Kein erster Platz für Orgelmusiker

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Preisträger und Juryvorsitzender bezogen beim Abschlusskonzert Stellung gegen Hass und Hetze

Klassik.

Beim Gottfried-Silbermann-Orgelwettbewerb in Freiberg sind die Organisten Sebastian Heindl aus Leipzig und Afonso Torres aus Portugal ausgezeichnet worden. Die Jury sprach beiden Nachwuchsmusikern einen 2. Platz zu. Der 3. Platz ging an Johannes Friederich. Der Jury-Vorsitzende, Domkantor Albrecht Koch, begründete die Nichtvergabe eines 1. Platzes damit, dass die Teilnehmer im Finale das hohe Niveau der ersten Wettbewerbsrunden nicht ganz bestätigen konnten. Insgesamt waren zum Wettbewerb 29 Musiker aus dem In- und Ausland angetreten.

Sowohl Dom-Kantor Albrecht Koch, als auch Sebastian Heindl als einer der Preisträger des Orgelwettbewerbes bezogen beim Abschlusskonzert am Sonntagabend Stellung gegen Hass und Hetze. Heindl warb in einem kurzen Dank nach der Preisverleihung für Offenheit und Toleranz. Juryvorsitzender Albrecht Koch knüpfte in seiner Eröffnungsansprache an das gelebte Miteinander während der zurückliegenden Silbermanntage an und sagte, immer wieder erlebe man in diesen Wochen Auseinandersetzungen, die die Grenzen einer zivilisierten Gesellschaft überschreiten. "Ich schäme mich dafür, dass dies auch in meiner, unserer Stadt passiert", sagte der bekannte Kirchenmusiker und spielte damit nach eigenen Worten auf die teilweise aus dem Ruder gelaufenen Proteste beim Besuch von Ministerpräsident Michael Kretschmer am 17. August in Freiberg an. In Anwesenheit des CDU-Ministerpräsidenten rief Albrecht Koch am Sonntagabend auf: "Es liegt an uns allen, dagegen aufzustehen und uns viel klarer als bisher gegen so etwas zu positionieren. Gerade weil wir unsere Heimat lieben und in der Welt stolz sein wollen auf sie, müssen wir dies tun." (mit dpa)

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