Jahrhundertflut: Als die Brettmühle Mulda unter Wasser stand

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Den 13. August 2002 werden viele Muldaer wohl nie vergessen. Auch in das historische Sägewerk drangen zur Jahrhundertflut vor 20 Jahren Wassermassen ein.

Mulda.

Die Freiberger Mulde in Mulda verwandelte sich am 13. August 2002 in einen reißenden Strom und trat über ihre Ufer. Häuser, Straßen, Gärten standen unter Wasser. Wie viele Muldaer kann sich Petra Schumann vom Sägewerkverein noch genau an den Tag erinnern.

Gemeinsam mit Gottfried Schumann, Vorsitzender des Verein Technische Denkmale Mulda, stieg sie die Treppe zum Keller hinunter. "Da stand das Wasser schon 40 Zentimeter hoch. Auch der Deutz-Dieselmotor, den wir gerade von einem geschlossenen Muldaer Sägewerk erhalten hatten."

"Wir haben an dem Tag rund um die Uhr rotiert"

Geistesgegenwärtig trugen sie die Stiegen mit den kleineren Teilen für den Motor in die erste Etage. Andere Sicherungsarbeiten folgten, zumal das Wasser später im Keller bis auf 1,70 Meter stieg. "Wir haben an dem Tag rund um die Uhr rotiert", so Petra Schumann. Stunden, Tage und Wochen, nachdem das Wasser gewichen war, kamen die Schäden zum Vorschein. Der Mühlgraben war teils eingestürzt, die Außenmauer der Brettmühle durchnässt, um nur einige Beispiele zu nennen.

Schon wieder ein neues Problem

Auch dank Fördermitteln konnten die Flutschäden inzwischen behoben werden. Gottfried Schumann reinigte und überarbeitete den Dieselmotor. Heute treibt dieser die gesamte Sägetechnik an. Allerdings gibt es schon wieder ein neues Problem: Zum Mühlentag am Pfingstmontag stellten Vereinsmitglieder einen Riss in der Antriebsriemenscheibe fest. Folge: Der Motor kann vorerst nicht mehr gestartet werden. Der Schaden beträgt laut Verein über 10.000 Euro, weil die Reparatur sehr aufwändig ist. "Wir hoffen auf Fördermittel", sagt Petra Schumann, die Schatzmeisterin im Sägewerkverein ist. Auch neue Küchenmöbel würden dringend gebraucht

In Vergangenheit rund 4000 Besucher im Jahr

Bislang seien für die Restaurierung der Brettmühle Zuschüsse in Höhe von rund 250.000 Euro geflossen. Das historische Sägewerk in Mulda zählte in der Vergangenheit annähernd 4000 Besucher im Jahr. Allerdings fanden pandemiebedingt in den beiden Jahren 2020 und 2021 keine Veranstaltungen statt. "Dieses Jahr planen wir noch den Abend ,Wein, Käse und Musik' am 9. September und öffnen zum Tag des offenen Denkmals am 11. September ab 10 Uhr", so Petra Schumann. "2023 sind die Hutzenbossen wieder mal zu Gast bei uns.

https://www.freiepresse.de/mittelsachsen/freiberg/saegewerk-bekommt-neuen-zwischenbau-artikel12010659"

www.brettmuehle-mulda.de

https://www.gemeinde-mulda.de/fotos/2/53160/mulda-sachsen/schnappsch%C3%BCsse/hochwasser-2002/

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