Chemie - Für mich das richtige?

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Seit fast 30 Jahren können Gymnasiasten bei einem Schülerkolleg in die Materie hineinschnuppern. So mancher fand dabei seine berufliche Bestimmung.

Freiberg.

Zum Schuljahr 1992/93 fand erstmals an der TU Bergakademie ein Schülerkolleg Chemie statt. Die Resonanz war und ist groß, und so gibt es die Veranstaltung, die sich an Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Klassen vorrangig aus Sachsen wendet, und die jährlich zum Beginn eines Schuljahres von der Fakultät für Chemie und Physik ausgerichtet wird, seit fast 30 Jahren.

Dr. Ute Claußnitzer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät, war 14 Jahre lang die Organisatorin, bevor sie 2019 die Aufgabe in die Hände von Dr. Jana Kriehme legte. Das Motto am Anfang lautete "Experimentieren in Freiberg", inhaltlich ist es dabei geblieben. Intention ist es, junge Menschen, die sich für Chemie interessieren, zu bestärken und ihnen die Möglichkeit zu geben, herauszufinden, ob ein solches Studium das richtige ist.

Von Anfang an ging das Schülerkolleg über vier Tage. "Rund 80 Teilnehmer sind möglich, die aufgeteilt in fünf Gruppen durch die fünf Chemieinstitute rotieren", erzählt Ute Claußnitzer. In Laboren und bei Experimenten können Fragen danach geklärt werden, wie sauer beispielsweise Cola ist oder wie hart unser Wasser. Ein Programm, etwa mit Besuch des Forschungs- und Lehrbergwerks Reiche Zeche oder der "Terra mineralia" im Schloss Freudenstein gehört dazu, ebenso Treffs und Gespräche mit Absolventen.

Unter Pandemiebedingungen ist ein mehrtägiges Kolleg nicht möglich. "In diesem Jahr findet es an zwei einzelnen Tagen, am 13. und 14. September, und ohne Übernachtungen statt", sagt Jana Kriehme. Die Teilnehmer stehen bereits fest. Sie mussten, wie so oft, auch diesmal ausgelost werden, denn trotz aller Einschränkungen ist die Nachfrage groß.

Es ist eben eine gute Gelegenheit, in den universitären Betrieb hinein zu schnuppern, sagt Dr. Andreas Lißner. Der 40-Jährige muss es wissen, denn er nahm 1998 selbst am Schülerkolleg teil. "Ich wurde von meinem Chemielehrer am Gymnasium Freital-Deuben hierhergeschickt", erzählt er. Chemie habe ihn schon immer fasziniert, doch das Kolleg habe seinen Wunsch, dieses Fach zu studieren, manifestiert. Die Uni habe ihm gefallen, weshalb seine Entscheidung für Freiberg schnell feststand. Nach einem Ausflug in die Wirtschaft kam er zurück an die TU Bergakademie, an der er heute im Institut für Physikalische Chemie arbeitet.

Lißner ist einer der vielen Kolleg-Absolventen, die im Anschluss an ihre Schulzeit Chemie in Freiberg studierten. 2018 waren es sogar 33 Prozent der damals 80 Teilnehmer, die später aus diesem Grund wieder in die Silberstadt kamen. Mancher wurde, so wie Lißner, ein Teil des Teams. Konrad Burkmann ist mit seinen 25 Jahren und im Oktober beendetem Studium der jüngste Neuzugang ehemaliger Kolleg-Teilnehmer. Auch er ist in der physikalischen Chemie gelandet, promoviert derzeit zum Thema Wasserstoffspeicher. "2014 habe ich am Kolleg teilgenommen", erzählt er. Nach der Mittelschule hatte er am Beruflichen Gymnasium in Plauen das Abitur gemacht. Auch dort war es eine Lehrkraft, die ihn für das Schülerkolleg vorschlug. Einen Anstoß Richtung Chemiestudium, so sagt er, habe er nicht benötigt. Lediglich Freiberg als Studienort habe sich erst danach herauskristallisiert.

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