Bombenwarnung legt Zugverkehr in Mittweida lahm

Für mehrere Stunden ist am Donnerstagabend der Bahnhof Mittweida gesperrt worden. Das verdächtige Gepäck stellte sich am Ende als harmlos heraus. Doch die Situation erschien bedrohlich.

Mittweida.

Nach etwa zweieinhalb Stunden Polizeieinsatz in Mittweida hat der Einsatzleiter der Bundespolizeiinspektion Chemnitz Uwe Zander Entwarnung geben können: "Der Bahnhof ist wieder freigegeben. Sie können in den Zug einsteigen", sagte er am Donnerstag gegen 18.50 Uhr vor annähernd 100 Menschen, die bis dahin vor dem Bahnhofsgebäude Mittweida gewartet hatten.

Zuvor war der Bahnverkehr zwischen Chemnitz und Mittweida komplett lahmgelegt worden, nachdem gegen 16.25 Uhr die Polizei alarmiert worden war. Unter anderem musste ein Zug ab etwa 17 Uhr in Altmittweida einen längeren Zwischenstopp einlegen. Wie Einsatzleiter Zander bestätigte, waren in einem Zug der Linie C14 von Chemnitz nach Mittweida drei herrenlose Gepäckstücke gefunden worden. Die "Tatumstände" hätten für den Einsatz gesprochen, bei dem am Abend der Zug in Mittweida gestoppt, die rund 50 Passagiere evakuiert und Sprengmittelexperten aus Dresden nach Mittweida an den Bahnhof beordert worden sind. "Es war eine Gefährdung gegeben", so die Einschätzung des Einsatzleiters. Vor dem Hintergrund wurde auch das Bahnhofsareal abgesperrt.

Die "Umstände" konnte am Abend ein Augenzeuge näher beschreiben: Eine Frau mit Kopftuch habe in Chemnitz die verdächtigen Gepäckstücke - ein Koffer, eine Reisetasche und eine Handtasche - nach einem hektisch, offenbar in arabischer Sprache geführten Telefonat im Waggon stehen lassen und sei überraschend am Hauptbahnhof ausgestiegen, schilderte der junge Mittweidaer, der in dem betroffenen Citybahn-Zug mitgefahren war. Die Frau habe zuvor noch eine Brieftasche aus der Handtasche genommen und sei dann ausgestiegen. "Nachdem der Zug dann gegen 16.09 Uhr losgefahren ist, kam der Schaffner und hatte nach dem verlassenen Gepäck gefragt", so Marx. Eine weitere Zeugin hatte nach Polizeiangaben die Beamten von dem Vorfall informiert.

Wie Einsatzleiter Zander vor Ort erklärte, habe man auf Hauptbahnhof in Chemnitz auch nach der Frau gesucht, die ihr Gepäck im Zug stehen gelassen hatte. Doch erst nachdem auch die Sprengmittelexperten in Schutzkleidung den Inhalt der Taschen untersucht und als ungefährlich eingeschätzt hatten, wurde auch deren Besitzerin gefunden und in ein Polizeirevier gebracht. Warum sie Koffer und Taschen stehen gelassen hatte, blieb bis zum Abend unklar. Auch müsse erst noch geklärt werden, ob die Frau für die Kosten des Einsatzes aufkommen müsse. (jl)

 

 

 

 

 

 

 

1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    0
    AchimAdams
    22.11.2019

    In einer vergleichbaren Situation wurde im einem benachbartem Zug tatsächlich ein-oder zweimal eine Bombe gefunden (auch wenn das in einer völlig anderen Region Deutschlands war). Die Reaktion und der resultierende Einsatz ist berechtigt.



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