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Im Wildkräuterpark kann ab Sonnabend genascht werden

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Der erste Teil des Essbare-Wildpflanzen-Parks in Oederan wird eröffnet. Es ist Sachsens erster seiner Art. Was dort schon wächst, zeigt ein Rundgang.

Oederan.

In Oederan sorgt der Verein "Wildes Oederan" für eine Premiere. Denn in der Stadt wird am kommenden Samstag Sachsens erster Essbarer Wildpflanzenpark mit der geschützten Bezeichnung Ewilpa eröffnet. Damit wollen die einheimischen Ehrenamtler unter anderem beweisen, dass man Zutaten für eine wohlschmeckendes und gesundes Essen nicht zwangsläufig in einem Supermarkt kaufen muss. Auch die Natur habe diesbezüglich sehr viel zu bieten, wie Löwenzahnblätter und Nüsse. Auch Brennnesseln, aus denen man eine Suppe kochen kann, gehören dazu. Der Verein möchte dieses Bewusstsein in der Öffentlichkeit stärken.

Nun ist ein erstes großes Projekt der Interessengruppe, an deren Spitze Kathleen Kirchhof steht, in die Tat umgesetzt worden. Am Sonnabend soll 10 Uhr der erste Teil des Ewilpa vorgestellt werden. Auf einer Strecke von rund 6 Kilometern sind zum Beispiel eine Streuobstwiese, ein Feuchtbiotop und Wildfruchthecken angelegt wurden. Auch einen Nusshain gibt es. "Wir haben im Vorfeld eine Art Bestandsaufnahme gemacht und geschaut, was an welcher Stelle wächst. Denn viele Pflanzen sind auf dem Areal bereits vorhanden. Nur beim Nusshain wurde mussten wir mit Pflanzungen verstärkt nachhelfen", sagt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Susanne Herklotz.

Sie und mit ihre Mitstreiterinnen und Mitstreitern hoffen, dass am Samstag viele Interessierte kommen. Zunächst steht eine Führung auf dem Programm, die im Stadtpark am Minna-Planer-Weg hinter dem Klein-Erzgebirge startet. Die Route verläuft entlang der ersten sechs geschaffenen Wildpflanzenparkstationen vom Stadtpark in den Stadtwald hinaus und zurück in die Innenstadt.

Den Abschluss bildet anschließend ein Termin im Foyer des Einkaufsparks "Zur Stanze" in der Chemnitzer Straße. Dort besteht ab 13 Uhr die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen mit dem Biologen Dr. Markus Strauß. Der Pflanzenexperte hat Geografie, Geologie und Biologie in Heidelberg studiert. Forschungsprojekte führten ihn nach Südamerika, in den Nepal-Himalaja und nach Indonesien. Seit seinem langjährigen autarken, naturnahen Leben auf einem Hof im Südharz beschäftigt er sich mit dem Thema Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen. Er gilt auf dem Ewilpa-Gebiet als kompetenter Ansprechpartner und ist auch bereits beim Rundgang dabei. Zudem können die Gäste "wilde Köstlichkeiten" probieren.

Schon im Vorfeld besteht für die Einwohner die Möglichkeit, sich über das Ewilpa-Vorhaben zu informieren "Wir haben Tafeln aufgestellt, die wichtige Fakten und Erklärungen enthalten", erklärt Susanne Herklotz.

Laut Marco Metzler vom Stadtmarketing Oederan wurde die Umsetzung des Projekts durch eine Förderung aus dem Regionalbudget-Programm des Freistaates Sachsen möglich. "Wir erhalten eine 80-prozentige Förderung für die Herstellung der Hinweistafeln für den Park. Die erforderlichen Eigenmittel stellte die Stadt Oederan zur Verfügung", so Metzler. Er hatte als Wirtschaftsförderer der Stadt Oederan und Mitglied im Verein "Wildes Oederan", ein Konzept für den Wildpflanzenpark erarbeitet.

Weitere Ewilpa-Parks gibt es bereits in Bayern, Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen.

Für die Teilnahme am Rundgang am Sonnabend ist eine Voranmeldung per E-Mail an wildes@oederan.de erwünscht.