mit dem das Objekt vor allem für die junge Generation noch attraktiver gestaltet werden soll.

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