Hainichen/Döbeln: VW-Fahrer liefert sich Verfolgungsjagd mit Polizei

Mann erhält sechs Strafanzeigen

Hainichen/Döbeln.

Mit einem Unfall, der vorläufigen Festnahme und sechs Strafanzeigen ist am Montagnachmittag für einen VW-Fahrer eine fast 50 Kilometer lange Flucht vor der Polizei quer durch den Landkreis Mittelsachsen geendet. Laut Polizei war es an einigen Stellen nur glücklichen Umständen geschuldet, dass es nicht zu verheerenden Zusammenstößen zwischen dem VW und Unbeteiligten gekommen war.

Wie die Polizei berichtet, war am Montag gegen 14.35 Uhr Beamten auf der Bundesstraße 169 in Hainichen ein VW Golf durch seine rasante Fahrweise aufgefallen. Als dessen Fahrer das Polizeiauto im Rückspiegel bemerkte, gab er nochmals Gas. Die Beamten nahmen die Verfolgung Richtung Frankenberg mit bis zu 160 km/h auf und beobachteten, wie der VW-Fahrer mehrfach vorausfahrende Autos mit waghalsigen Manövern, unter anderem in nicht einsehbaren Kurven, überholte. Im Frankenberger Ortsteil Dittersbach bog der Flüchtige von der B 169 auf die Autobahn 4 ab, fuhr Richtung Dresden weiter und wechselte am Autobahnkreuz Nossen auf die Autobahn 14 in Richtung Leipzig. An der Anschlussstelle Nossen-Nord verließ der VW-Fahrer die Autobahn wieder, fuhr weiter mit hoher Geschwindigkeit die Kreisstraße 7521 durch den Döbelner Ortsteil Choren entlang. Am Abzweig zur Staatsstraße 35 Richtung Lommatzsch geriet der VW ins Schlingern und schleuderte in den Straßengraben. Damit war die Flucht des  34-Jährigen gegen 15.05 Uhr vorbei. Die Beamten zogen den unverletzt gebliebenen Mann aus dem Auto und setzten ihn an Ort und Stelle fest. 

Die Gründe für seine Flucht waren laut Polizei vielfältig. Zum einen reagierte ein Drogenschnelltest beim 34-Jährigen positiv auf Amphetamine sowie Methamphetamine, zum anderen waren die am VW angebrachten Kennzeichen als gestohlen gemeldet und der Tatverdächtige nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis. Obendrein war auch der Fluchtwagen, der auf eine Firma in Halle an der Saale zugelassen ist, gestohlen, wobei die Besitzer den Diebstahl noch gar nicht angezeigt hatten. Der VW wurde zur kriminaltechnischen Untersuchung sichergestellt. Zum Unfallschaden liegen noch keine Angaben vor.

Die Polizei ermittelt nun gegen den 34-jährigen Deutschen wegen des Verdachts des Auto-Diebstahls, Urkundenfälschung (falsche Kennzeichen), Fahrens ohne Fahrerlaubnis, unerlaubten Erwerbs von Betäubungsmitteln sowie Gefährdung des Straßenverkehrs und verbotenen Kraftfahrzeugrennen. Der Mann wurde heute Vormittag auf Weisung der zuständigen Staatsanwaltschaft aus dem Polizeigewahrsam entlassen. (lasc)
 

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.