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Was an den lustigen Weibern im Freiberger Theater lustig ist

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Die Spieloper von Otto Nicolai am Mittelsächsischen Theater in Freiberg setzt auf humorvolle Unterhaltung mit Augenzwinkern. "Freie Presse" stellt drei der lustigsten Episoden vor.

Freiberg.

Da braucht er Geduld: Nahezu regungslos liegt Frank Blees am Anfang der Spieloper "Die lustigen Weiber von Windsor" auf der Bühne, immerhin 25 Minuten lang. Sir John Falstaff hat Sendepause. So sieht es die erste Inszenierung von Sergio Raonic Lukovic als neuem Intendanten des Mittelsächsischen Theaters vor. Dann schwingt sich Falstaff-Darsteller Blees auf und lässt seinem übertriebenen Charme und seiner vermeintlichen Wirkung auf Frauen freien Lauf.

Doch so einfach wie es für manchen Zuschauer vielleicht aussieht, ist es nicht, "nur so" auf der Bühne zu liegen. Das gibt Bassbariton Blees unumwunden zu. "Bei einer Probe, als immer wieder Auftritte wiederholt wurden, verging bis zu meinem Einsatz über eine Stunde", erzählt er, macht eine Pause, holt tief Luft, schmunzelt und ergänzt dann: "Da bin ich eingenickt." Eine Chorsängerin habe ihn angestupst und so wieder geweckt. "Aber in den Vorstellungen passiert mir das nicht. Da habe ich auch mehr Adrenalin", so Blees augenzwinkernd.

Falstaff hat die Rechnung ohne die lustigen Weiber gemacht

Die Rolle des Falstaff ist ihm wie auf den Leib geschrieben. Ähnlich wie bei "Don Pascale" gibt er einen linkisch wirkenden älteren Herren, der auf Brautschau ist. Falstaff hat es auf mindestens zwei Damen abgesehen. Doch er hat seine Rechnung ohne Frau Fluth und Frau Reich, die "lustigen Weiber von Windsor", gemacht. Sie spielen ihr eigenes Spiel - und zwar nicht nur mit Falstaff. Vielmehr erteilen sie auch Frau Fluths eifersüchtigem Ehemann eine Lektion.

Das Bühnenbild in Freiberg ist spartanisch und besteht aus drei Ebenen, über die die Darstellerinnen und Darsteller mehr oder weniger galant schreiten. "Ein bisschen Mut braucht man da schon", sagt Sopranistin Lindsay Funchal. Als Frau Fluth meistert sie die hohen Stufen trotz hoher Stöckelschuhe mit Bravour. Andere Akteure auf der Bühne zeigen ihre blauen Flecken an den Beinen. "Das ist nicht ohne. Aber es ist zu schaffen", sagt ein Sänger. Abgesehen von diesen Blessuren gibt es in der Inszenierung viele Gelegenheiten zum Lachen. Nicht umsonst ist die Spieloper auf der Internetseite des Theaters mit einem Ausspruch von Falstaff in Shakespeares "Heinrich IV., Zweiter Teil" überschrieben: "Ich bin nicht bloß selbst witzig, sondern auch die Ursache, dass andere Witz haben."

Was herrlich komisch ist

Zum Schreien komisch ist die Szene, als sich Lindsay Funchal als Frau Fluth, unterstützt von Kirsten Scott als Frau Reich, ein Geweih aufsetzt und selbst darüber erschrickt. Ein herrliches Bild. Sein komödiantisches Talent zeigt in der Inszenierung auch einmal mehr Tenor Frank Unger in der Rolle des Junker Spärlich. Wunderschön anzusehen ist der Sänger in der Mondszene: Frank Unger trägt ein knallrotes Kleid.

Neugierig geworden? Das Theater zeigt auf seiner Internetseite teils Trailer, also Kurzfilme, zu einzelnen Inszenierungen. Bei den "Lustigen Weibern von Windsor" ist das der Fall. Interessierte bekommen so einen ersten Einblick.

Den Trailer zu "Die lustigen Weiber von Windsor" können Sie hier sehen.