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Neuer Solarpark in Gahlenz: Ökostrom-Firma aus Franken will Stadträte von Oederan überzeugen

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Windkraft ist in Oederan weiterhin unbeliebt, stattdessen setzt die Stadt auf Fotovoltaik. Über ein neues Projekt im Ortsteil Gahlenz soll der Stadtrat noch diesen Winter entscheiden. Wie passen erneuerbare Energien und Landwirtschaft zusammen?

Oederan/Gahlenz.

Weite Felder, Kühe, Schafe und bald vielleicht Solarzellen prägen die Landschaft um Oederan. Inzwischen ist schon die zweite Großflächen-Fotovoltaikanlage in der Pipeline. Wobei der Begriff "Pipeline" in diesem Zusammenhang etwas deplatziert erscheint. Hat sich doch die Stadt die erneuerbaren Energien auf die Fahnen geschrieben, erst recht in der Energiekrise. Da die Wende ohne Windkraft vonstatten gehen soll, setzt man auf große Solarparks. Bereits beschlossen ist eine etwa 100 Hektar große Fotovoltaik-Anlage der Firma Enerlogo. Sie soll in den Ortsteilen Memmendorf und Frankenstein entlang der Bahntrasse entstehen.

Ablehnung im Ortsteil Kirchbach

Jetzt tut sich etwas Neues: Im Bauausschuss soll im Dezember ein Antrag der Firma Münch Energie vorgestellt werden. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Rugendorf in Oberfranken. Es ist auf Eigenstromerzeugung aus Solarmodulen spezialisiert. Die gewünschte Fläche liegt im Ortsteil Gahlenz. Zunächst hatte sich die Firma im nahegelegenen Kirchbach umgeschaut, doch der dortige Ortschaftsrat hatte sich dagegen ausgesprochen. Lothar Hofmeister vom Bauamt der Stadt Oederan: "Laut Messungen sind die Böden in Kirchbach etwas besser für die Landwirtschaft geeignet." Dagegen könne die Fläche in Gahlenz als landwirtschaftlich benachteiligtes Gebiet gelten, was die Chance auf eine Genehmigung erhöhe.

Ökostrom und Landwirtschaft im Konflikt?

Schon beim Thema Memmendorf kam im Stadtrat die Frage auf, ob man Flächen, auf denen Nahrungsmittel angebaut werden, für die Stromproduktion freigeben sollte. Lothar Hofmeister betont, dass beide Projekte als sogenannte Agri-PV-Anlagen angedacht sind. Die Abstände zwischen den Solarmodulen sollen so groß sein, dass etwa Schafe dazwischen weiden können oder Gras gemäht werden kann. Bürgermeister Steffen Schneider (Freie Wähler) hatte das im November bereits im Bauausschuss angemahnt: "Weihnachtsgeschenke gibt es nur zu unseren Bedingungen."

Bis zur Bescherung dauert es noch, der Bauausschuss wird zunächst über einen städtebaulichen Vertrag entscheiden, der die Rahmenbedingungen regelt. Den tatsächlichen Startschuss gibt der Stadtrat dann voraussichtlich im Januar.

Die öffentliche Sitzung des Bauausschusses beginnt am Donnerstag, 8. Dezember, 18.30 Uhr in der Cafeteria des Rathauses, Markt 5. (eva)

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