Der liebestolle Hirsch von Hainichen: Fünf Kinder sind schon da

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Im Damwildgehege im Stadtpark gibt es reichlich Nachwuchs, ein sechstes Kalb wird wohl noch folgen. Verantwortlich dafür ist mit Bruno der neue Platzhirsch, der erst vor einem Jahr hier als Jungtier eingezogen ist. Nun gibt es aber Platzprobleme, denn für so viele Tiere ist das Gatter nicht ausgelegt. Es drohen Abschüsse durch einen Jäger. Eine Hoffnung bleibt noch.

Hainichen/Mittweida.

Fünf Kinder von fünf verschiedenen Frauen, und das binnen weniger Wochen! Damit wartet in Hainichen der Bruno auf. Er ist der neue Platzhirsch im Damwildgehege im Stadtpark. Damit nicht genug, ein sechstes Kalb scheint noch zu folgen, denn auch die sechste Dame im Gatter hat einen dicken Bauch. "Genau wissen wir es bei ihr nicht, es scheint aber so zu sein", sagt Sandro Weiß, der Chef des Bauhofs, der sich mit seinem Team um die Tiere kümmert.

Schon am 7. Mai kam in diesem Jahr gegen 7 Uhr das erste Kalb zur Welt. Die anderen folgten bis Mitte Juli. Das Geschlecht ließ sich laut Weiß bislang noch nicht feststellen. Allen Tieren gehe es aber gut. Auch den Trubel des Parkfestes, das Gehegen grenzt unmittelbar an die Feiermeile, haben alle gut überstanden. Die älteren weiblichen Tiere, offiziell Damtiere genannt, kannten das Festgetümmel aus der Zeit vor Corona. "Unsere Damen sind ja nicht mehr die Jüngsten", scherzt Weiß. Sie alle hätten nicht nur Corona, sondern auch den Neubau des Geheges gut verkraftet. Als der Bau abgeschlossen war, kam vor einem Jahr Bruno dazu, als einjähriger "Spießer", der noch kein richtiges Geweih hatte. Rund 300 Euro habe die Stadt für Bruno der Agrozuchtfarm Breitnau bezahlt. "Anfangs konnten unsere Damen mit ihm gar nichts anfangen", blickt Weiß zurück. Doch das Interesse am deutlich jüngeren Mann wuchs. Zudem mussten die weiblichen Tiere während der Bauzeit zwei Jahre sogar ganz ohne Mann auskommen. "Und nun hat Bruno voll eingeschlagen", kommentiert Weiß den Kindersegen.

"Alle Achtung", meint auch Michael Knappe, Leiter des Mittweidaer Bauhofs, zum Nachwuchs in Hainichen. In seiner Zuständigkeit liegt das Damwildgehege in den Schwanenteichanlagen in Mittweida. Dort freut man sich in diesem Jahr schon über ein Jungtier. Dabei war Hirsch Hubert in Mittweida schon früher eingezogen als Bruno in Hainichen.

Die Jungtiere im Park hängen derzeit noch an der Muttermilch, suchen sich aber auch schon selbst Futter. Fünf oder gar sechs Tiere mehr im Gehege bedeuten nun aber auch, dass es dort zu eng wird. "Einige Tiere müssen geschossen werden, das ist leider die traurige Wahrheit", erklärt Weiß. "Der Jäger entscheidet, welche Tiere das dann sind. Das ist in Hainichen auch nicht neu, wird schon immer so praktiziert."

Ein Auswildern sei nicht möglich. Das bestätigt auch Mark Imhof, Vorsitzender des Jagdverbandes Hainichen. "Dass es so viel Nachwuchs gibt, zeigt doch, dass es den Tieren in Hainichen gut geht." Eine Hoffnung für das überzählige Damwild im Stadtpark gibt es jetzt noch: "Wir würden die Tiere auch an Gatter in anderen Orten abgeben", versichert Weiß. "Die hätten dann gleich viel frisches Blut in ihrem Bestand."

Das Damwildgehege im Stadtpark Hainichen an der Oederaner Straße 10 ist zu jeder Zeit frei zugänglich. Es gibt am Zaun auch zwei Beobachtungsplattformen.

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